Lewis Hamilton/Ferrari über Reglement-Detail 2027: «Das ist total sinnlos»
Der Autosport-Weltverband FIA hat abgenickt: Die WM-Läufe werden ab 2027 kürzer. Ferrari-Superstar Lewis Hamilton ist damit nicht einverstanden, er hätte die Rennen lieber verlängert.
Das ist Formel-1-Rekord: Lewis Hamilton hat in seiner grandiosen Karriere auf 31 verschiedenen Rennstrecken Grands Prix gewonnen, neun Mal in seinem geliebten Silverstone, acht Mal auf dem Hungaroring, sieben Mal in Montreal und Barcelona.
Dagegen ist seine Beute auf dem Baku City Circuit überschaubar: Nur einmal gewann der heute 41-jährige Engländer den Grossen Preis von Aserbaidschan, 2018 im Mercedes. Vor einem Jahr, während seiner ersten Saison als Ferrari-Pilot, wurde er in Baku Achter.
Wenn Lewis Hamilton in einem Jahr nach Baku zurückkehrt, wird der Grand Prix kürzer sein – der Autosport-Weltverband FIA hat beschlossen, die maximale Renndistanz zu verkürzen.
Seit 2012 gilt bis heute: Ein Grand Prix führt über maximal 305 Kilometer oder zwei Stunden. Das ist ab 2027 nicht mehr möglich, weil dann eine veränderte Gewichtung in Kraft tritt zwischen elektrischer Energie und der Leistung vom Verbrenner, dazu wird eine höhere Benzinflussmenge erlaubt.
Dies führt zu mehr Spritverbrauch und hätte eigentlich bedingt, dass die Rennställe grössere Tanks in die Autos einbauen. Das widerspricht jedoch dem Grundgedanken des Reglements, denn im Reglement mit Kostendeckel ist auch verankert, dass die Teams aus Kostengründen mit baugleichem Chassis weitermachen können.
Als die 2026er Autos konstruiert wurden, war noch nicht davon die Menge, dass ab 2027 mehr Sprit verbraucht wird.
Daher gilt ab 2027: Nicht mehr Maximaldistanz von 305 Kilometern, sondern maximal 290 km. Je nach Rennstreckenlänge bedeutete dies eine Verringerung der Rennrundenzahl um 3 bis 5 Runden.
Mögliche Ausnahme: Monaco, wo die Renndistanz trotz 78 Runden lediglich 260,286 km beträgt.
Damit soll verhindert werden, dass die Grand Prix a) zu Spritspar-Veranstaltungen verkommen, in welchen die Fahrer verzweifelt versuchen, mit begrenztem Kraftstoff über die Runden zu kommen und/oder b) Autos zum Schluss der WM-Läufe ohne Sprit stehenbleiben.
Ferrari-Superstar Lewis Hamilton hat dafür kein Verständnis. Der Brite sagt im Fahrerlager des Baku City Circuit: «Die Grands Prix sind körperlich viel weniger anspruchsvoll als früher, wenn überhaupt, dann hätten wir die Läufe verlängern sollen. Das ist doch total sinnlos.»
«Das finde ich auch aus Sicht der Reifen, die wir verwenden. Hier in Baku haben wir die weichsten drei Mischungen zur Verfügung, aber die halten so gut wie die ganze Renndistanz aus. Weil im Grand Prix mindestens zwei verschiedene Mischungen verwenden müssen, haben wir dann oft Einstopp-Rennen – besonders herausfordernd ist das nicht.»
«Es gab in diesem Jahr einige Rennen, in welchen ich mir vor dem Ziel gewünscht hätte, sie würden ein wenig länger dauern. Also wird nun genau das Gegenteil dessen getan, was ich gut fände.»
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