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Ross Brawn: Nett verpackte Formel-E-Kritik

Formel-1-Sport- und Technikchef Ross Brown ist kein Mann der lauten Töne. Trotzdem bringt der Brite seine Meinung klar zum Ausdruck, wie etwa seine Aussagen zur Formel E beweisen.

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Die Provokationen und Schlagzeilen-Sprüche überliess Ross Brawn schon früher lieber den anderen Fahrerlager-Stars. Der frühere Ferrari- und Mercedes-Technikchef, der sich heute als Teil des Liberty-Media-Führungstrios um die sportlichen und technischen Belange der Formel 1 kümmert, wusste Kritik schon immer gut zu verpacken.

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Und dass er diese Kunst auch heute noch beherrscht, bewies der 63-Jährige im Gespräch mit "F1 Fan Voice". Darin ging es um die Wahrscheinlichkeit, dass die Formel-1-Renner eines Tages wie die Formel-E-Boliden über einen rein elektrischen Antrieb verfügen. Brawn schliesst eine Entwicklung in diese Richtung nicht aus, betont aber auch, dass sich der Lauf der Dinge kaum voraussagen lässt.

"Es gibt keinen zwingenden Grund, warum sich die Formel 1 ewig an den Verbrennungsmotor binden sollte", erklärt der langjährige Wegbegleiter des Rekord-Weltmeisters Michael Schumacher. "Wer weiss schon, was in zehn Jahren passiert? Wer hätte vor zehn Jahren schon gedacht, dass sich die Welt so entwickeln würde, wie sie es tat? Ich weiss nicht, wo wir in zehn Jahren stehen werden, aber die Formel 1 wird sich sicherlich in die richtige Richtung entwickeln."

Dennoch ist Brawn auch überzeugt, dass die Zeit noch nicht reif ist für den Schritt in die rein elektrische Zukunft. Dies beweise etwa die Formel E, argumentiert er – und übt damit deutliche Kritik an der neuen Serie, in der sich viele Ex-GP-Stars tummeln. "Ich denke, wir müssen respektieren, was die Formel E macht und was sie erreicht. Aber wenn man sich die Grössenordnung ansieht, dann kann man die Formel 1 und die Formel E nicht vergleichen. Die Formel E ist noch eine sehr junge Serie, wenn es um die Fans und die Anziehungskraft geht."

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"Ich denke, die Formel 1 wird sich dahingehend entwickeln, dass sie die richtige Mischung aus sportlicher Qualität, Relevanz und Fan-Engagement hinbekommt. Sollte in fünf oder zehn Jahren die Notwendigkeit bestehen, eine andere Form von Antrieb in der Formel 1 einzusetzen, dann werden wir das auch tun", verspricht Brawn.

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Und der Ingenieur fügt an: "Es gibt nichts, das uns davon abhält, in Zukunft rein elektrisch angetriebene Formel-1-Autos zu bauen. Doch derzeit liefern sie einfach nicht das nötige Spektakel. Bei allem Respekt, die Formel E ist noch eine sehr junge Serie. Sie ist grossartig, wenn es um das ganze Drumherum geht, aber die Rennen selbst sind ziemlich lahm im Vergleich zur Formel 1. Die Autos sind nicht wirklich schnell unterwegs und es fehlen auch die entsprechenden Persönlichkeiten."

"Es ist eine kleinere, junge. Serie", erzählt Brawn weiter. "Aber sie machen einen fabelhaften Job, was den Event angeht, denn es ist eine grosse Strassenparty. Die Formel 1 ist etwas ganz Anderes, sie ist die Spitze des Motorsports. Die Speeds, die wir fahren, und die Piloten und Teams, die bei uns mitmischen, sind ein ganz anderes Kaliber."

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