Lorenzo Baldassarri trotzt den Schmerzen: «Das war ziemlich gefährlich!»
Trotz körperlicher Probleme kämpft sich Lorenzo Baldassarri bei der Superbike-WM in Portimao auf Rang 6 vor – und zeigt nach schwierigen Samstag eine starke Steigerung.
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Das Rennwochenende der Superbike-WM 2026 in Portimao stellte GoEleven-Ducati-Pilot Lorenzo Baldassarri vor große Herausforderungen. Bereits im Vorfeld war klar, dass es kein Selbstläufer werden würde – insbesondere nach den schwierigen Wintertests auf der anspruchsvollen Strecke. Dennoch zeigte der Italiener Moral und steigerte sich im Verlauf des Wochenendes deutlich.
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Mit Platz 8 in der Superpole legte Baldassarri eine solide Ausgangsbasis, doch vor allem körperliche Probleme machten ihm in den Rennen zu schaffen. «Es war kein einfaches Wochenende. Ich wollte den Speed von Australien bestätigen. Mir war aber klar, dass ein Podium hier kein realistisches Ziel ist. Die Wintertests hier waren sehr verregnet, zudem ist es eine ziemlich anspruchsvolle Strecke», erklärte er. Körperliche Grenzerfahrung am Samstag Im ersten Lauf am Samstag reichte es trotz großer Anstrengung nur zu Rang 11. Besonders die körperliche Verfassung bereitete ihm erhebliche Schwierigkeiten. «Körperlich war ich vielleicht bei 60 Prozent. Am Samstag war ich nach dem Rennen richtig zerstört. Ich befürchtete am Samstag, dass ich das zweite Rennen aufgeben muss», schilderte Baldassarri offen.
Auch im Sprint lief es nicht optimal: Platz 10 bedeutete knapp keine Punkte und zusätzlich eine ungünstige Startposition für das zweite Hauptrennen. Ein Umstand, der die Ausgangslage weiter erschwerte.
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Der Sonntag brachte jedoch eine deutliche Steigerung. Mit Platz 6 im zweiten Rennen gelang Baldassarri ein starkes Ergebnis – auch, weil er seine Herangehensweise anpasste. «Im zweiten Rennen fuhr ich entspannter und das half mir», erklärte er. Trotz der schlechten Startposition arbeitete er sich konstant nach vorne und überzeugte mit einem stabilen Rennrhythmus. «Ich bin happy, denn im zweiten Rennen war ich sehr konstant. So weit hinten zu starten, war aber nicht hilfreich. Das Niveau in der Superbike-WM ist sehr hoch. Wir fanden einen guten Speed im Rennen.»
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Körperlich war Portimao für Baldassarri eine große Herausforderung. Besonders Armpump machte ihm zu schaffen und beeinträchtigte seine Kontrolle über das Motorrad erheblich. «Ich kämpfte mit starken Armpump-Problemen und konnte nicht hart bremsen und hatte auch beim Gasgeben einige Probleme. Das war auch ziemlich gefährlich. Im Moment denke ich nicht, dass ich eine Operation benötige. Ich muss mich nur ausruhen und mich richtig dehnen, um für Assen bereit zu sein.»
Baldassarri kämpft schon länger mit Armpump Die Beschwerden haben ihren Ursprung offenbar bereits vor dem Rennwochenende. «Ich hatte diese Probleme bereits beim Flat-Track-Training auf der Ranch. Beim 100-Kilometer-Rennen schmerzte die Hand, die ich mir gebrochen hatte», berichtete der Italiener.
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Als mögliche Ursache sieht Baldassarri vor allem mangelnde Rennpraxis auf dem Motorrad selbst. «Mein Gefühl ist, dass die Probleme auf fehlendes Training zurückzuführen sind. Aber nicht Training im Fitnessstudio oder Ausdauertraining. Es geht eher ums Training auf dem Motorrad. Als ich im Winter trainierte, fuhr ich maximal drei schnelle Runden, bevor ich auf einen Amateurfahrer auflief. Und wenn man einen Amateur überholen muss, nimmt man automatisch Tempo raus. Man fährt nie 15 oder 20 Runden am Stück schnell. Das ist der Grund, vermute ich. Im vergangenen Jahr fuhr ich in der MotoE, also maximal sieben Runden am Limit.» Auch wenn Baldassarri die starke Form vom Saisonauftakt in Phillip Island nicht vollständig bestätigen konnte, lässt das Ergebnis vom Sonntag optimistisch auf die kommenden Rennen blicken. Unter schwierigen Bedingungen bewies er Kampfgeist – und zeigte, dass mit ihm weiterhin zu rechnen ist.
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