Schnelle Dame aus Schwaben: Katja Poensgen feiert einen runden Geburtstag
Frauen auf ihr Alter anzusprechen, ziert sich nicht. Dennoch trauen wir uns, Renn-Lady Katja Poensgen zu ihrem 50. Geburtstag zu gratulieren. Ihr Herz hängt nach wie vor an Motorrädern.
Katja Poensgen erblickte am 23. September 1976 in Mindelheim im Unterallgäu das Licht der Welt. Demzufolge feiert sie am heutigen Mittwoch einen runden Geburtstag mit einer Null hinten dran.
Durch ihren Vater Bert Poensgen, dem ehemaligen langjährigen Vertriebs- und Rennchef bei Suzuki Deutschland wurde sie frühzeitig mit dem Motorsport-Virus infiziert. Ebenso wurde sie in jungen Jahren zur Heppenheimerin, denn dort befand sich viele Jahre die deutsche Suzuki-Motorrad-Niederlassung.
Wie so viele andere Rennfahrer und Rennfahrerinnen der 1990er-Jahre kam sie über den 1993 eingeführten ADAC Junior Cup zum Racing. 1995 feierte sie ihre ersten großen Erfolge. Auf die ersten Podestplätze folgte in jenem Jahr ihr erster Rennsieg und am Saisonende hieß die Gesamtsiegerin Katja Poensgen. Im Titel-Dreikampf hatten die späteren 125er-Grand-Prix-Fahrer Reinhard Stolz und Steve Jenkner das Nachsehen.
Die Weltmeisterschaft war dann auch das erklärte Ziel von Katja Poensgen, doch da sie früh auch mit großvolumigen Motorrädern in Berührung kam, wollte sie sich nicht ins 125er-Fahrwasser begeben.
1998 gewann sie auf einer BMR-Suzuki die Supermono-Europameisterschaft und ein Jahr später triumphierte sie sogar in Daytona, wo sie ebenfalls mit einer Einzylinder-Maschine erfolgreich war.
Nach einem Jahr (2000) in der Superstock-750-Europameisterschaft erfüllte sie sich 2001 endlich ihren Traum und sie ging in der Viertelliter-Klasse der Motorrad-WM an den Start. Die Saison begann sie mit dem Team Racing Factory von Dieter Theis. Beim Regenrennen in Mugello lieferte sie dann ihr Meisterstück ab, indem sie als 14., unter anderem vor ihren deutschen Kollegen Klaus Nöhles (16.) und Alex Hofmann (18.), ins Ziel kam. Damit ging sie als erste und einzige Frau in die Geschichte ein, die in der «Mittelklasse» WM-Punkte erringen konnte. Gegen Saisonmitte wechselte sie aus Budget-Gründen und nach einem handfesten Streit mit Dieter Theis ins australische Shell-Advance-Team.
Nach einer Saison WM-Pause bzw. einem Alternativ-Jahr in der Superstock-1000-EM kehrte sie 2003 mit dem Team Arie Molenaar Honda in die WM zurück. Wenngleich es nicht für einen ähnlichen Husarenritt wie 2001 reichte, war sie auch nur selten Letzte. Dennoch endete am Saisonschluss ihre Grand-Prix-Karriere, nicht zuletzt wegen erneuter budgetärer Probleme.
Motorrad fuhr sie aber weiterhin, zum Beispiel in der IDM Superstock. 2012 wurde sie in der FIM e-Power International Championship auf einer Münch TTE-2 Vize-Weltmeisterin.
Später schnupperte sie im Porsche Cup auch mal in den Vierrad-Sport, doch ihr Herz hängt nach wie vor an Motorrädern und der Motorradsport-Szene. Heutzutage ist sie unter @lakatja98 auf Social Media eine echte Nummer.
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