Kimi Antonelli warnt vor Silverstone-GP: «Habe 2 Ferrari im Nacken sitzen»
Kimi Antonelli feierte nach seinem Sprint-Sieg einen weiteren Erfolg in Silverstone: Der Sternfahrer sicherte sich die Pole zum neunten WM-Lauf der Saison. Dennoch erwartet er kein einfaches Rennen.
Kimi Antonelli stellte im GP-Qualifying auf dem Silverstone Circuit seinen Speed unter Beweis. Der junge Mercedes-Pilot drehte im entscheidenden Moment die schnellste Runde und sicherte sich mit 1:28,111 min die Pole zum neunten Rennen des Jahres. Danach erklärte er: «Ich war etwas gestresst, weil ich es nie mag, als Erster auf die Strecke zu gehen, wenn es um den letzten Versuch geht, aber die letzte Runde war sehr sauber.»
«Alles hat gepasst, obwohl es sehr knifflig wurde mit dem Wind, alles wurde dadurch unvorhersehbarer. Deshalb fühlt es sich noch besser an, die Pole zu holen», schilderte der Teenager. «Wir haben das Auto nicht verändert, wir haben ein gutes Set-up gefunden und das half mir, gut durchs Qualifying zu kommen», beteuerte er daraufhin.
Mit Blick aufs Rennen ergänzte der Mercedes-Star: «Es wird sicher nicht einfach, ich habe zwei Ferrari im Nacken sitzen, und sie werden sicher zusammenarbeiten. Wir wissen auch, dass sie ein gutes Tempo haben, aber auch unser Speed war im Sprint gut. Ich hoffe, dass dies auch im GP so sein wird und wir ein gutes Rennen haben können.»
So lief das Qualifying
Wie schon zum Sprint am Samstagmorgen wurden die GP-Piloten auch beim Start des Qualifyings von strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen begrüsst. Das Thermometer zeigte 24 Grad Aussen- und 42,8 Grad Streckentemperatur begrüsst. Der Traditionskurs in Südengland füllte sich schnell und es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Zeiten aufleuchteten.
Nach sieben Minuten wurden die gelben Flaggen gezeigt, denn George Russell bretterte in der siebten Kurve durchs Kiesbett und schlug ganz leicht an, konnte danach aber aus eigener Kraft wieder an die Box zurückkehren, wo er eine neue Fahrzeugnase bekam. «Das war wirklich schräg, ich habe mich da mein ganzes Leben noch nicht verbremst», funkte der Brite.
Zu diesem Zeitpunkt führte Charles Leclerc die Zeitenliste vor Lewis Hamilton und Kimi Antonelli an. Und weil Russell selbst an die Box zurückfahren konnte, dauerte die Gelbphase nicht lange an, und bald waren die GP-Stars wieder dabei, schnelle Runden zu drehen. Einer musste sich jedoch gedulden: Gabriel Bortoleto verschwand nach einer ungezeiteten Installationsrunde wieder in der Box und kam erst in der viertletzten Minute wieder auf die Bahn.
Starke Runde von Isack Hadjar
Neben dem Brasilianer mussten sich auch Franco Colapinto, Sergio Pérez, Valtteri Bottas, Fernando Alonso und Lance Stroll verbessern, um den Sprung ins Q2 zu schaffen. Und die meisten Fahrer rückten auch nochmals aus – entsprechend eng wurde es auf der Bahn. Pierre Gasly geriet ins Visier der Regelhüter, weil er unter Verdacht stand, Lance Stroll im Weg gewesen zu sein.
Isack Hadjar begeisterte mit einer neuen Bestmarke, er umrundete die 5,891 km lange Strecke in 1:29,276 min, womit er die Zeit seines Teamkollegen Max Verstappen um 0,273 sec unterbot. Auch Liam Lawson präsentierte isch in Top-Form, er verpasste die Bestzeit von Hadjar um 24 Tausendstel. Leclerc, Nico Hülkenberg, Verstappen, Lewis Hamilton, Arvid Lindblad, Antonelli, Oscar Piastri und George Russell komplettierten die Top-10. Letzterer hatte sich nach seinem Abflug noch einmal verbessern können.
Keine Chance hatte Franco Colapinto, der sich in der 12. Kurve von der Strecke drehte und dann die Box ansteuerte. Er blieb damit auf Platz 19 hängen. Mit ihm gehörten auch Esteban Ocon (Platz 17), Valtteri Bottas (P18), Sergio Pérez (P20), Lance Stroll (P21) und Fernando Alonso (P22) zur ersten Gruppe der Ausgeschiedenen. Ocon klagte: «Als sich Franco drehte, wurde die gelbe Flagge gezeigt. Ich habe versucht, vom Gas zu gehen und gleichzeitig so wenig Zeit wie möglich zu verlieren. Es kostete mich dennoch zweieinhalb Zehntel, es hätte also gereicht, um weiterzukommen.»
Q2-Aus von Nico Hülkenberg
Im zweiten Qualifying-Segment war Hadjar wieder der schnellere der beiden Red Bull Racing-Fahrer, sein Teamkollege blieb 0,044 sec langsamer und sprach am Funk von einem «totalen Desaster». An der Spitze reihten sich die beiden Ferrari-Piloten Leclerc und Hamilton vor dem Mercedes-Duo Russell und Antonelli ein, danach folgten die beiden Red Bull Racing-Piloten vor Piastri, Lindblad, Norris und Lawson.
Antonelli setzte sich mit seinem zweiten Versuch an die Spitze. Seine Bestzeit von 1:28,493 min war 0,133 sec schneller als die vorherige Messlatte von Leclerc. Für Bortoleto, Gasly, Hülkenberg, Bearman, Sainz und Albon, die auf den Positionen 11 bis 16 landeten, war das Qualifying hingegen vorbei. Besonders bitter: Bortoleto fehlten nur 36 Tausendstel zum Q3-Einzug.
Fragezeichen bei McLaren
McLaren-CEO Zak Brown erklärte auf die Frage, wo das Tempo hingekommen ist, das die GP-Renner aus Woking im Sprint noch an den Tag legen konnten: «Offenbar haben wir keinen Speed.» Die britischen Kollegen diskutierten derweil die Möglichkeit einer rein britischen Top-3 beim Heimrennen.
Die Gespräche wurden schnell auf das Geschehen auf der Strecke zurückgelenkt, denn im Q3 wurden bald die ersten schnellen Runden gedreht. Und nach dem ersten Versuch hatte Antonelli mit 1:28,385 min die Nase vorn. Hinter ihm belegten Russell, Hamilton, Leclerc, Hadjar, Verstappen, Piastri, Norris, Lindblad und Lawson die weiteren Top-10-Ränge.
Zum Schluss stürmten alle wie gewohnt fast gleichzeitig aus den Boxen und dabei kam es fast zur Kollision zwischen Lindblad und Piastri. Die Regelhüter notierten sich die Szene. Der letzte Versuch brachte noch einige Bewegung auf der Zeitenliste, allerdings nicht an der Spitze: Antonelli durfte sich mit 1:28,111 min über die Pole freuen, was er auch schon am Funk tat. Leclerc, Hamilton, Russell, Hadjar, Norris, Verstappen, Piastri, Lindblad und Lawson komplettierten die Top-10.
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