Krankenstation von Intact GP: Teamchef Öttl exklusiv über die prekäre Lage
Das Team Liqui Moly Dynavolt Intact GP trat 2026 an, um beide Fahrer in der Moto3-Weltmeisterschaft in die Top-3 zu bringen. Verletzungen und Krankheiten machten einen Strich durch die Rechnung.
David Munoz hat sich bei seinem Sturz am 7. Juni im Moto3-Grand-Prix in Ungarn die Hüfte gebrochen, in einer zweiten Operation wurde die Speiche im linken Unterarm gerichtet. Der Intact-Pilot arbeitet seither intensiv an seiner Genesung, am 8. Juli
David Munoz fällt für unbestimmte Zeit aus
Seit dem Deutschland-GP am 12. Juli ist in der MotoGP Sommerpause, am Wochenende 7. bis 9. August geht es auch in der Moto3-WM im englischen Silverstone weiter. Dass Munoz dann wieder dabei sein wird, ist unwahrscheinlich. «Seine Fortschritte sind sehr gut, er hegt große Hoffnungen auf ein baldiges Comeback», sagte Intact-Teammanager Peter Öttl gegenüber SPEEDWEEK.com. «Wann das sein wird, kann ich aber nicht sagen. Mir ist es lieber, er kuriert es so weit aus, dass er einen sicheren Eindruck auf dem Motorrad macht, als zu früh zurückzukommen und nicht performen zu können. Es geht um keine Weltmeisterschaft, sondern darum, dass er gesund wird und dann auf einem guten Level Motorrad fährt.»
Auf dem Sachsenring musste die Memminger Intact-Mannschaft gleich auf beide Fahrer verzichten, denn neben dem verletzten Munoz war der damalige WM-Dritte David Almansa am Samstag mit einer neuerlichen Halsentzündung gezwungen, das Handtuch zu werfen. Ihn bezeichnet Öttl als «so weit und für den Moment gesundet».
Das Team Liqui Moly Dynavolt Intact GP trat 2026 an, um die Moto3-Weltmeisterschaft mit Almansa und Munoz in den Top-3 zu beenden, zur Sommerpause liegen sie auf den Gesamträngen 5 und 10. Zuletzt kam mehrfach Marcos Uriarte als Ersatz zum Einsatz.
Dieser Traum ist leider geplatzt, wir können uns aber nichts vorwerfen.intact-teammanager peter öttl
«Wir versuchen immer das Beste aus der Situation zu machen und den bestmöglichen Ersatzfahrer zu finden», betonte Öttl. «Aber alle guten Fahrer sind natürlich in einem Team unter Vertrag. Und die jungen Fahrer sind entweder wegen Terminüberschneidungen mit dem Red-Bull-Rookies-Cup oder dem Nichterreichen des Mindestalters von 18 Jahren nicht verfügbar. Im August sind zwei Rennen, die nicht mit dem Rookies-Cup überschneiden. Marcos Uriarte machte einen ordentlichen Job, wir sind aber limitiert, was die Resultate betrifft. Deshalb ist mein Gedanke, dass ich möglicherweise einem Rookies-Cup-Fahrer, der 18 Jahre alt ist und Erfolge vorzuweisen hat, eine Chance gebe. Diesen Weg werde ich verfolgen.»
Das lag nicht in den Händen des Teams
«Die Motivation am Leben zu erhalten, ist ein wichtiger Teil», bemerkte der Teammanager aus Ainring bei Salzburg. «Die eingetretene Situation, verletzter oder kranker Fahrer, lag nicht in unserer Hand. Natürlich gingen wir mit dem Wissen in die Saison, dass wir zwei Fahrer haben, von denen jeder Weltmeister werden kann. Dass dies eine Saison wie bei uns im Moto2-Team werden könnte, mit beiden Fahrern in den Top-3 (Manuel Gonzalez und Senna Agius – der Autor). Dieser Traum ist leider geplatzt, wir können uns aber nichts vorwerfen. Dann muss man sagen, dass man den bestmöglichen Ersatzfahrer suchen und finden und ihm maximale Unterstützung geben muss. Das ist unsere Motivation. Der nächste Schritt, um diese hochzuhalten, ist, einen jungen Fahrer zu probieren und zu schauen, was wir mit ihm erreichen können. Klar ist das nicht vergleichbar mit dem Kämpfen um Grand-Prix-Siege. Man muss seine Ansprüche herunterschrauben, denn mit einem 18-jährigen Rookies-Cup-Fahrer können wir nicht GP-Siege anstreben. Unsere Sponsoren wissen das und sind auch immer gut informiert. Es kann in jedem Sport passieren, dass ein Fahrer verletzt ist, krank ist, ausfällt. Deshalb gibt es keine Garantie, was Ergebnisse betrifft, viele Dingen liegen nicht in deiner Hand. Man kann nur Voraussetzungen für gute Ergebnisse schaffen.»
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