Mercedes-Teamchef Toto Wolff betont: «Wir haben Grund, verärgert zu sein»
George Russell musste in Monaco 2 Strafen hinnehmen. Gegen diese kann Mercedes nichts mehr unternehmen. Das ist ärgerlich, weil Alpine mit Erfolg gegen die Strafen von Pierre Gasly vorgegangen ist.
Die Untersuchung der beiden Monaco-Zeitstrafen, die Gasly wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse kassiert hatte, brachte zu Tage: Beim Rennen im Fürstentum in der vergangenen Woche wurde die Boxengasse falsch vermessen. Genau genommen waren es 77 cm Abweichung, die zu den beiden Zeitstrafen des Franzosen geführt haben, die zunächst weitreichende Folgen hatten. Die zehn Strafsekunden, die Gasly nach dem Rennen aufgebrummt wurden, warfen ihn von Platz 3 auf Rang 7 zurück.
Das Team nutzte die Gelegenheit, eine zweite Überprüfung zu fordern, und das war nur möglich, weil Gasly die Strafen noch nicht abgeleistet hatte. Mehrere Piloten teilten das Schicksal des Alpine-Fahrers, leisteten ihre Strafen aber ab. Und dem Formel-1-Regelwerk entsprechend, können die abgeleisteten Strafen von den Regelhütern nicht rückgängig gemacht werden.
Im Gasly-Urteil hielten die Rennkommissare fest, «dass einige der Bestraften ihre Strafen verbüsst haben, was sich bedauerlicherweise auf die Rennstrategien und ihr Ergebnis ausgewirkt hat. Es wird zweifelsohne Fragen geben, ob diese Verstösse tatsächlich vorlagen. Es gibt keine Regelung, die den Rennkommissaren die Möglichkeit einräumt, eine verbüsste Strafe rückgängig zu machen. Und es ist unvorstellbar, wie eine solche Möglichkeit umgesetzt werden sollte. Bemerkenswert ist, dass keine andere Partei fristgerecht einen Antrag auf Überprüfung eingereicht hat.»
Mercedes-Teamchef Toto Wolff erklärte in der FIA-Pressekonferenz am Freitag in Barcelona, dass man rechtlich prüfe, was im Falle von George Russell getan werden kann. Denn der Brite hatte auch eine 5-sec-Zeitstrafe kassiert – und weil diese nicht korrekt abgeleistet wurde, gabs dazu noch eine Durchfahrtsstrafe für den Sternfahrer, der damit aus den Punkten fiel und einen schmerzlichen Nuller hinnehmen musste.
Wegen Gasly-Urteil: Chance für George Russell?
Auf die Frage, ob Mercedes eine Chance sehe, das Ergebnis für Russell zu ändern, sagte der Wiener: «Ich denke, die Gespräche gehen definitiv weiter, aber ich habe gerade mit unseren Anwälten telefoniert, und wir müssen auch prüfen, was wir für George tun können. Wenn die Durchfahrtsstrafe nicht verhängt worden wäre, hätte das einer Zeitersparnis von 20 Sekunden im Rennen entsprochen. Was hätten 20 Sekunden für sein Ergebnis bedeutet? Ob ich glaube, dass wir realistisch gesehen eine Chance haben, das Ergebnis zu revidieren? Ich glaube nicht. Aber wir müssen es auf jeden Fall versuchen, wenn es auch nur die geringste Chance gibt, und ihn auf Platz 3 oder Platz 4 zurückbringen, je nachdem, was wir berechnet haben.»
Der 54-Jährige sagte auch: «Wir alle können daraus lernen, denn das war nichts, was erst am Sonntag aufgetaucht ist. Darauf wurde bereits vorher hingewiesen. Für uns als Team und insbesondere für George hat das massive Auswirkungen. Er hatte ein schwieriges Qualifying, aber er hat sich wieder ganz nach vorne gekämpft, und ganz klar: Ohne die Strafe, ohne dass wir sie nicht korrekt verbüsst hätten, wäre das Ergebnis seines Rennens ein ganz anderes gewesen.»
«Ob er es auf das Podium geschafft hätte oder nicht, ist eine andere Frage, aber ein anderes Ergebnis hätte Auswirkungen auf seine WM-Situation gehabt. Und deshalb ist es bedauerlich. Wir prüfen gerade, wie sich die Situation um Gasly auf George auswirkt. Natürlich gibt es gewisse zeitliche Einschränkungen, aber wir möchten, dass die FIA prüft, was man machen kann. Ich denke, es gibt zeitliche Einschränkungen und andere rechtliche Zwänge. Aber wir haben Grund, verärgert zu sein. Und ich wünschte, wir hätten diese Gespräche vor dem Rennen am Sonntag führen können», stellte Wolff ausserdem klar.
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