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IRTA-Präsident Lucio Cecchinello: Balanceakt zwischen zwei Rollen
Als neuer IRTA-Präsident balanciert Lucio Cecchinello zwischen Teams und MotoGP-Organisation – und steht vor großen Herausforderungen durch den kommenden Umbruch.
VonIvo Schützbach und Sebastian Fränzschky
MotoGP
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Seit 2024 steht Lucio Cecchinello an der Spitze der IRTA (International Road-Racing Teams Association) und führt damit eine Institution weiter, die maßgeblich die Interessen der Teams in der Motorrad-Weltmeisterschaft vertritt. Er folgt auf Herve Poncharal, der die Organisation über viele Jahre hinweg geprägt hat, nachdem er 2016 die Nachfolge des IRTA-Gründers Mike Trimby angetreten hatte. Damit reiht sich Cecchinello in eine kurze, aber einflussreiche Liste von Persönlichkeiten ein, die die Entwicklung der MotoGP hinter den Kulissen entscheidend mitgestaltet haben.
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Im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach sprach Cecchinello über seine neuen Aufgaben bei der IRTA, die ihn parallel zur Leitung des LCR-Teams zusätzlich fordern. «Ich fühle mich sehr geehrt, weil ich denke, dass Herve über viele Jahre hinweg eine wirklich hervorragende Arbeit geleistet hat», lobte der 56-jährige Italiener seinen Vorgänger. «Es ist eine Ehre für mich, dass er nach seinem Abschied allen Beteiligten empfohlen hat, mich als seinen Nachfolger einzusetzen.» «Bisher bin ich sehr zufrieden damit, auch wenn es – ich will nicht sagen, dass es täglich viele Stunden sind – aber doch jede Woche einige Stunden in Anspruch nimmt. Und an den Rennwochenenden ist es definitiv zusätzliche Arbeit, weil ich mich mit allen Teamchefs aus den verschiedenen Klassen treffen muss.»
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«Mein Alltag ist dadurch zwar voller geworden, aber ich halte das für richtig, weil ich über genügend Erfahrung verfüge. Ich bin seit 1993 im Fahrerlager – also praktisch seit Beginn der Meisterschaft in ihrer heutigen Form», schilderte Cecchinello. «Schon in jungen Jahren war ich zunächst Mechaniker, dann Fahrer und heute Teamchef beziehungsweise Teammanager. Ich war in allen Klassen aktiv – von den früheren 125ern und 250ern bis hin zu Moto3, Moto2 und jetzt der MotoGP. Ich denke, ich habe dadurch einen sehr guten Überblick über unser gesamtes Umfeld.»
«Ich will aber nicht verschweigen, dass es mitunter herausfordernd ist, weil die Interessen der Teams – auch in Moto3 und Moto2 – nicht immer mit denen der MotoGP-Organisation übereinstimmen. Ich befinde mich also in einer vermittelnden Rolle, und meine größte Herausforderung besteht darin, einen Kompromiss zu finden und ein Gleichgewicht herzustellen. Bisher würde ich sagen: so weit, so gut – aber es ist viel Arbeit. Es braucht Zeit, alle Parteien auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen», beschrieb Cecchinello.
Wie Cecchinello mit der Doppelbelastung zurechtkommt Mit dem IRTA-Posten hat sich Cecchinello einer Doppelbelastung gestellt, denn schon die Leitung seines LCR-Teams beansprucht ihn stark. Im Fahrerlager gilt er seit Jahren als äußerst engagiert und unermüdlich. Auf kritische Stimmen, die einen weniger ausgelasteten IRTA-Präsidenten fordern, hat er eine klare Antwort: «In unseren Statuten der IRTA haben wir entschieden, dass der Präsident der IRTA Teamchef eines MotoGP-Teams sein muss. Und ehrlich gesagt wird die wichtigste tägliche Arbeit von Geoff Dixon, Danny Aldridge und den anderen IRTA-Mitgliedern erledigt. Die Rolle des Vorsitzenden ist eher eine Position, in der ich die Person zwischen den Parteien bin.»
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«Aber ich glaube, dass die Teams mich ausreichend respektieren und auch die MotoGP-Organisation mir genügend Respekt entgegenbringt», hielt Cecchinello fest. «Wenn ich meine Meinung oder meinen Rat äußere, wird dieser von beiden Seiten gehört. Und mein Rat besteht bisher immer darin, einen Kompromiss zu finden. Und ich denke, alles, was wir bisher gemacht haben, war richtig.» Große Herausforderungen durch Liberty-Übernahme Die Rolle des IRTA-Präsidenten dürfte in naher Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen, denn mit der Übernahme durch Liberty Media steht die MotoGP vor einem Umbruch. Um die Serie populärer zu machen, werden teils tiefgreifende Veränderungen nötig sein – vermutlich auch zulasten der Moto2- und Moto3-Teams, da die MotoGP klarer als Spitzenprodukt positioniert werden soll. Zwischen den unterschiedlichen Interessen erfolgreich zu vermitteln, dürfte Cecchinello daher in den kommenden Monaten und Jahren vor große Herausforderungen stellen.
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