GP-Sieger John Watson über Hamilton und Ferrari: So steht es um WM-Chancen
Der fünffache GP-Sieger John Watson freut sich über die tollen Leistungen von Lewis Hamilton mit Ferrari. Der 80-jährige Nordire schätzt die WM-Chancen seines Landsmannes und der Italiener ein.
Lewis Hamilton lässt die Tifosi träumen. Nach zwei zweiten Rängen in Kanada und Monaco hat der siebenfache Weltmeister in Spanien seinen ersten Grand Prix für Ferrari gewonnen und ist nun erster Verfolger von WM-Leader Kimi Antonelli (Mercedes).
Der langjährige Formel-1-Pilot John Watson traut Hamilton Einiges zu: «Lewis Hamilton hat als Fahrer alles, um Weltmeister zu werden. Er weiss, wie man Rennen gewinnt, er weiss, wie man Titel gewinnt», so der WM-Dritte von 1982 gegenüber dem Portal total-motorsport.
«In Österreich sehe ich eher Mercedes vorne, weil ich das als Motorenstrecke einstufe, allerdings weiss ich nicht, wie sich die jüngsten Verbesserungen von Ferrari auswirken werden. In Silverstone jedoch sind Lewis und Ferrari für mich der Favorit – das Pistenlayout ist auf die Qualitäten des Ferrari wie massgeschneidert, und jeder weiss, wie Hamilton auf seiner Lieblingsstrecke über sich hinauswachsen kann. Jetzt, wo Hamilton so richtig Blut geleckt hat, traue ich ihm alles zu.»
«Wie schnell sich die Dinge doch ändern. Vor einem Jahr wurden die Fähigkeiten von Lewis in Frage gestellt, einige Leute forderten seinen Rücktritt, in der fälschlichen Annahme, dass er es nicht mehr drauf habe. Aber ein echter Racer verliert seine Gabe nicht, schon gar nicht, wenn es sich um den erfolgreichsten Formel-1-Fahrer handelt. Ich glaube, dass man mit zunehmendem Alter einfach besser weiss, wie man seine Kräfte einteilt.»
«Klar war früher alles anders – du hast viel Mumm in den Knochen gebraucht, um feste aufs Gaspedal zu treten und um knackig einzulenken. Aber sorry, so funktioniert die moderne Formel 1 nicht. Die Autos sind so kompliziert geworden, dass ein Ergebnis längst nicht mehr widerspiegelt, wozu der Fahrer fähig ist.»
«Lewis hat bei Ferrari intensiv an den Schwierigkeiten gearbeitet und besitzt nun einen Rennwagen, in dem er sich wohlfühlt. Und das zeigt sich auf der Strecke. Und – nicht vergessen – wir haben nicht mehr die gleichen Flügelautos wie in den vergangenen Jahren, die Hamilton nicht richtig geschmeckt haben. Ich glaube, dass die neue Fahrzeug-Generation seinen Fähigkeiten entgegenkommt.»
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