Euro Moto Superbike • Neu
Hockenheim: Marcel Schrötter (BMW) tröstet sich mit Sieg und Vize-Titel
Bis zum letzten Rennen der Supersport-Saison 2026 mussten Dirk Geiger und das Team Apreco warten, bis der Titel endlich da war. Damit verabschiedet sich Geiger in die IDM Superbike
Bei Dirk Geiger passte am Samstag eigentlich alles. Pole Position und Sieg im ersten Rennen der Euro Moto Supersport in Hockenheim. Ihn trennten 32 Punkte von seinem Verfolger Daniel Blin. Rein rechnerisch hätte der Yamaha-Fahrer den Meistertitel bereits feiern können. Machte er aber noch nicht.
Der Grund sitzt in Assen. Ein Protest gegen Blin aus dem dortigen Rennen, gegen den der Pole in Berufung gegangen war, ist noch nicht endgültig geklärt. 14 Punkte hin oder her standen im Raum.
Sportlich ließ Geiger am Samstag keine Fragen offen. Der Mannheimer war nicht zu bremsen und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein. 3,769 Sekunden betrug sein Vorsprung auf Blin im Ziel. «Der Speed von Dirk war heute auf einem komplett anderen Level», musste sein einzig verbliebener Titelrivale anerkennen. Geiger wusste allerdings auch, wem er das zu verdanken hat. Nach dem Rennen bedankte sich der Yamaha-YZF-R9-Fahrer brav bei seinem Apreco-Team und bei Yamaha Deutschland. Am Sonntag soll auf seiner Heimstrecke der nächste Sieg folgen – und damit möglichst auch der endgültige Haken hinter der Meisterschaft.
Hinter Geiger ging es deutlich turbulenter zu. Blin, Luca de Vleeschauwer (Yamaha), Luca Göttlicher (MV Agusta) und Lennox Lehmann (Yamaha) bildeten zunächst die Verfolgergruppe. Als „Lucky Luc“ auf Rang 3 vorgerückt war, bekam de Vleeschauwer bei einem Überholversuch allerdings eine harte, aber herzliche Abfuhr. Im letzten Renndrittel verschoben sich die Verhältnisse. De Vleeschauwer und Lehmann fielen zurück, während sich Göttlicher an einem Manöver gegen Blin versuchte. Der Mut des 19-jährigen MV Agusta-Fahrers war zu groß. Er stürzte, stand wieder, fuhr weiter und kam noch als Neunter ins Ziel. Das Intermezzo brachte Lehmann auf den dritten Platz.
Dirk Geiger ist der Meister in der Euro Moto Supersport. Im zweiten Lauf des Fuchs Silkolene-Hockenheim-Finales machte der Baden-Württemberger endgültig Nägel mit Köpfen. Er hat so viele Punkte, dass keine Rechnungen mehr offen sind. Der Titel ist dem 24-jährigen Yamaha-Fahrer vom Team Apreco sicher.
Das letzte Rennen der Saison war eine Geiger-Galavorstellung vor heimischer Kulisse. Schon nach zwei Runden hatte sich der Titelfavorit vom Feld um 2,8 Sekunden abgesetzt, schaltete den Verwaltungsmodus ein und fuhr seinem achten Saisonsieg entgegen. Nach 15 Runden über 3,692 Kilometer war sein Traum zur Wirklichkeit geworden: Geiger ist der Supersport-Meister 2026.
Mit dem Titel in der Tasche schmeckt der bereits angekündigte Aufstieg in die Superbike-Klasse noch besser. «Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll», war der ansonsten redefreudige Dominator überwältigt. Geiger bedankte sich auch für die vielen Kämpfe mit seinem zuletzt einzigen Titelrivalen Daniel Blin (Ducati): «Zu Beginn der Saison hat er mich mächtig herausgefordert.] Der Pole hatte die ersten vier Rennen vor Geiger gewonnen.
Blin wurde im letzten Supersport-Rennen des Jahres Zweiter und ist Vizemeister. Am Anfang musste er einen sehr beherzten Angriff von Luca Göttlicher (LJ Racing) verkraften, konnte jedoch kontern. Beim nächsten Angriff von Lucky Luc hatte Blin den Braten jedoch rechtzeitig gerochen und machte die Tür zu. Zusammen mit Lennox Lehmann (Yamaha) und Luca de Vleeschauwer (Yamaha) bildete sich eine interessante Vierergruppe.
Schließlich konnte sich Blin aus den Fängen von Göttlicher lösen, der in der elften Runde von Lennox Lehmann konsequent geschnupft wurde. Lehmann peilte am Ende auch noch Blin an, biss aber auf Granit. Lehmann hatte wieder ein Abonnement für den dritten Platz gebucht – zum achten Mal in dieser Saison. Der Dresdner war hoch erfreut, das Ergebnis aus eigener Kraft erreicht zu haben. Im Samstagsrennen hatte er es aufgrund des Sturzes von Göttlicher geerbt.
Dieser wiederum hat mit 19 Jahren eine glänzende Saisonvorstellung abgeliefert auf einem Motorrad, das als exotischer Farbtupfer im Feld in Kombination mit Göttlicher zu ungeahnter Form auflief. Der Bayer holte auf der MV Agusta drei Podiumsplätze.
Auch in der Gesamtwertung spiegelt sich das Ergebnis des Finallaufs wieder: Geiger hat den Titel vor Blin, Lehmann und Göttlicher gewonnen.
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.