Juan Pablo Montoya über schwaches Williams: «Die Leute an den Eiern packen»
Williams-Teamchef James Vowles hatte geschworen, den Traditions-Rennstall wieder auf Siegkurs zu bringen. Doch davon ist Williams weit entfernt. Ex-Williams-Fahrer Juan Pablo Montoya kritisiert das.
Im letzten Saisondrittel 2025 durfte GP-Sieger Carlos Sainz mit Williams zwei Mal aufs Siegerpodest – als Drittplatzierter der Grands Prix von Aserbaidschan und Katar. 2026 jedoch ist Carlos bislang nicht über drei neunte Plätze hinausgekommen, in Shanghai, Miami und Montreal. Alex Albon wurde in Monaco Achter, mehr Punktefahrten gab’s nicht.
Williams beendete die Konstrukteurs-WM 2025 auf dem vielversprechenden fünften Platz, ein Jahr später dümpelt das Team mit nur elf Punkten auf P8 und kann von Glück reden, dass Audi aus seinen Möglichkeiten zu wenig gemacht hat, Aston Martin komplett abgestürzt ist und Neuling Cadillac viel Lehrgeld bezahlt.
Im Rahmen des Goodwood Festival of Speed gibt Teamchef James Vowles Fehler zu. Der 47-jährige Engländer sagt auf die Frage, ob Williams in der zweiten Saisonhälfte zulegen werde: «Darauf gibt es keine Antwort. Ich denke, die Realität ist für uns, dass wir erst im Winter alles richtig hinbekommen haben; die zweite Saisonhälfte bedeutet für uns vor allem, uns intensiv damit auseinanderzusetzen und im Vergleich zum Rest des Feldes nach vorne zu kommen.»
«Es geht darum, einige Elemente rückgängig zu machen, die schlichtweg falsch waren, und wieder aufzuholen – so sieht die zweite Hälfte aus. Mehr noch, es geht um unsere Zukunft, denn klar, dieses Jahr war eine enorme Herausforderung für uns, nicht nur für uns, denn man sieht, wie die Top-4-Teams davonziehen und der Rest von uns nicht mithalten kann.»
«Wir wissen, dass wir noch nicht auf Siegesniveau sind, das habe ich die ganze Zeit gesagt. Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass wir dort hinkommen und zwar schnell. Das Team konzentriert sich derzeit weniger auf das Ende dieses Jahres, auch wenn wir um alles kämpfen werden, was möglich ist, sondern vielmehr darauf, alles zu korrigieren, was wir auf dem Weg falsch gemacht haben.»
Dass Williams nicht in die Hufe kommt, findet ein früherer Williams-Fahrer gar nicht gut. Der in Kolumbien geborene Juan Pablo Montoya (inzwischen US-amerikanischer Staatsbürger) wurde mit BMW-Williams 2002 und 2003 WM-Dritter, vier seiner sieben GP-Siege fuhr er mit Williams ein.
Beim Portal New Betting Sites sagt Montoya über die Situation von Williams: «Williams’ Problem besteht darin, dass sie ständig Dinge aufschieben. Wenn man immer sagt, ‘wir kriegen das nächstes Jahr hin’, dann bringt man dem Team nicht bei, wie man ein Auto verbessert und welche Liebe zum Detail nötig ist. Sie müssten sich vielmehr ständig fragen: ‘Wie können wir es besser machen?’
«Man kann kein Schrottauto bauen und sagen: ‘Ich warte auf nächstes Jahr.’ Irgendwann muss man diesen Schrotthaufen nehmen und konkurrenzfähig machen, und das Team muss lernen zu verstehen, wie das geht. Letztes Jahr hat Red Bull Racing das Auto bis zum Saisonende weiterentwickelt. James Vowles ist ein toller Mann, aber ich frage mich manchmal: Ist er nicht vielleicht zu nett? Irgendwann muss man doch die Leute auch mal an den Eiern packen.»
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