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Hamilton (Ferrari): «Ich respektlos? Unwahr! Leclerc gegen mich extra-hart»

Wird das unrühmliche Ferrari-Stallduell zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc nun zur Chefsache? Und zwar ganz oben? In Italien wird spekuliert, Ferrari-Vorstandschef, sei ziemlich irritiert.

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Wenn zwei streiten, freut sich oft nicht nur der Dritte, sondern dann hat der Chef Arbeit. Ein wenig rennbezogener: Wenn sich zwei F1-Stallgefährten kabbeln, dann sind Führungsqualitäten des Teamchefs gefragt.

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Nach dem erneuten Duell von Charles Leclerc und Lewis Hamilton in Mexiko, was Ferrari den Sieg gekostet hat, zeigte sich Teamchef Fred Vasseur «wütend, denn unsere Fahrer haben es an Respekt mangeln lassen».

Aber nicht wenige Experten im Fahrerlager bezweifeln, ob Vasseur der richtige Mann ist, um die Streithähne aus Monaco und Grossbritannien zur Vernunft zu bringen. Zumal ihn mit Lewis Hamilton eine lange Freundschaft verbindet und mit Charles Leclerc ebenso.

Daher wird in Italien nun darüber spekuliert, ob die zwei Platzhirsche inzwischen nicht zur Chef-Chefsache geworden sind, also zur Angelegenheit von Ferrari-Vorstandschef John Elkann.

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Italienische Medien unterstellen, der 50-jährige Stellantis-Konzernleiter, sei vom anhaltenden Gezicke der zwei Ferrari-Fahrer höchst irritiert. Mara Sangiorgio von Sky Italien weiss: «Teamchef Vasseur hat seine zwei Fahrer in Mexiko öffentlich an den Pranger gestellt, und John Elkann war gewiss unglücklich darüber, was sich da alles abgespielt hat; zumal er natürlich erkannt hat, welche Gelegenheit sich Ferrari da hat durch die Finger gleiten lassen.»

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Wir erinnern uns: Vor ziemlich genau einem Jahr fiel Ferrari nach enttäuschendem Ergebnis in Brasilien zurück auf Pxx in der Konstrukteurs-WM. Worauf John Elkann ätzte: «Wir brauchen Fahrer, die nicht an sich selber denken, sondern die an Ferrari denken.»

Diesen Satz wird sich Elkann auch angesichts der Vorkommnisse in Mexiko gedacht haben.

Lewis Hamilton blickt so auf den Schlamassel zurück: «Natürlich haben wir alle gesprochen, und ich verstehe voll und ganz meine Verantwortung dem Rennstall gegenüber. Ich lobe meine Mannschaft ununterbrochen, weil ich sehe, wie sie für uns arbeiten und weil das wichtig ist. Ich sehe mich als wichtigen Teil dieser Mannschaft und als einer der Gründe, wieso wir dort sind, wo wir sind.»

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Teamchef Fred Vasseur hatte ja von Respektlosigkeit gesprochen, das lässt Hamilton so nicht stehen: «Ich habe immer den allerhöchsten Respekt vor dem Team.»

«Klar war ich in Mexiko frustriert, und wir werden sicher weitere Gespräche führen, aber Charles war mit seiner jungen Familie in Europa. Wir hätten in Mexiko gewinnen können, und das Team hat sich schon das ganze Jahre über alle Mühe gegeben, die jüngsten Verbesserungen so schnell es geht ans Auto zu bringen.»

«Wir hätten einen Doppelsieg erringen können in Mexiko, und wir müssen sicherstellen, dass dies nicht mehr vorkommt. Ich weiss, wie gut vernetzt und verankert Charles in diesem Team ist. Ich habe das immer respektiert. Es ist sicher nicht einfach für ihn, dass einer wie ich kommt, der dann so viele Änderungen fordert. Aber daran wird sich nichts ändern. Ich bin hier, um Rennen zu gewinnen, und dazu müssen sich halt auch Dinge ändern. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nächstes Jahr um den WM-Titel mitreden werden, und das wäre nicht möglich, wenn wir uns nicht alle steigern, das schliesst mich selber ein.»

Hamilton wird gefragt, ob er den Eindruck habe, dass Charles Leclerc gegen ihn härter fahre als gegen die anderen 20 Piloten. Lewis: «Ja.» Der Journalist hakt nach: «Kannst du mehr dazu sagen?» – Hamilton: «Nein, es ist so, wie ihr da seht.»

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«Guckt euch Singapur an, da war er auf gleicher Höhe neben einem Gegner (es war Max Verstappen, M.B.) und er ist vom Gas gegangen. Also ist das schon anders. Und es war das Gleiche mit Vettel und mit Sainz.»

Fühlt sich Hamilton missverstanden? «Nein, das würde ich nicht behaupten, denn was ich nach dem Rennen gesagt habe, das habe ich auch so gemeint und dazu stehe ich. Was ich hingegen nicht billige, das ist, wenn man mir Berechnung unterstellt. Sorry, aber wir fahren da draussen Rennen mit Puls 170 und 300 Sachen, da hast du keine Zeit, darüber nachzudenken, was du nachher gegenüber den Medien sagst. Es liegt auf der Hand, dass nach einem Vorfall auf der Strecke Frust hochkommt und man sich entsprechend äussert. Klar sagt man auch Dinge, die man später bereut, aber ich werde mich nie entschuldigen dafür, dass ich echt bin. Und ich lasse mir nicht den Mund verbieten.»

Lewis Hamilton erreicht hier sein 400. GP-Wochenende: «Das ist schon verrückt. Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange in der Formel 1 sein würde. Aber ich fühle mich noch jung und hungrig und schnell, und mein Job in der Königsklasse ist noch lange nicht zu Ende.»

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