Verstappen, Hamilton, Antonelli & Co.: Singapur das härteste Rennen 2026
Der Singapur-GP gilt als der härteste Grand Prix des Jahres: Hitze, auch in der Nacht, hohe Luftfeuchtigkeit, Konzentration auf Monaco-Niveau, und nirgendwo wird härter gebremst als in der Marina Bay.
Für die 22 Formel-1-Piloten gilt in der Regel: je schwieriger eine Rennstrecke, desto lieber. Von daher ist der Marina Bay Circuit in Singapur weit oben einzufügen, denn hohe Umgebungstemperatur und enorme Luftfeuchtigkeit machen den Fahrern zu schaffen, ganz zu schweigen davon, dass sie sich auf dem schwierigen Stadtkurs kaum Verschnaufpausen gönnen können.
Oft vergessen wird dabei: Singapur ist die härteste Rennstrecke für die Bremsen, wie der italienische Hersteller Brembo bestätigt, der seit 1975 in der Königsklasse tätig ist. Brembo beliefert alle elf Rennställe mit Bremsteilen.
Es gab bisher 16 Ausgaben des Singapore GP: Die ersten beiden, 2008 und 2009, waren auch die ersten Grands Prix in der Geschichte der Formel 1, die unter künstlichem Licht stattfanden.
Das Layout des Marina Bay Street Circuit hat sich seit 2008 drei Mal geändert, wobei die Anzahl der Kurven von ursprünglich 23 auf die aktuellen 19 gesenkt und die Länge um 140 Meter verkürzt wurde.
Laut den Ingenieuren der Brembo Group, die eng mit allen Formel-1-Fahrern zusammenarbeiten, fällt der 4940 Meter lange Marina Bay Street Circuit in die Kategorie der Strecken, die sehr hohe Anforderungen an die Bremsen stellen.
Auf einer Skala von 1 bis 5 trägt sie einen Schwierigkeitsindex von 5, da die Bremsen pro Runde 11 Mal für insgesamt 21,6 Sekunden eingesetzt werden: Die Fahrer nutzen die Bremsen 24 Prozent des Rennens, der höchste Wert in der ganzen Formel-1-Weltmeisterschaft. Sechs Bremsabschnitte fallen in die Kategorie hart, einer auf mittelhart und nur vier auf leicht.
Gemäss den durchgeführten Brembo-Simulationen ist die schwierigste Kurve des Marina Bay Street Circuit für das Bremssystem die erste, die nach Benjamin Sheares, einem Präsidenten Singapurs, benannt ist: Die Formel-1-Fahrer erreichen sie mit fast 300 km/h und bremsen in lediglich 1,9 Sekunden herunter auf 144 km/h, während sie dabei 107 Meter zurücklegen. Der Kraftaufwand auf dem Bremspedal: 110 Kilogramm.
Im Vergleich zum Grand Prix von Singapur 2025 ist der Aufwand für Fahrer und Bremsen aufgrund der Eigenschaften der neuen Formel-1-Autos von 2026 geringer. An Kurve 7 (Memorial Corner) wurden die Fahrer vor einem Jahr einer Verzögerung von 4,9 g ausgesetzt und übten eine Kraft von sogar 151 kg auf das Bremspedal aus, während diese Werte nun voraussichtlich 3,8 g und 107 kg betragen werden. Auch die Bremswege erhöhen sich, von 96 Metern auf 117 Meter, ebenso wie die Bremszeit, von 1,90 Sekunden auf 2,15 Sekunden, obwohl der Geschwindigkeitsverlust geringer ist.
Die letzten vier Ausgaben des Singapur-GP wurden von vier verschiedenen Teams gewonnen, aber immer mit Brembo-Bremssätteln: Sergio Pérez für Red Bull Racing 2022, Carlos Sainz für Ferrari 2023, Lando Norris für McLaren 2024 und George Russell für Mercedes 2025.
Grosser Preis von Singapur: Die Sieger
2008: Fernando Alonso (E), Renault
2009: Lewis Hamilton (GB), McLaren-Mercedes
2010: Fernando Alonso (E), Ferrari
2011: Sebastian Vettel (D), Red Bull Racing-Renault
2012: Sebastian Vettel (D), Red Bull Racing-Renault
2013: Sebastian Vettel (D), Red Bull Racing-Renault
2014: Lewis Hamilton (GB), Mercedes
2015: Sebastian Vettel (D), Ferrari
2016: Nico Rosberg (D), Mercedes
2017: Lewis Hamilton (GB), Mercedes
2018: Lewis Hamilton (GB), Mercedes
2019: Sebastian Vettel (D), Ferrari
2020: kein Grand Prix
2021: kein Grand Prix
2022: Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing-Honda
2023: Carlos Sainz (E), Ferrari
2024: Lando Norris (GB), McLaren-Mercedes
2025: George Russell (GB), Mercedes
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