GP-Monaco mit Sprint – Sergio Pérez: «Fahrer-Gruppenchat ist explodiert»
Die Formel 1 setzt auf mehr Sprint-Wochenenden: In dieser Saison sind es sechs, ab 2027 sind es zehn. Hoch umstritten ist ein Sprint in Monaco, wie der sechsfache GP-Sieger Sergio Pérez bestätigt.
Die Fans sind noch immer gespalten, was das Sprintformat in der Königsklasse angeht. Zur Erinnerung: Der klassische Ablauf eines GP-Wochenendes geht so – zwei freie Trainings am Freitag, drittes freie Training und GP-Quali am Samstag, dann der Grand Prix am Sonntag.
Im Sprintformat haben die Fahrer am Freitag nur 60 Minuten im einzigen freien Training, um die Abstimmung ihrer Rennwagen auszuloten, dann geht es schon in die Sprint-Quali. Am Samstag dann der Sprint (100 km), danach das Abschlusstraining für den Grand Prix, am Sonntag wie gehabt der WM-Lauf.
Wie Formel-1-CEO Stefano Domenicali monatelang angekündigt hatte, werden die Sprint ab 2027 vermehrt: nicht mehr sechs Mal Sprintformat, sondern gleich zehn Mal – in Bahrain, Australien, Japan, Kanada, Monaco, Grossbritannien, Italien, Brasilien, Qatar und Abu Dhabi.
Vor allem ein Sprint in Monte Carlo, das gibt unter Fans und Fachleuten viel zu reden – auch unter den Piloten, wie der Mexikaner Sergio Pérez in Baku bestätigt hat. Der 36-jährige GP-Veteran (295 Grand Prix, 6 Siege, WM-Zweiter 2023) sagt: «Ich habe über den Gruppenchat der Fahrer herausgefunden, dass wir in Monaco einen Sprint haben. Es liegt auf der Hand, dass es dort reichlich Kommentare gab, der Chat ist explodiert.»
Klar war die nächste Frage, was die Piloten denn da so gechattet haben. «Checo» Pérez: «Was in der Gruppe diskutiert wird, bleibt in der Gruppe. Aber ihr könnt euch gewiss gut vorstellen, dass das recht lebhaft hin- und herging.»
Und was denkt der erfahrene Mittelamerikaner? «Einen Sprint in Monaco zu fahren, das bringt einfach eine zusätzliche Variable ins Spiel. Oft in den vergangenen Jahren hat sich das Interesse der Fans auf die Qualifikation am Samstag konzentriert. Denn das Ergebnis des Abschlusstraining gab weitgehend vor, was im Grand Prix passierte.»
«Ich glaube, das Sprintformat kann da die Karten ein wenig mehr durchmischen. Man kann jetzt Fans sein von Sprints oder nicht, aber es ist nicht zu negieren, dass ein Wochenende dazu abwechslungsreicher wird. Was mich angeht, so freue ich mich drauf.»
Der neunfache GP-Sieger Oscar Piastri findet: «Am Anfang war ich ein wenig überrascht von der Entscheidung, aber ich verstehe, warum das getan wird. Wir haben zwei Abschlusstrainings, und das ist für die Fans spannender als eines. Ich glaube nicht, dass wir einen sehr interessanten Sprint erleben werden.»
«In Monaco geht alles darum, schrittweise Vertrauen aufzubauen. Dazu wirst du im Sprintformat keine Zeit haben. Auch aus dieser Sicht ist ein Sprint in Monte Carlo gar nicht so unsinnig.»
Der siebenfache GP-Sieger George Russell findet: «Heute geht es mir so – wir haben uns dermassen an die Sprint-Wochenenden gewöhnt, dass mir das klassische Format fast ein wenig langfädig vorkommt. Wir leben dafür, ein Formel-1-Auto am Limit zu bewegen, wir leben für reichlich fliessendes Adrenalin im Wettkampf und davon gibt es mehr an einem Sprint-Wochenende.»
«Ich bin auch der Ansicht, dass ein Sprint in Monaco eher fad sein wird. Aber das wird durch die Sprint-Quali am Freitag kompensiert. Eine Sprint-Quali ist immer interessanter als ein zweites freies Training.»
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