Cal Crutchlow staunt noch immer: So hat sich die MotoGP verändert
Der britische LCR-Honda-Aushilfspilot und MotoGP-Sieger Cal Crutchlow sprach in Aragon in seiner gewohnt offenen Art über die moderne Königsklase der WM und das Geheimnis von Mitfavorit Ai Ogura.
Cal Crutchlow fuhr zuletzt als Ersatz für Johann Zarco bei LCR-Honda. In Aragon war der 40-jährige Brite erneut im MotoGP-Paddock vor Ort, für den Fall, dass es bei Rückkehrer Johann Zarco noch Probleme gibt. Crutchlow fuhr zuletzt mit der LCR-Honda seine schnellste jemals gefahrene Runde in Silverstone und war sechsmal im Renneinsatz
Crutchlow war in Aragon am Freitagnachmittag als Co-Kommentator im Stream von MotoGP.com zu Gast. Der Publikumsliebling, der nach der Saison 2020 als Stammpilot zurücktrat, verglich: «Das Level ist jetzt so – es sind gefühlt etwa 15 Fahrer auf identischem Niveau. Damals waren fünf Jungs ganz vorne, dann kamen die anderen und danach der Rest.
Der Familienvater stellte auch fest: «Es ist schwierig, was das eigentliche Rennfahren betrifft. Ich muss sagen, es ist großartig, die MotoGP-Rennen als Fan zu sehen – wie unter Dorna und Liberty all das wächst. Ich sehe die Rennen zu Hause, bin ein Fan wie die meisten Leute auf der Welt. Auch was sie mit dem Social-Media-Content gemacht haben, mit der Unterhaltung und all der Sichtbarkeit, ist außergewöhnlich – aber es ist der Albtraum für alle Fahrer!»
Crutchlow erklärte: «Die Athleten haben keine Zeit mehr. Die Fahrer können weniger Input geben, weil alles so eng getaktet ist, und die Fahrer haben keine Zeit mehr, in der Garage zu sein. Es gibt Verpflichtungen – dann gibt’s Reha, denn wir haben 44 Rennen. Es ist einfach nicht genug Zeit. Ich will nicht sagen, dass sie Probleme haben, aber es ist schwieriger. Es ist einfach viel ermüdender als damals. Es war für mich schwierig, da wieder reinzukommen. Da ist zum Beispiel das Warm-up, wo man den Reifen nicht mal aktivieren kann. Aber es ist besser als nichts. Aber es ist für alle Fahrer gleich und sie müssen das Beste daraus machen.»
Der Brite weiter: «Marc ist immer noch der beste Fahrer – aber er ist angeschlagen. Er wird diese WM in den nächsten Rennen angehen wie ein Endurance-Rennen und nur dann attackieren, wenn er muss. Er wird versuchen, kein richtig schlechtes Wochenende zu haben, wie es den anderen Jungs sicher noch passieren wird. Wenn ihr mich fragt, würde ich sagen, dass nach Marc Ai Ogura mein Favorit ist.»
Cruchlow dazu: «Ich weiß auch, warum – es ist bei ihm wie damals bei Dani Pedrosa das Gewicht. Er verbrennt den Reifen nicht sofort, hat hinten raus dann mehr Reserven. Daher kann er aber auch zu Beginn nicht voll pushen. Heiße Rennen sind für ihn zudem besser. Ich denke, es wird nicht der Fahrer Weltmeister, der die meisten Rennen gewinnt. Fast alle Fahrer haben schon Rennen verpasst. Es ist eine verrückte WM. Jorge Martin scheint im Moment der einzige Fahrer zu sein, der halbwegs konstant ist – er war sonst oft nicht konstant.»
Und: Crutchlow wäre nicht Crutchlow ohne pfiffigen Spruch: «Lucio Cecchinello scheint rückwärts gealtert zu sein. Er sieht jetzt besser aus als damals, als ich für ihn gefahren bin. Vielleicht bin ich wirklich schuld daran.»
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