Großes Rookie-Gerangel: So schlagen sich die MotoGP-Piloten von übermorgen
In der laufenden Saison der Moto3-WM geht es wild – und dank etlichen erstklassigen Neulingen – sehr jung zu. Gleich fünf Rookies haben sich in den Top-10 festgesetzt. Ein Überblick zum Nachwuchs.
Das Erfolgskonstrukt aus Red Bull-Rookies-Cup und Junioren-WM mit Moto3-Bikes liefert beständig neue Großtalente im GP-Fahrerlager ab. Die Kampagne 2026 nahmen nicht weniger als zehn Neueinsteiger in Angriff, wobei, um korrekt zu sein, mit Urirate, Danish, O'Gorman und Cruces schon mehrere Piloten als Ersatz in der kleinsten WM-Klasse ausgeholfen hatten.
Dass die Youngster allesamt schnell sind, ist keine Überraschung, die Beständigkeit, mit der etliche Neueinsteiger an der Spitze mitfahren, dagegen schon. Mit dem Start der Saison verblüffte etwa Veda Pratama. Aus dem Stand wirbelte der Indonesier an der Weltspitze mit. Platz 4 im ersten Qualifying, Fünfter beim Debüt und das erste Podest beim zweiten Rennen – und das auf der in Summe auf schwächeren Moto3-Maschine von Honda. Bislang verpasste Pratama nur dreimal WM-Punkte; in der WM rangiert der Honda-Asia-Pilot auf Position 6 – und ist damit nur drittbester Neueinsteiger!
Direkt vor dem Asiaten fährt der Argentinier Marco Morelli. Der letztjährige Kontrahent im Red Bull Rookies Cup ist Teamkollege von WM-Leader Maximo Quiles. Der Südamerikaner profitiert auch von der immensen Erfahrung des Aspar-Teams. In der ersten Jahreshälfte holte der Rookie schon drei Podestplätze, den ersten mit Platz 2 vor Pratama in Brasilien. Morelli ist schon jetzt gesetzt bei Asp für 2027 – und Titelanwärter.
Gleiches gilt für Brian Uriarte, der als Vierter der Tabelle bester Moto3-Rookie ist. Der Spanier, Sieger bei den Red Bull Rookies 2025 und Pilot in der Struktur von Niklas Ajo, schaffte das, was 2026 nur ein weiterer Neuling schaffte – gewinnen. In Mugello war niemand schneller als Brian Urirate, doch noch beeindruckender war der Auftritt am Sachsenring in Deutschland. Dort besiegt er auf dem Weg zum zweiten Sieg in einem harten, aber fairen Duell Maximo Quiles. Die nähere Zukunft des Riesentalents ist gesichert. Auch 2027 sitzt Uriarte auf der Red Bull-KTM.
In der WM-Tabelle «nur» auf Rang 8 rangiert der zweite Rookie-Siegfahrer. Hakim Danish, der 2025 erste WM-Einsätze fuhr, gewann nach beeindruckender Fahrt in Brünn. Dazu kamen P3 in Mugello und Beständigkeit – nur zwei Rennen beendet der Malaysier aus der Mannschaft von MSi nicht. Während Danishs Teamkollege Yamanaka seine Position für 2027 an Valentin Perrone abtreten muss, startet der Asiate auch in der kommenden Saison für das spanische Spitzenteam.
Ebenfalls noch in den Top-10 der Moto3-WM findet sich nach einem Dutzend Rennen Rico Salmela. Nach etlichen Matches, bei denen der Finne in der Spitzengruppe fuhr, ist ein Podestplatz überfällig. Die Bewährungsprobe hat Salmela längst bestanden, 2027 wechselt er von Tech3 zu KTM-Ajo.
Deutlich schwerer fällt es den anderen Neulingen, sich zu etablieren. Jesus Rios (Snipers-Honda), Adrian Cruces (CIP-KTM) und Casey O’Gorman (SIC58-Honda) folgen auf den WM-Rängen 17–19. Leo Rammerstorfer aus Österreich zeigte starke erste Rennen, fiel dann aber wieder ins hintere Feld zurück. Der einzige deutschsprachige Athlet im GP-Fahrerlager holte bislang vier WM-Punkte, ist damit 24. der Tabelle. Letzter der zehn Rookies ist der von Ex-MotoGP-Werksfahrer Nobu Aoki betreute Zen Mitani. Der Japaner brillierte 2025 mit Podestplätzen im Rookies-Cup, doch auf der WM-Bühne holte Mitani bislang nur zwei Zähler.
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