Superbike WM • Neu
Heimrennen für Yamaha-Ass Andrea Locatelli: Die Hoffnung stirbt zuletzt
Zwei Runden vor Ende der Sportbike-WM 2027 trennen sich die Wege von Kas Beekmans und VLR Suzuki. Während der BSB-Champion am Boden zerstört ist, geht für Indi Schunselaar ein Traum in Erfüllung.
Glück und Leid liegen oft sehr nah beieinander, so wie wenige Tage vor dem Meeting der Sportbike-WM 2027 in Cremona bei Kas Beekmans und Indi Schunselaar. Weil Beekmans die für die letzten zwei Events vereinbarte Mitgift bei seinem Suzuki-Team VLR Racing nicht zahlen kann, schaute sich Teammanager Kevin van Leuven nach einem zahlungskräftigen Ersatz um – und fand Schunselaar.
Leicht fiel van Leuven die Bekanntgabe der Trennung vom 22‑Jährigen nicht, mit dem er vor einem Jahr die britische Sportbike-Serie gewann und anschließend den Aufstieg ins Paddock der seriennahen Weltmeisterschaft wagte. Platz 5 im zweiten Lauf in Assen blieb das beste Saisonergebnis von Beekmans. VLR schließt eine spätere Zusammenarbeit nicht aus. «Es ist sehr schade, dass wir die Saison nicht gemeinsam beenden können», bedauerte der Teammanager. «Langfristig gesehen ist dies jedoch die richtige Entscheidung, und wir hoffen, dass Kas die richtigen Partner findet, um bis 2027 weiter an Wettbewerben teilzunehmen. Meiner Ansicht nach hat er gezeigt, dass er definitiv auf Weltniveau mitfahren kann. Kurzfristig werden wir als Team alles tun, um Indi bei den letzten beiden Rennen der Saison zu unterstützen und ihm diese einzigartige Gelegenheit zu bieten, weitere Erfahrungen in der Sportbike-WM zu sammeln.»
Für Beekmans bricht derweil eine Welt zusammen. «Nach allem, was wir durchgemacht und erreicht haben, ist es hart, dass Geld der Grund ist, warum es vorerst vorbei ist», stöhnte der Niederländer. «Nachdem ich in meiner Rookie-Saison die BSB-Meisterschaft gewonnen hatte, bin ich direkt in eine Weltmeisterschaft eingestiegen und habe alles erlebt, was damit einherging. In meinem allerersten WM-Rennen stand ich in der ersten Startreihe und lag in den ersten Kurven in Führung, und bei meinem Heimrennen war ich dem Podium so nahe. Das sind Momente, die ich nie vergessen werde.»
Beekmans weiter: «Es ist schwer zu akzeptieren. Denn wir haben gekämpft, dazugelernt und gezeigt, dass wir es verdient hatten, dabei zu sein. Der Rennsport ist in dieser Hinsicht grausam: Man kann härter arbeiten als je zuvor, alles geben, die Ergebnisse und das Potenzial haben. Aber wenn die Finanzierung fehlt, spielt all das keine Rolle, weil man gar nicht erst an den Start gehen kann. Ich bin völlig am Boden zerstört. Ich bin frustriert, ich bin wütend.»
Beim erst 16‑jährigen Schunselaar ist die Gefühlslage naturgemäß umgekehrt. Nach seinem Gaststart mit Yamaha in Assen (Plätze 20 und 22), kommt er nun mit Suzuki zu zwei weiteren Einsätzen in der Weltmeisterschaft. «Ich bin sehr stolz darauf, für VLR Racing an den Start zu gehen. Das ist eine fantastische Gelegenheit, mich als Fahrer weiterzuentwickeln und neue Erfahrungen zu sammeln. Ein riesiges Dankeschön an das Team für diese Chance – ich werde alles geben! Ein ganz großes Dankeschön an meine Eltern und Sponsoren – ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.»
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