Euro Moto Supersport
Daniel Blin (Ducati): Euro Moto Supersport-Vize mit geheimnisvoller Zukunft
Endrang 3 war Lehmann beim Euro Moto-Abgesang in Hockenheim in der Klasse Supersport sicher, der Vize-Titel eher unrealistisch. Also widmete er sich mit seinem Team Apreco schon 2027.
Nach einem für ihn enttäuschenden IDM-Jahr 2025 beendete Lennox Lehmann die erste und einzige Euro Moto-Saison in der Supersport-Klasse auf dem Bronzerang. Wenngleich fürs Finale in Hockenheim für ihn die Luft schon ein bisschen die Luft raus war, Endrang 3 war ihm sicher, nach vorn ging unter normalen Umständen auch nichts mehr, hatte er mit zwei weiteren dritten Plätzen einen schönen Abschluss.
Dazu formulierte der 20-jährige Dresdner vom Team Apreco-Yamaha gegenüber SPEEDWEEK.com: «Das war eine gute Saison, mit der wir echt zufrieden sein können. Besonders nach meinem schweren Jahr 2025. Bis auf ein Rennen, habe ich jedes Mal auf dem Podium gestanden. Wir haben wieder viel gelernt und nun eine gute Basis fürs nächste Jahr.»
Was in diesem Jahr beim zweimaligen IDM Supersport 300-Meister (2020 und 2021) gefehlt hat, war das eine oder andere i-Tüpfelchen, sprich ein Sieg, was er allerdings weniger tragisch sieht. «In Assen war ich dicht dran, dann habe ich es in der letzten Runde in Führung liegend weggeschmissen. Das ist schade, macht aber meine gute Saison nicht kaputt, da wir um einiges konkurrenzfähiger waren als letztes Jahr und immer besser geworden sind.»
Speziell zu seinem Hockenheim-Wochenende führte er aus: «Im zweiten Rennen war ich nicht allzu weit vom Zweitplatzierten weg. Im ersten Rennen habe ich mich generell etwas schwergetan, da wir an diesem Wochenende schon viel fürs nächste Jahr getestet haben. Das waren Sachen, die wir uns zuvor nicht getraut haben, zu probieren. Das konnten wir uns leisten, weil der dritte Platz in der Meisterschaft schon sicher und der zweite bei normalem Rennverlauf außer Reichweite war. Da haben wir Sachen probiert, von denen einige gut und andere weniger gut funktioniert haben. Deshalb lief es im ersten Lauf ein klein bisschen schlechter als im zweiten. Im ersten Rennen sind wir mit einem anderen Setup gefahren als üblich. Mit diesem habe ich mich halt ein bisschen schwerer getan als sonst. Im zweiten hatte ich auch das Glück, durch den Sturz von Luca (Göttlicher) noch aufs Podium zu rutschen. Insgesamt war Hockenheim auch ein gutes Wochenende für uns.»
Zu den Erprobungen hinsichtlich 2027 ließ er sich zumindest etwas detaillierter entlocken: «Wir haben viel am Fahrwerk gemacht, an der Geometrie gespielt und viele Daten für nächstes Jahr gesammelt.»
Da der Meister Dirk Geiger in die IDM Superbike aufsteigt und der Vize Daniel Blin mit derzeit noch unbekanntem Ziel die deutsche Rennserie verlässt, ist Lennox Lehmann ein logischer möglicher Nachfolger auf dem Supersport-Thron. Unabhängig davon formulierte er jetzt schon sein Ziel: «Ja, es ist auf jeden Fall mein Ziel, den Titel anzugreifen. Das ist natürlich auch vom Team der Plan bzw. wird ein Stück weit erwartet, den Titel wieder zu Apreco zu holen.»
Perspektivisch, wie sein Teamkollege Dirk Geiger, in die Superbike-Klasse aufzusteigen, zumal er in der Langstrecken-WM längst auch 1000er fährt, ist auch für ihn ein Ziel, aber kein Muss. Dazu sind seine Gedanken: «Ja, das auf jeden Fall. Allerdings bin ich dreieinhalb Jahre jünger als Dirk und habe da jetzt nicht den unfassbaren Stress, schnellstmöglich auch in die Superbike zu gehen. Klar, ist das über kurz oder lang der Plan, aber das bedeutet nicht, dass 2027 mein letztes Jahr in der Supersport sein wird. Jetzt wollen wir erst mal den Supersport-Titel angreifen.»
Ein aktuell von seinem diesjährigen Superbike-Teamkollegen Twan Smits vorgezeichneter Weg, könnte auch in die Superbike-WM führen oder erachtet er es als etwas leichter, in der Supersport-Kategorie seinem Endziel Rückkehr in die WM näher zu kommen? «Nicht unbedingt. Man sieht es ja aktuell an Twan, der, nachdem er zuletzt die Euro Moto Superbike dominiert hat, für die letzten drei Saisonrennen die Chance bekommen hat, in der Superbike-WM zu fahren. Das zeigt, dass es nicht unmöglich ist, über die nationale Meisterschaft in die WM zu kommen. Daran sieht man auch, dass von Seiten Yamaha Interesse da ist, junge Fahrer auszubilden und denen auch die Chance zu geben.»
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