Streit um Stallorder: Ex-Ferrari-Ingenieur gibt Lewis Hamilton recht
Lewis Hamilton forderte im jüngsten GP in Zandvoort einen Positionswechsel und war sauer, als es keine Stallorder gab. Der frühere Ferrari-Ingenieur Rob Smedley stimmt dem siebenfachen Weltmeister zu.
Lewis Hamilton fand am Funk deutliche Worte, als er am Rennsonntag in Zandvoort hinter seinem Teamkollegen Charles Leclerc feststeckte. «Ich bin schneller als Leclerc, meine Reifen sind besser», funkte der siebenfache Weltmeister aus dem Ferrari-Team, und forderte damit zwischen den Zeilen, dass sein Team einen Positionswechsel anordnen sollte.
Ferrari wollte den Monegassen durch einen Boxenstopp aus dem Weg räumen, doch Leclerc dachte nicht daran, abzubiegen. Er blieb zwei Runden länger draussen als geplant. Dies vergrösserte den Unmut von Hamilton, der wütend funkte: «Wir verlieren hier nur Zeit!» Und später giftig anfügte: «Wirklich eine fabelhafte Weise, Zeit zu verschleudern, tolle Arbeit, Jungs!»
Hamilton kam letztlich vor Leclerc ins Ziel, das Duo belegte am Ende die Plätze 4 und 5. Viele Beobachter waren sich einig: Hätten die beiden roten Renner die Positionen gleich getauscht, wäre die Chance auf einen Podestplatz grösser gewesen.
Für den früheren Ferrari-Ingenieur Rob Smedley steht denn auch fest: Will Ferrari eine Chance auf den WM-Titel haben, dann muss das Team auf den Rekord-GP-Sieger setzen und diesen im Zweifelsfall bevorzugen. Er erklärte im «High Performance»-Podcast: «Ich habe von Anfang an die Meinung vertreten, dass Ferrari sich hinter Lewis stellen muss, wenn sie sich im Kampf um den WM-Titel einmischen wollen.»
«So hart das für Charles und die Ferrari-Mitarbeiter auf seiner Seite der Box sein mag, sie alle arbeiten für das gleiche Team», fügte der Brite an. Mit Blick auf die Performance der beiden Ferrari-Stars betonte er auch: «Lewis hat einfach den besseren Job gemacht. Und wenn sie Mercedes Punkte wegnehmen wollen, dann müssen sie das als Team tun.»
«Ferrari hat nicht immer das beste Auto, aber zwischendurch haben sie den stärksten GP-Renner, und dann müssen sie das auch nutzen, sie müssen sicherstellen, dass Lewis gewinnt», ist sich der 52-jährige Ingenieur sicher. «Das Team muss die vernünftigste Entscheidung fällen und das Beste für Ferrari herausholen», stellte er klar.
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