Ungarn-GP 2025: Marquez unantastbar, viele Stürze bei der Balaton-Premiere
Vor zehn Monaten fanden die ersten Rennen der MotoGP auf dem frischen Balaton Park Circuit statt. Auch der Ungarn-GP war eine Angelegenheit für Dominator Marc Marquez. Etliche Konkurrenten patzten.
Am kommenden Wochenende geht es gleich wieder auf Punktejagd in der Motorrad-WM. Zum zweiten – und womöglich letzten Mal – gastiert der MotoGP-Zirkus am Plattensee. Denn die langfristigen Pläne in Ungarn drehen sich mehr um eine Rückkehr in die Hauptstadt. In Budapest wird bereits an einer Reaktivierung der Traditionsrennstrecke gearbeitet – in der Hoffnung, wesentlich mehr Fans an die Strecke zu bringen. Bei der Premiere 2025 kamen gut 80.000 Fans. Gut, aber zu wenig, um der Wachstumsstrategie zu folgen.
Vor dem Event 2025 gab es zudem viele Bedenken, ob die neue Anlage auch sportlich dem hohen Anspruch der MotoGP gerecht werden würde Begriffe wie «Go-Kart-Piste» machten die Runde. Doch während der Premiere lösten sich die Bedenken auf. Nach den ersten Runden auf der mit Schikanen gespickten Piste in Sichtweite des Plattensees hoben die allermeisten Piloten den Daumen. Nicht wenige lobten sogar den anspruchsvollen, sehr eigenen Charakter.
Allen vor Marc Marquez. Der Ducati-Lenovo-Pilot, der zum zweiten GP-Wochenende nach der Sommerpause als weit enteilter Tabellenführer gereist war, manövrierte sich im Stil eines großen Champions durch die Veranstaltung. In Steno: Platz 2 im Zeittraining – nur Pedro Acosta war 0,006 sec fixer –, Pole-Position, Sprint- und GP-Sieg. Applaus und abgehakt.
Hinter «MM93» ging es eng zu zwischen KTM- und Aprilia-Piloten. Zunächst schien es so, als ob Pedro Acosta dem Tabellenführer gefährlich werden könnte, doch nach einem Patzer im Q2 ging es nur von P7 los. Der Youngster ging viel Risiko und stürzte im Sprint. Besser lief es beim wichtigen GP. Acostos Aufholjagd endete erst auf Platz 2. Acosta, der als letzten Gegner Marco Bezzecchi hinter sich ließ und vier Sekunden hinter Marc Marquez über die Linie kam, hatte eines seiner besten Rennen überhaupt gezeigt.
Lust und Frust gleichermaßen gab es beim Balaton-Debüt für KTM-Kollege Enea Bastianini Der Tech3-Athlet hatte mit P4 sein bestes Q2 gezeigt, war voller Tatendrang und schied doch in beiden Rennen aus. Zweimal wurde «La Bestia» Opfer französischen Übermuts. Einmal räumte ihn Quartararo, einmal Zarco ab. Absolut bemerkenswert der Auftritt von KTM-Ersatzpilot Pol Espargaró: Beim Großen Preis von Ungarn steuerte der Vinales-Vertreter die RC16 an Quartararo und Bagnaia vorbei auf Rang 8.
Den besten Teamauftritt seit Neuaufstellung zeigte die Mannschaft von Aprilia Racing. Marco Bezzecchi hatte es im Q2 neben Marc Marquez in Reihe 1 geschafft. Nach einem schwachen ersten Start und Platz 7 im Sprint brachte Bezzecchi die RS-GP nach 26 Runden im GP auf Platz 3. Endgültig bestätigt wurde der Aufwärtstrend des Aprilia-Projekts durch Jorge Martin. Erst zuvor in Brünn nach XL-Verletzungspause in das Geschehen zurückgekehrt, fuhr der Spanier am Plattensee auf Platz 4 – es sollte in der Saison das beste Resultat des Champions von 2024 bleiben.
Für einen großen Lichtblick aus Honda-Sicht hatte Luca Marini gesorgt. Nach dem direkten Q2-Einzug schoss Rossis Halbbruder im Sprint auf Platz 4 und bestätigte seine Liebe zum 4070-Meter-Schikanen-Kurs mit Rang 5 auch am Sonntag.
Mit Blick in den Rückspiegel wäre in wenigen Tagen ein enges Match zwischen Aprilia, KTM und Honda keine Riesenüberraschung Und dass mit Marc Marquez immer zu rechnen ist, sobald er an die Lenkerstummel greift, versteht sich von selbst.
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