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Formel-1-Champion BMW: Punkte-Hamster Piquet

​Vor 40 Jahren wurde BMW zum ersten Turbo-Weltmeister der Formel 1. Der frühere Journalist und BMW-Pressesprecher Uwe Mahla erzählt in Teil 4 unserer Serie, wie klug Nelson Piquet Punkte sammelte.

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Nach dem Auftakt-Sieg in Rio de Janeiro, wie im dritten Teil unserer Geschichte angedeutet, hat es sich zunächst einmal ausgesiegt für Nelson Piquet.

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Den Blick auf den späteren Weltmeister Piquet gerichtet, lässt sich die Formel-1-Saison 1983 in vier verschiedene Renntypen einteilen.

– Solche, die Nelson fast wie selbstverständlich gewonnen hat. Davon später mehr.

– Ganz normale, in denen Punkte sammeln Trumpf und der Kampf um den Sieg nicht möglich war oder ein zu hohes Risiko bedeutet hätte.

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– Solche, die Piquet gerade noch in den WM-Punkten beendet hat, mit einem Auto, das andere längst in irgendeiner Ecke hätten stehen lassen. Zur Erinnerung: Damals gab es nur für die ersten Sechs Punkte.

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– Solche, bei denen einfach nichts ging. Andere Fahrer hätten mit dem Schicksal gehadert und lauthals geflucht.

Wenn die beiden ersten Kategorien seine fahrerische Extraklasse und seine taktische Cleverness widerspiegeln, so streichen die beiden letzteren die menschlichen Qualitäten und die Reife Nelson Piquets heraus.

Beispiele für die, nennen wir sie mal "Kategorie Dennoch" …

Großer Preis von Belgien, 22. Mai

Bis zur 33. von 40 Runden zieht Piquet ungefährdet auf Platz 2 hinter Alain Prost (Renault) seine Bahnen durch die Ardennen. Plötzlich wird er langsamer. Patrick Tambay (Ferrari) und später Eddie Cheever (Renault) gehen vorbei. Der Brabham-BMW mit der Startnummer 5 wird nur als Fünfter abgewunken.

Getriebeschaden – erst ein, dann ein zweiter Gang beim Teufel. Da half alles nichts, speziell in der Haarnadel La Source. Aber bitte, drei Punkte, nicht die Spur von Verärgerung beim Brasilianer.

Großer Preis der USA Ost, 5. Juni

Ein Rennen später. 60 Runden am Detroit River sind zu fahren. Knapp nach Rennhälfte führt Piquet sicher. In der 50. rollt er nur noch dahin. Aus? Quälend langsam schleppt er sich an die Boxen. Fieberhafter Radwechsel. Wieder raus. Platz 4!

Ein rostiger Nagel (ja, gibt’s denn das auf einer Rennstrecke?) hatte sich ins Fleisch des hinteren rechten Reifens gequetscht. Piquet gleichmütig: "Was soll ich mich ärgern? So was kommt vor."

Großer Preis von Österreich, 14. August

Piquet hat sich an den Ferrari von Tambay und Arnoux vorbei an die Spitze geschoben. Noch 16 Runden sind zu fahren. Es sieht so aus, als könnte keiner seinen zweiten Saisonsieg verhindern. Doch da wird er auf einmal langsamer. Offensichtlich geht dem Motor die Puste aus!

Piquet muss Arnoux, schließlich auch Prost (Renault) ziehen lassen. Abermals ist ein Sieg an Prost verloren. Grund: Der Lufteinlass, optimal zum Frischluft inhalieren platziert, hatte sich mehr und mehr mit Gummiabrieb der weichen Slick-Reifen zugesetzt und so gewissermaßen dem Motor die Luftröhre zugedrückt.

Piquet behält auch jetzt die Ruhe: "Wartet nur – zusammengezählt wird erst am Ende. Wer weiß, wie wichtig diese Punkte einmal sein werden."

Lesen Sie im nächsten Teil unserer Geschichte: die Pechsträhne.

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