Rätsel Racing-Raritäten: Mann in Rot, aber nicht im Ferrari oder Alfa Romeo
Diese Fahrer trat im Laufe seiner Karriere im Rot von Ferrari und Alfa Romeo an, aber nicht auf unserem Foto. Wer ist das? Wo und wann wurde diese Aufnahme geschossen? Machen auch Sie mit!
Meist aus dem Archiv unserer Foto-Partner XPB und Grand Prix Photo stellen wir jede Woche ab Dienstag ein kleines Stück Motorsport-Historie vor. Sagen Sie uns, wer zu erkennen ist (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und rätseln Sie um die Ehre mit – zu gewinnen gibt es nichts. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist Sonntag der laufenden Woche, um 24.00 Uhr.
Die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen sind ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die im Rahmen des Rätsels übermittelten Daten werden ausschliesslich zur Durchführung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Beim neuen Rätsel gilt: Er fuhr im Rot von Ferrari und von Alfa Romeo, aber nicht auf unserem Bild.
Unser Hinweis für die letzte Aufgabe lautete: Der Rennstall ist ein echter Formel-1-Klassiker, aber die Farben sind dann doch eher ungewöhnlich. Zu sehen ist der Franzose Patrick Tambay an den Boxen von Watkins Glen 1978, sein McLaren nicht wie üblich in voller Marlboro-Lackierung, sondern mit verschiedenen Blautönen der Biermarke Löwenbräu.
Hintergrund: Marlboro-Mutterkonzern Philip Morris war auch Besitzer der Miller-Brauerei und unter deren Marken war ab Mitte der 70er Jahre auch Löwenbräu zu finden. Um den Gerstensaft in Nordamerika populär zu machen, trat McLaren einige Male in Bier-Blau an – in Watkins Glen und Long Beach (USA), aber auch in Montreal (Kanada). Heute gehört Löwenbräu zum weltweit tätigen Anheuser/Busch-Konzern.
Der Franzose Patrick Tambay schloss Anfang 2022 im Alter von 73 Jahren für immer die Augen, nach Erkrankung an Parkinson.
Seine Karriere begann der Pariser in der Winfield-Rennschule, in den folgenden Jahren arbeitete er sich bis in die Formel 2 hoch, wo er 1975 Gesamtzweiter und im folgenden Jahr den dritten Platz belegte.
In der darauffolgenden Saison trat er in der CanAm-Serie für das Team von Carl Haas an und entschied mit sechs Siegen in neun Rennen die Meisterschaft für sich.
Seinen ersten Auftritt im Rahmen der Formel 1 hatte Tambay im Rahmen des GP-Wochenendes in Frankreich im Jahr 1977, für das Team Surtees. Beim einmaligen Auftritt für den Rennstall konnte er sich allerdings nicht für das Rennen qualifizieren.
Sein GP-Debüt gab er im gleichen Jahr in Silverstone in einem von Theodore Racing eingesetzten Ensign. Allerdings kam er nur drei Runden weit, dann sorgte die Technik für das verfrühte Aus.
In der Folge konnte Tambay aber zwei fünfte Plätze und einen sechsten Rang erobern und sich damit für ein Cockpit bei McLaren empfehlen. Für den britischen Traditionsrennstall fuhr er die nächsten beiden Jahre, danach blieb er ohne Stammplatz und wandte sich ereut der CanAm-Serie zu, wo er 1980 seinen zweiten Gesamtsieg feierte.
Danach kehrte Tambay ein weiteres Mal in die Formel 1 zurück und fuhr für das Team Theodore Racing die ersten sieben Rennen der Saison, bevor er zur Mitte der Saison zu Ligier wechselte. Weil ihn die Querelen um die Knüppelverträge mit den Fahrern anwiderten, zog er sich 1982 in Kyalami aus dem GP-Sport zurück.
Aber noch war das Kapitel Königsklasse für ihn nicht vorbei, denn als Gilles Villeneuve in Zolder 1982 ums Leben kam, wurde Patrick Tambay von Ferrari als Nachfolger verpflichtet.
Mit der Scuderia aus Maranello feierte er in den folgenden Jahren die grössten Erfolge seiner GP-Karriere: 1982 stand er in Brands Hatch als Dritter erstmals auf dem GP-Podest, auf dem Hockenheimring feierte er im gleichen Jahr seinen ersten Formel-1-Sieg.
In der darauffolgenden Saison kreuzte er auch in Imola die Ziellinie als Erster und verwirklichte damit seinen zweiten und letzten GP-Sieg.
Obwohl Tambay in der Folge mehrere Podestplätze errang, wechselte er zur Saison 1984 hin zu Renault. Mit den Franzosen feierte er in zwei Jahren drei weitere Podest-Erfolge.
Ende 1985 verabschiedete sich Renault wieder mal von der Formel-1-Bühne, deshalb kehrte Tambay zu seinem früheren Teamchef Carl Haas zurück.
Dessen F1-Programm mit Lola und dem Beatrice-Konzern erwies sich jedoch als Fehlschlag, sodass die GP-Karriere Patrick Tambay nach der Saison 1986 zu Ende war. Dieses Mal wirklich.
Das Rennfahren liess er freilich nicht sein, in den folgenden Jahren trat er in der Sportwagen-WM an und wurde 1989 Vierter im 24h-Klassiker von Le Mans. Auch an der berühmt-berüchtigten Paris-Dakar nahm er teil und durfte sich zwei Mal über einen Top-3-Platz freuen.
Nachdem Tambay seinen Rennfahrer-Helm an den Nagel gehängt hatte, arbeitete er als Kommentator für das französische Fernsehen in die Formel 1.
Er war auch als stellvertretender Bürgermeister on Le Cannet in Frankreich in der Politik aktiv.
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