Euro Moto Sportbike • Neu
Most: Sportbike-Sieg bleibt mit Zuda in Tschechien, WM-Gast ausgebremst
Das zweite Rennen der Euro Moto Supersport wurde nach zwei Rennabbrüchen gecancelt, was Jonas Folgers Testprogramm mit der KTM 990 RC R um ca. ein Drittel reduzierte. Nun geht es ab nach Suzuka.
Der dritte Lauf zur Euro Moto in Most war an diesem Wochenende die Rennpremiere der auf die Supersport-WM 2027 abzielenden KTM 990 RC R mit Jonas Folger im Sattel. Das erste Rennen der Euro Moto Supersport am Samstag lief nicht ganz planmäßig, taugte allerdings sehr wohl als Test unter Rennbedingungen.
Das Sonntagsrennen musste nach vier Runden wegen eines Sturzes mit medizinischer Versorgung des Schweizers Marcel Brenner abgebrochen werden. Quasi als Duplizität der Ereignisse zum zwei Mal gestarteten, zwei Mal abgebrochenen und letztlich komplett gecancelten Samstagrennen der Klasse Sportbike, kam es auch bei den Supersportlern nach dem Neustart zu einem weiteren Rennabbruch, sodass auch ihr Rennen nicht ein drittes Mal gestartet wurde.
Dennoch konnte der Ex-MotoGP-Pilot, Ex-IDM-Superbike-Champion und heutige KTM-Edeltester mit dem Freudenberg Paligo- KTM Test Team Jonas Folger der Rennpremiere einiges abgewinnen. Unmittelbar vor seiner Abreise zusammen mit seinem Kumpel Marcel Schrötter zum Acht Stunden-Rennen nach Suzuka stand der 32-Jährige SPEEDWEEK.com exklusiv noch einmal Rede und Antwort. «Das große Fazit von dem Wochenende ist, dass wir so viele Daten gesammelt haben wie nie vorher – wichtige Daten und sehr viele Erkenntnisse. Wir haben auch einen technischen Defekt gehabt, das kann man nicht bestreiten. Wir haben gesehen, warum das passiert ist.»
Dazu beschäftigte ihn die Frage, dass man vorher schon tausende Kilometer mit dem Motorrad gefahren sei, doch warum kam das ausgerechnet jetzt und hier? «Es wird ganz wichtig sein, dass man sich jetzt bei KTM den Motor ganz genau anschaut und das Ganze analysiert. Am Ende vom Tag wissen wir, wo wir aktuell stehen.»
Nun ist das Triebwerk ein wichtiger, aber eben auch nur ein Teil des Bikes. «Von der Chassis-Seite haben wir auch richtig schlau einiges analysiert. Das heißt, für den nächsten Einsatz, wann auch immer der ist, haben wir für den Motor, das Chassis und die Ergonomie einige Ideen.»
Zum, wenngleich zweitrangigen, sportlichen Abschneiden gab er zu bedenken, dass man mit dem Supersport-WM-Spec für 2027 gefahren sei und man sich in Sachen Motorleistung selbst ein paar Handschellen angelegt hatte. «Das hat uns zwar von der Position her geschadet, aber viel wichtiger war, dass wir von der Bremsstabilität bis zum Kurvenspeed einen Vergleich hatten. Diese Informationen können wir definitiv für uns nutzen. Das Resultat ist ein bisschen verfälscht, durch die mangelnde Leistung. Aber das haben wir gewusst. Beim nächsten Einsatz kommen wir vielleicht mit ein bisschen mehr Leistung, damit wir ein bisschen weiter vorn mitmischen können.»
Klar, dass sich an die letzte Aussage die Frage nach dem wann und wo anschließen musste. «Wir reden nicht davon, dass wir dann 15 PS mehr haben. Wir reden hier von ein paar PS, dass wir vielleicht zwei, drei Positionen weiter nach vorn mitfahren können und von den Leuten weiter vorn länger etwas sehen. Wann und wo wir wieder auftauchen werden, wissen wir noch nicht. Das hängt halt davon ab, wann neue Teile fertig werden und was nach diesem Wochenende an neuen Aufgaben dazu gekommen ist. Es gibt Teile, die brauchen einen Tag, andere vielleicht eineinhalb Monate bis sie produziert sind. So einfach geht es nicht. Es muss schon Sinn machen, wieder in ein Rennwochenende zu gehen, um auch wirklich vorwärtszukommen.»
Aus dem Alter bin ich raus.Jonas Folger
Unmittelbar nach dem Gespräch mit SPEEDWEEK.com ging es für ihn nach Prag zum Flughafen in Richtung Suzuka, wo wieder kein (KTM-)Test, sondern wieder ein Rennen für ihn ansteht. Nun sind Sprint- und Langstreckenrennen zwei paar Schuh. «Das ist natürlich ein anderes Rennen fahren als Sprintrennen wie hier. Ich muss schon sagen, dass das Niveau bei der Euro Moto schon echt hoch ist. Da sind schon gute Jungs dabei. Wir haben zwar ein bisschen mit stumpfen Waffen gekämpft, aber man merkt schon, dass das Feld sehr jung ist und dass sehr aggressiv gefahren wird. Es war wirklich gut und es hat auch Spaß gemacht. Ich möchte aber nicht mehr eine ganze Saison mitfahren wollen. Aus dem Alter bin ich raus.»
Zu seinem Einsatz in Suzuka für einen anderen Hersteller klärte er zudem auf, dass das natürlich von KTM genehmigt ist und sie erstens von einem fitten (Test-)Fahrer profitieren und dieser zweitens dann auch von anderen Marken und Gegebenheiten viel Wissen und Input mitbringt. «Das Sammeln von unterschiedlichsten Daten ist in diesem Geschäft sehr wichtig. Das weiß auch KTM.»
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.