Neues Rätsel Racing-Raritäten: Wunderkind spielt hier nur die zweite Geige
Dieses Rennsport-Wunderkind musste beim zweiten Einsatz feststellen: Er spielt nur die zweite Geige. Wer ist das? Wo und wann wurde diese Aufnahme geschossen? Machen auch Sie mit!
Meist aus dem Archiv unserer Foto-Partner XPB und Grand Prix Photo stellen wir jede Woche ab Dienstag ein kleines Stück Motorsport-Historie vor. Sagen Sie uns, wer zu erkennen ist (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und rätseln Sie um die Ehre mit – zu gewinnen gibt es nichts. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist Sonntag der laufenden Woche, um 24.00 Uhr.
Die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen sind ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die im Rahmen des Rätsels übermittelten Daten werden ausschliesslich zur Durchführung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Beim neuen Rätsel gilt der Hinweis: Er galt als Wunderkind im Motorsport, aber schon bald wurde klar – er spielt nur die zweite Geige.
Unser Tipp für die letzte Aufgabe lautete: Er fuhr im Rot von Ferrari und von Alfa Romeo, aber nicht auf unserem Bild. Zu sehen ist der Italiener Nanni Galli mit seinem March am GP-Wochenende von Monza 1971
Am Samstagnachmittag, 12. Oktober 2019, hat der Italiener Giovanni Giuseppe Gilberto Galli für immer die Augen geschlossen. Der Rennfahrer mit dem leuchtend gelben Helm, von allen nur «Nanni» genannt, war Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre einer der verlässlichsten Sportwagenfahrer der Welt. In der Formel 1 hat der am 2. Oktober 1940 in Bologna geborene Galli den Durchbruch nie ganz geschafft.
«Nanni» (eine in Italien gebräuchliche Koseform von Giovanni) begann gegen den Willen seiner Eltern eine Rennkarriere. Der Vater, ein angesehener Industrieller, hätte ihn lieber in seiner Textil-Firma gesehen. Galli war ein Spätzünder: Erst mit 20 Jahren sass er im Go-Kart. Mit 24 stieg er in den Automobilsport ein und bestritt mit einem 500er Steyr-Puch erste Rennen – prompt holte er sich den ersten von zahlreichen Tourenwagentiteln.
Von den Erfolgen ermutigt, erstand Galli einen Mini Cooper und fuhr in der 1100er Klasse die Gegner in Grund und Boden: zehn Rennen, zehn Siege, noch ein Titel.
Ein Jahr später ging Galli mit jener Marke an den Start, für welche er die grössten Erfolge seiner Karriere erzielen sollte – mit Alfa Romeo.
Nanni bewegte eine Alfa Romeo Giulia GTA, 1967 holte ihn Autodelta (die Rennabteilung von Alfa Romeo) und machte ihn zum Werksfahrer.
Während dieser Zeit versuchte sich Galli auch im Einsitzer, in der Formel 2 und mit einem privat eingesetzten Brabham. 1968 wurde er bei der legendären Targa Florio zusammen mit Ignazio Giunti Zweiter hinter dem Porsche-Duo Vic Elford und Umberto Maglioli.
1970 folgte der Sprung in die Formel 1. In Monza konnte er sich mit einem McLaren-Alfa nicht qualifizieren. Galli hatte in der Formel 1 selten gutes Material. 1971 trat er mit March zu neun GP-Wochenenden an. Highlight – Rang 11 in England.
1972 fuhr er den jämmerlichen Formel-1-Tecno. Als Ersatzmann für Clay Regazzoni in Frankreich durfte er einen Ferrari lenken, wurde aber nur Dreizehnter.
1973 sahen wir ihn zum letzten Mal in der Formel 1, im Team von Frank Williams. Bestes Ergebnis: Rang 9 in Brasilien.
Bei Alfa Romeo fuhr er Anfang der 70er Jahre weitere solide Sportwagenergebnisse ein, aber 1974 hatte er Anderes im Kopf: Er hängte den Helm an den Nagel und setzte um, was sich sein Vater immer gewünscht hatte – dass er das Familienunternehmen weiterführen möge.
Bis zu seinem Tod tauchte Galli immer wieder bei Veranstaltungen mit historischen Rennfahrzeugen auf. Das Feuer für den Motorsport brannte bis zuletzt.
Nanni Galli wurde in Coiano südwestlich von Florenz zu Grabe getragen.
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