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Rolf Biland: Der geniale Seitenwagen-Grenzgänger wird 75

Nicht nur durch seine Siege und Titel machte Rolf Biland Schlagzeilen, sondern auch durch seine technischen Genieblitze. Am 1. April wird der Eidgenosse aus dem Kanton Bern 75 Jahre alt.

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Wie viele Seitenwagen-Piloten vor und nach ihm begann Rolf Biland seine Rennsportkarriere als Plampi, wie man den Beifahrer in seiner Heimat nennt. Nach zwei Jahren mit Fritz Hänzi als seinem Chauffeur hatte er genug und er wechselte in den Fahrersitz. Am Ende des Jahres 1973 stand der gelernte Automechaniker gemeinsam mit seinem Beifahrer Jürg Stauffer als Schweizer Meister fest.

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Nur ein Jahr später wagte Biland den Aufstieg in die Weltmeisterschaft. Auf einer vom Technik-Revolutionär Rudi Kurth gebauten CAT-Crescent schlug er sich 1974 wacker und beendete mit Freddy Freiburghaus an seiner Seite seinen erst zweiten Grand Prix an der zweiten Stelle. Zusammen mit dem achten Rang beim GP von Österreich ergab es Rang 9 in der WM-Tabelle.

Im Jahr darauf eroberte er mit seinem Schweizer Landsmann beim deutschen WM-Lauf seinen ersten Sieg. Am Saisonende mussten sie nur den beiden deutschen Gespannen Rolf Steinhausen/Josef Huber und Werner Schwärzel/Andreas Huber den Vortritt lassen. Nach einem leichten Rückfall 1976 erwiesen sich Biland und sein britischer Beifahrer Ken Williams 1977 als schnellste Paarung. Weil man in Silverstone bei einsetzendem Regen die Räder nicht schnell genug gewechselt werden konnten und man sich mit dem achten Platz zufriedengeben musste ging der Titel an den Briten George O’Dell, obwohl dieser kein Rennen gewonnen hatte.

1978 gibt es den ersten von sieben WM-Titeln für Rolf Biland

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1978 war es endlich soweit. Drei Siege zu Beginn der Saison und zwei zweite und ein dritter Rang sollten für Biland/Williams zum ersten Titelgewinn reichen. 1979 wurde Williams gegen den Schweizer Kurt Waltisperg ausgewechselt. Dieses Duo sollte sich künftig als kongeniale Partnerschaft herausstellen. Bereits in ihrem ersten gemeinsamen Jahr hießen die Weltmeister der für herkömmliche Gespanne Biland/Waltisperg. Dass sie nicht auch in der Kategorie für Seitenwagen mit Achsschenkellenkung das Championat für sich entschieden lag daran, dass sie zwar vier Rennen als Erste beendeten, allerdings zweimal keine Zielflagge sahen. Ihre Landsleute Bruno Hol7er/Karl Meierhans brausten sechs Mal als Zweite durchs Ziel und hatte am Ende die meisten Punkte auf ihrem Konto. Information am Rande: Dies war der erste Titelgewinn mit einem Seitenwagen, das vom genialen Louis Christen gebaut wurde.

1981, 1983, 1992, 1993 und 1994 folgten weitere fünf WM-Titel. In der langen Karriere hätten es aber durchaus mehr sein können. Nicht nur 1977 und 1979 verhinderten die Umstände, dass die WM-Krone an Biland ging, auch sein Übermut war dafür verantwortlich. Wie zum Beispiel 1982 als er sich in Mugello vorgenommen hatte, den Kurs schneller als die Piloten der Königsklasse zu umrunden. Der Versuch endete mit einem Überschlag und einem Startverzicht, weil er sich das Schlüsselbeinbruch gebrochen hatte. Damit reichten auch sechs Siege nicht zum Titelgewinn, weil Schwärzel/Huber zwar sieglos blieben, aber mehr Punkte gesammelt hatten als ihre Schweizer Gegner.

Nach der Saison 1997 zog Biland, der mit seinen unorthodoxen Ideen nicht nur oftmals die Grenzen gesprengt, sondern auch die Entwicklung des Gespannsports vorangetrieben hat, als damals erfolgreichster Seitenwagen-Pilot in der Geschichte einen Schlussstrich unter seine Karriere. Seine sieben Titelgewinne sollten nur vom Briten Steve Webster (10) übertroffen werden. Seine 81 WM-Laufsiege sind allerdings immer noch die Benchmark bei den Seitenwagen. Mit 66 ersten Plätzen liegt der Brite Tim Reeves vor Webster (62) an der zweiten Stelle der ewigen Bestenliste.

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Auch heute sieht man Rolf Biland, der am Anfang seiner Laufbahn am Existenzminimum gelebt hat, um sich den Sport leisten zu können, gelegentlich bei Klassikveranstaltungen. Auch da vertraut er immer noch auf das Können von Kurt Waltisperg.

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