Welche Schreckens-Szenarien wir über die neue Formel 1 alle gehört hatten. Stattdessen haben wir in Australien einen unterhaltsamen Grand Prix erlebt. Wo stehen wir mit diesen neuen Rennwagen?
Seit 1950 zieht die Formel 1 Millionen von Fans in ihren Bann. In keinem anderen Sport liegen Triumph und Tragödie so dicht beisammen. Es gab aber auch immer wieder merkwürdige Momente im Grand-Prix-Sport, über die wir in einer losen Serie berichten.
Werbung
Werbung
Monza (Italien), 2. September 1956 Die Ausgangslage vor dem achten und letzten Formel-1-WM-Lauf 1956 im Speed-Tempel von Monza: Ferrari-Star Juan Manuel Fangio führte mit 30 Punkten, gefolgt von seinem Stallgefährten Peter Collins mit 22. Gemäss des damaligen Reglements konnte der junge Engländer den Fahrer aller Fahrer aus Argentinien noch einholen – in den 50er Jahren gab es für einen Sieg acht Zähler sowie einen zusätzlichen Punkt für die schnellste Rennrunde.
Ungefähr zur Mitte des Rennens rollte Fangio an die Box: kaputte Lenkung. Die Mechaniker machten sich an die Reparatur, der grosse Champion sass geknickt auf der Boxenmauer. Da kam Lokalheld Luigi Musso gefahren. Natürlich wurde er – was damals vom Reglement her noch erlaubt war – gebeten, seinen Wagen an Fangio abzugeben. Musso weigerte sich.
Werbung
Werbung
15 Runden vor Schluss des Rennens kam Collins herein, um sich frische Reifen abzuholen. Der Brite sah Fangio – und stieg zur Verblüffung des Ferrari-Rennstalls aus seinem Wagen!
Welche Schreckens-Szenarien wir über die neue Formel 1 alle gehört hatten. Stattdessen haben wir in Australien einen unterhaltsamen Grand Prix erlebt. Wo stehen wir mit diesen neuen Rennwagen?
Weiterlesen
Fangio brauchte einige Sekunden, um die Situation zu begreifen, dann schlug er Collins dankend auf die Schulter, sprang ins Auto, eroberte den zweiten Platz und damit seinen dritten Fahrer-WM-Titel in Serie. Peter Collins nach dem Rennen gelassen: "Juan Manuel ist nun 45 Jahre alt. Wer weiss, wie viele Chancen er noch erhalten wird, um einen Titel zu holen. Ich habe noch das ganze Leben vor mir, schliesslich bin ich erst 24."
Was der sportliche Collins nicht ahnen konnte: er hatte keine zwei Jahre mehr zu leben. Für einen Fahrfehler am Nürburgring 1958 musste er den höchsten Rennfahrerpreis bezahlen. Zu diesem Zeitpunkt war Fangio bereits zurückgetreten. Nach der Saison 1957 wurde es in der Formel-1-WM verboten, die Wagen und damit auch die Punkte zu teilen.
Werbung
Werbung
Der selbstlose Akt von Peter Collins ist bis heute unerreicht.
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.