Iker Lecuona (Ducati) kämpfte mit den Tränen: «Es war anders als sonst»
Mit drei weiteren Podestplätzen beendete Iker Lecuona auf dem Circuito de Jerez die Superbike-WM 2026 als Vizeweltmeister. Der Ducati-Pilot wurde nach dem Zieleinlauf von den Gefühlen übermannt.
Normalerweise könnten 563 Punkte zum Gewinn einer Superbike-WM reichen, doch nicht in diesem Jahr. Mit den meisten Siegen in einer Saison und einem Punkterekord von 726 Punkten war gegen Nicolò Bulega kein Kraut gewachsen. Iker Lecuona kann sich damit trösten, dass er seinem Aruba.it Ducati-Teamkollegen die einzigen Niederlagen zufügte: Da wäre der Sieg im ersten Lauf in Donington Park, ein Triple in Cremona, wo er zudem die Pole-Serie des Italieners beendet hatte.
Nach Platz 3 im ersten Lauf holte Lecuona am Rennsonntag mit zwei zweiten Plätzen das Maximum für sich heraus.
«In den letzten fünf Runden tröpfelte es – mal hier und mal dort. Es änderte sich ständig», erzählte der Spanier SPEEDWEEK.com. «Für mich waren die Kurven 4 und 7 besonders kritisch. Hinzukam, dass im letzten Drittel die Reifen nachließen und sich der Wind gedreht hatte. Es war schwierig einzuschätzen und ich war froh, das Wochenende auf diese Weise abzuschließen.»
Lecuona stand bereits vor dem Saisonfinale als Vizeweltmeister fest. Auf der Auslaufrunde stoppte er, um sich von seinem Kumpel Danilo Petrucci zu verabschieden, der sein letztes Superbike-Rennen fuhr. Überhaupt sah man nach Rennende in vielen Augen Tränen, auch bei Lecuona.
«Als ich die Ziellinie überquerte, übermannten mich die Gefühle, wie ich sie nicht einmal bei einem Sieg hatte. Sonst denkt man bereits an das nächste Rennen, aber jetzt war es anders», verriet der Familienvater. «Ich bin so dankbar für mein Team, das mir diese Chance gegeben hat, und auch meiner Frau, meiner Tochter und meiner Familie. Ich befinde mich gerade in der besten Phase meines Lebens. Als Mensch und als Rennfahrer habe ich diese letzte Runde wirklich genossen. Ein schönes Gefühl.»
Iker Lecuona: Favorit für die Superbike-WM 2027?
Durch den Wechsel von Bulega in die MotoGP rückt Lecuona als Vizeweltmeister in die Favoritenrolle für die Superbike-WM 2027. Ist sich der 26-Jährige bereits bewusst, dass er als Nummer 1 im Team unter größerem Erfolgsdruck steht?
«Warum sollte sich etwas ändern? Für nächstes Jahr ändern sich die Regeln und ich gehe davon aus, dass unser Potenzial stark eingeschränkt werden wird. Man muss abwarten, weil sich auch die Bremsen, Reifen und das Benzin ändern», zählte der Ducati-Pilot auf. «Das ist für alle gleich und ich werde mich deswegen nicht mehr unter Druck setzen lassen. Natürlich möchte ich mehr Rennen gewinnen als in diesem Jahr, aber Konstanz ist das oberste Ziel – wir werden sehen, was unser Level sein wird. Es kommen ja auch neue Fahrer, andere wechseln den Hersteller.»
Konstant war Lecuona mit vier Siegen, 27 zweiten und einem dritten Platz aus 36 Rennen bereits in diesem Jahr!
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