Grosser Preis von Bahrain in Sepang/Malaysia: Regen und Chaos in Sicht
Die Formel 1 reist derzeit von Aserbaidschan weiter zum WM-Lauf von Bahrain, ausgetragen auf dem Sepang International Circuit in Malaysia. Dort müssen sich die Fahrer auf Einiges gefasst machen.
Die Königsklasse steht vor einer Formel-1-Kuriosität: Der Grosse Preis von Bahrain wird nachgeholt, aber nicht in der Wüste von Sakhir, sondern in der Waschküchen-Atmosphäre des Sepang International Circuit ausserhalb von Kuala Lumpur (Malaysia).
Ab 1999 gab es in Sepang einen Formel-1-WM-Lauf, und zahlreiche Mal haben wir erlebt, was auch am kommenden Wochenende auf die GP-Asse zukommt – Regen, viel Regen.
Bei Temperaturen von mindestens 32 Grad werden wir ab Freitag (2. Oktober) eine Regenwahrscheinlichkeit von um die 60 Prozent haben, und wenn es in Malaysia dann mal regnet, dann schüttet es.
Damit wäre das mit dem Wetter mal geklärt (unberechenbar), ein paar andere Fragen samt Antworten reichen wir hier gerne nach.
Wieso heisst die malaysische Rennstrecke eigentlich Sepang? Weil die Bahn geographisch im Süden des malaysischen Bundesstaates Selangor liegt und der entsprechende Distrikt eben Sepang heisst.
Auch eine kleine Stadt trägt diesen Namen. Die Bedeutung des Wortes ist gemäss den Malaysiern im Laufe der Zeit verloren gegangen.
Was befand sich an jenem Ort, wo heute Renngefährte um den Kurs sausen? Palmöl-Plantagen. Während der Sepang International Circuit entstand, wurden anderswo 5000 neue Palmen gepflanzt.
Wie viele Malaysier haben an ihrem Heim-GP teilgenommen? Am Grand Prix nur einer – Alex Yoong 2002 mit einem Minardi (er schied aus). Im ersten freien Training zum Grand Prix 2010 bewegte Fairuz Fauzy einen Lotus.
Fand der erste Malaysia-GP wirklich 1999 statt? Streng genommen nicht. Im Rahmen der Formel-1-WM? Ja. Aber die Asiaten nannten ein Strassenrennen in Singapur 1965 den «Malaysian Grand Prix». Das Rennen wurde auf dem berüchtigten Thomson Road Grand Prix Circuit ausgetragen.
Was macht die Rennstrecke in Sachen Layout einzigartig? Die beiden langen, aufeinander folgenden Geraden, welche von einer Tribünenschlucht getrennt werden. Pistenarchitekt Hermann Tilke hat sich bei der Dachform von der nationalen Blume Malaysias inspirieren lassen – Hibiskus.
Wieso hat sich die Formel 1 eigentlich aus Malaysia verabschiedet? Von 1999 bis 2017 hatte die Formel 1 nicht weniger als 19 Mal in Serie in Kuala Lumpur gastiert. Der in Staatsbesitz befindliche Sepang International Circuit hat den Formel-1-Vertrag nach der Saison 2017 beendet, weil der damalige F1-Promoter Bernie Ecclestone den Grand Prix 2016 zwei Wochen nach dem attraktiven Nachtrennen in Singapur angesetzt hatte und das Zuschauerinteresse in Malaysia deshalb überschaubar blieb.
Die Rivalität der beiden südostasiatischen Länder in Sachen Formel 1 war riesig. Der damalige malaysische Premierminister Dato' Sri Haji Mohammad Najib bin Tun Haji Abdul Razak, kurz Najib Razak genannt, wollte die Millionenverluste aus dem Formel-1-Geschäft nicht mehr erdulden, auch wenn Petronas als Hauptsponsor von Mercedes und als staatliche malaysische Mineralölgesellschaft diesen Rückzug ausserordentlich bedauerte.
Razaks Nachfolger Mahathir Mohamad kämpfte mit nachlassendem Wirtschaftswachstum, dem Zerfall des Ringgitt und dem Schuldenberg, die Razak hinterliess.
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