2. Training Barcelona: Norris 1., Verstappen P6, Hamilton/Ferrari in Sorge
Zweites freies Training zum Grossen Preis von Barcelona-Catalunya: Weltmeister Lando Norris erzielt mit seinem McLaren Bestzeit, vor Russell und Piastri. Schwache Darbietung von Ferrari.
Nach dem Schaulaufen der Ersatz- und Nachwuchsfahrer im ersten Training (sieben Stammfahrer nicht im Einsatz) hatten die zweiten 60 Trainingsminuten mehr Aussagekraft – alle 22 GP-Piloten in den Autos.
Mercedes war als Favorit ins Barcelona-Training gegangen, im ersten Trainings hatte George Russell die Nase vorn, vor Oscar Piastri im McLaren und Charles Leclerc im Ferrari. Die Fans waren gespannt darauf zu erleben, ob Ferrari mit acht Verbesserungen vorrücken kann (unter Anderem an Flügel, Unterboden, Seitenkästen, Heck). Es ist das erste markante Update am roten Rennwagen seit Miami.
Das zweite Training begann bei 30 Grad Lufttemperatur, der Asphalt 50 Grad warm. Die ersten auf der Bahn: jene Stammfahrer, die im ersten Training zugucken mussten, wie Pérez, Hülkenberg und Hamilton.
Charles Leclerc hatte im ersten Training Bremsscheiben von Carbon Industries ausprobiert; mit denen fährt Hamilton seit Japan, weil der Brite damit angeblich mehr Bremsgefühl hat als mit Brembo. Leclerc behielt diese Bremsen fürs zweite Training. Der Wechsel des Materials wird von Ferrari nicht thematisiert.
Frühe Bestzeit für Max Verstappen, vor Leclerc, Norris und Antonelli. Dann übernahm Vorjahressieger Piastri das Kommando. McLaren übrigens auch in Spanien mit der Sonderlackierung zum 1000. F1-Einsatz. Alle Fahrer zu diesem Zeitpunkt mit mittelharten Pirelli-Reifen (gelb markiert).
Mercedes-Ass Russell rückte auf P2 hinter Piastri, WM-Leader Kimi Antonelli eierte zur gleichen Zeit in Kurve 10 neben die Bahn, aber ausser dem Stolz wurde nichts verletzt.
Valtteri Bottas nach 15 Minuten noch nicht auf der Bahn: im Cadillac machte die Steuer-Elektronik des Ferrari-Motors Mucken.
Dann gelbe Flagge: Bei der Einfahrt zur Piste blieb der Racing Bulls-Wagen von Liam Lawson stehen. Der Neuseeländer am Funk: «Der Motor ist aus.» Und liess sich auch nicht wieder in Gang bringen. Lawson nahm da Lenkrad ab und steckte es wieder auf, in der Hoffnung, dass dies eine Verbesserung bringt. War aber nicht so.
Nochmals Lawson: «Alles aus, auf dem Display steht Motor stopp. Ich kann nicht schalten, ich glaube, mein Getriebe ist kaputt, Mist!»
Nach 22 Minuten Verstappen unterwegs auf weichen Walzen (rot markiert), aber nur eine Zehntelsekunde schneller als zuvor auf mittelharten Reifen. Die Stufe von mittelhart zu weich müsste eigentlich im Bereich von vier, fünf Zehntelsekunden liegen.
Nico Hülkenberg rückte nach 26 Minuten hoch auf P6 (mit weichen Reifen), noch immer keine Runde von Bottas im Cadillac. Bottas’ Stallgefährte Pérez schlitterte von der Bahn.
Stand nach 30 Minuten: Piastri, Russell, Verstappen, Norris, Leclerc, Hadjar, Hülkenberg, Antonelli, Lawson und Sainz.
Wie üblich im zweiten Training in dieser Phase Versuche im Quali-Trimm, dann wieder zurück auf härtere Mischungen für Renn-Simulationen.
Charles Leclerc mit weichen Reifen dann hoch auf P2, 75 Tausendstel hinter Leader Piastri.
Alex Albon hatte Sorgen im Williams: «Dieses Autos gibt mir kein Gefühl, ich fühle mich wie abgekoppelt, ich muss verstehen, was hier vor sich geht.»
George Russell übernahm dann die Spitze, 289/1000 vor Piastri. Weiter hinten kleines Privatduell zwischen Hadjar und Alonso, der Pariser ziemlich trödelig bei der Boxenausfahrt. Die FIA ermittelte, wegen Überfahrens der weissen Linie, der zweifache Champion wird nach dem Training bei den Rennkommissaren antraben müssen.
Piastri mit einem neuen Versuch, nun lediglich 48 Tausendstel hinter Leader Russell, dann Norris Schnellster – McLaren besser aufgestellt hier als zuvor in Montreal und Monte Carlo.
Lewis Hamilton zu diesem Zeitpunkt nur auf P9: «Etwas stimmt nicht mit dem Heck des Wagens, ich habe die ganze Zielgerade hinunter aufgesetzt.» Antwort von seinem Renningenieur: «Das kann an der geänderten Windrichtung liegen.»
Auch Antonelli hatte Sorgen: eine halbe Sekunde hinter seinem Mercedes-Stallgefährten Russell, nicht normal.
Max Verstappen beklagte sich über das Fahrverhalten mit den harten Reifen: «Ich rutsche hier nur herum, so machte das keinen Sinn, ich komm an die Box.»
Auch an die Box kommen sollte Lando Norris. Sein Renningenieur Will Joseph meldete sich am Funk: «Lando, es tut mir leid, wir haben vergessen, den Frontflügel zu justieren, willst du reinkommen?» Eine Antwort erhielten wir nicht zu hören.
Hadjar regte sich über Pérez auf, der ihn zusammenschnitt. Isack: «Wieso macht der Kerl das? Weiss er, was auf der Bahn los ist? Hat er mich nicht gesehen oder was?» Offenbar nicht.
Fazit des zweiten freien Trainings: Wir haben das echte Kräfteverhältnis noch nicht gesehen.
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