Marc Marquez (Ducati) über Katar: «Ich wäre gern an einem anderen Ort!»
Marc Marquez sprach über seine Herangehensweise beim MotoGP-Event in Katar, bei dem er sich vorzeitig den zehnten WM-Titel sichern kann. Wie er seinen Aufenthalt in Doha auf ein Minimum begrenzt.
Marc Marquez reiste mit 44 Punkten Vorsprung auf Jorge Martin nach Katar. Der 33-Jährige ist bereit, dort seinen ersten Matchball im Titelkampf zu verwerten. Der Spanier könnte an diesem Wochenende vorzeitig seinen achten MotoGP-Titel gewinnen und damit Valentino Rossi (sieben Titel in der Königsklasse) überflügeln.
«Ich bin zwar näher dran, gleichzeitig aber immer noch weit weg», stapelte MM93 in der Auftaktpressekonferenz am Donnerstag tief. «Es sind zwar nur noch drei Rennwochenenden, aber dennoch viele Momente. Wir haben hier dieselbe Einstellung wie in Malaysia – wir versuchen anzugreifen und unsere 100 Prozent abzurufen. Dann werden wir während des Wochenendes sehen, wo wir stehen.»
Der Lusail International Circuit zählt nicht zu den Lieblingsstrecken von Marquez, dennoch konnte er dort bislang über alle Klassen hinweg drei GP-Siege einfahren – einen in der Moto2-WM und zwei in der MotoGP. 2025 konnte der Ducati-Lenovo-Pilot sowohl den Sprint als auch den Grand Prix für sich entscheiden.
«Letztes Jahr habe ich mich auf dieser Strecke sehr gut gefühlt», bestätigte Marquez und ging dann auf das kommende Rennwochenende ein. «Ich versuche, vom FP1 an den Rhythmus zu finden – von diesem Punkt an werden wir unser Wochenende aufbauen. Beide Rennen zu beenden, wird der Schlüssel sein.»
Marc Marquez ist mit dieser Situation gut vertraut – er hat in seiner bisherigen Karriere viele WM-Titel-Entscheidungen ausgefochten. Ist es dieses Jahr anders? «Nein. Ich fühle exakt das Gleiche», schmunzelte der neunfache Champion. «Natürlich ist jedes Jahr anders. Ich habe in vielen Jahren bei den letzten Events um Meisterschaften gekämpft – das ist viel schwieriger und anspruchsvoller, was die Nerven angeht. Einige Leute denken vielleicht, dass ich nah dran bin, aber in meinem Kopf ist es immer noch weit weg. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.»
Marc Marquez: «Auf dem Sachsenring dachte ich das erste Mal, dass wir im Titelkampf zurück sind»
Nach Mugello, wo Aprilia zwei Doppelsiege eingefahren hatte, betrug der Rückstand von Marc Marquez in der WM-Wertung 102 Punkte. Danach legte der Ducati-Pilot eine unglaubliche Aufholjagd hin. Zu welchem Zeitpunkt in der Saison hat er wieder an den Titelgewinn geglaubt? «Auf dem Sachsenring dachte ich das erste Mal, dass wir im Titelkampf zurück sind. Nach Mugello war ich sehr weit weg, dann haben mir meine Rivalen ermöglicht, wieder um die Meisterschaft zu kämpfen», meinte der Routinier in Richtung von Marco Bezzecchi und Jorge Martin. «Im zweiten Teil der Meisterschaft passte alles besser. Wir konnten unseren Speed von Rennen zu Rennen steigern. Ducati half mir mit Neuerungen und mein Gefühl wurde besser. Dann wurden wir schneller.»
Angesichts der anhaltend unsicheren Lage im Nahen Osten, wollte eigentlich keiner im MotoGP-Paddock nach Katar fliegen – vor allem auch die Fahrer. «Ich wäre gern an einem anderen Ort, deshalb bin ich mit dem letztmöglichen Flug hierhergekommen – ich werde auch mit dem frühestmöglichen Flug wieder abreisen», stellte Marquez klar. «Aber wir sind hier – bereit, um Rennen zu fahren und voll konzentriert.»
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