Pit Beirer (KTM) über Acosta: «Speed, Ruhe, keine Fehler – richtig stark!»
Ausnahmetalent Pedro Acosta stach auch beim letzten GP in Ungarn heraus. KTM-Sportchef Pit Beirer ist noch immer beeindruckt von den Rennen des besten RC16-Piloten – der das Team Ende 2026 verlässt.
Für KTM Factory Racing bedeutete der Ungarn-GP am Plattensee weit mehr als nur zwei zweite Plätze durch Pedro Acosta. Die Zielankunft des Youngsters jeweils hinter Marc Marquez half über die letzten beiden Events hinwegzutrösten. Vor allem der Catalunya-GP hatte Spuren hinterlassen. Es kostete viel Energie, um die technischen Defekte aufzuarbeiten. Auch die Enttäuschung nach null Punkten im GP saß tief – auch weil Acosta alle drei Rennabschnitte des außergewöhnlich dramatischen Sonntagsrennens angeführt hatte. Bitter auch Mugello.
KTM-Rennsportchef Pit Beirer im Rückblick zu Platz 6 im Großen Preis von Italien: «In meinen Augen war der GP von Pedro in Mugello eine seiner besten Leistungen überhaupt. Als Sechster auf dem Papier wirst du halt nicht wahrgenommen – aber wir konnten in der Nachbereitung sehen, wie stark er war. P6 mit einer stumpfen Waffe war außergewöhnlich.»
Nur Tage später lief Pedro Acosta dann zu noch besserer Form auf. Der 22-Jährige kam besser als Marc Marquez in Runde 8 der WM, verlor die Pole dann aber an den Weltmeister. In den Rennen waren es dann auch nur die beiden Spanier, die für den Sieg in Frage kamen. Dass sich der junge Herausforderer am Ende zweimal hinter dem Neunfach-Champion anstellen musste, war alles andere als eine Schande, wie Pit Beirer unterstrich.
«Wenn Pedro in beiden Rennen mit einem Marc Marquez um den Sieg kämpft und die beiden dem Dritten im GP-Rennen zehn Sekunden abnehmen, dann ist das aller Ehren wert. Es war ein weiterer Beweis, welch starken Job Pedro zurzeit macht», lobte Pit Beirer im Nachgang des Balaton-GP.
Der Verantwortliche der Rennabteilung in Munderfing mit der Begründung zur Weltklasseleistung: «Um zu verstehen, wie stark Pedro wirklich war, muss man das gesamte Wochenende anschauen. Er war aus dem Stand da. Wie zuletzt hat er sich sicher und fehlerfrei ins Q2 gefahren. Das Bike in der Quali dann in Reihe 1 zu stellen, half extrem. Wenn du schon mal ganz vorne stehst, hast du einfach andere Möglichkeiten. Und dazu zwei Rennen mit maximalem Speed und Ruhe zugleich, von Anfang bis Ende, wieder ohne einen Fehler im Duell mit Marc. Das war ganz stark.»
Beirers Fazit: «Pedro hat es geschafft, sein Bike drei Tage komplett am Limit zu bewegen und das Bestmögliche aus der Situation zu machen. Und – dazu hatte er den Speed, sich hart, aber fair mit Marc Marquez zu matchen, und die Größe, im richtigen Moment zu verstehen, dass es Platz 2 wird. Die Versuchung, es in dieser Situation zu übertreiben und das Bike wegzuschmeißen, ist enorm hoch.»
So souverän und beeindruckend der Auftritt von Pedro Acosta auch am Balaton war, so wenig überragend lief es für die anderen drei KTM-Piloten. Während sich «PA37» wieder an WM-Rang 3 heranschob, endete Bastianini nach doppelter Long-Lap auf Rang 9 vor Brad Binder. Maverick Vinales wurde sehr bescheidener 15.
Mit Blick auf 2027 eine Situation, die KTM wenig euphorisch stimmt. Denn Frontmann Acosta wird in der neuen 850er-Ära der MotoGP im Team Ducati Lenovo ausrücken, auch Enea Bastianini wird KTM verlassen. Noch nicht entschieden ist die Zukunft der beiden Routiniers Binder und Vinales.
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