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KTM-Rennchef Pit Beirer: «Greifen in die Trickkiste»
KTM hat in der Moto3-WM die Rolle des Seriensiegers übernommen. Die Oberösterreicher planen bereits für 2015, die Drehzahl wird gesenkt, Honda bleibt ein starker Gegner.
Moto3
Im Artikel erwähnt


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KTM feierte beim GP von Spanien in Jerez vor zehn Tagen eine Sternstunde: 50. GP-Sieg insgesamt, der 25. in der Moto3-WM hintereinander.
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Und das sind die 25 GP-Siege der KTM-Werksfahrer seit Motegi 2012: Luis Salom (7), Alex Rins (6), Maverick Viñales (3), Sandro Cortese (2), Danny Kent (2), Jack Miller (2), Romano Fenati (2) und Alex Márquez (1). Erstaunlich: 16 der 25 Siege haben Fahrer des Red-Bull-Ajo-KTM-Teams zustande gebracht. Pit Beirer, Head of Motorsport bei KTM durfte natürlich beim Einstieg in die neue 250-ccm-Viertakt-Klasse nicht mit solchen Triumphen rechnen. Auch 2014 bahnt sich in der WM ein KTM-Erfolg an: Jack Miller führt nach vier Rennen die WM-Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung auf Fenati an.
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Pit Beirer warnt aber vor Euphorie. Der ehemalige Spitzen-Motocrosser hat im Gespräch mit SPEEDWEEK.com einige Fragen beantwortet.
Pit, KTM hat die ersten beiden WM-Titel in der Moto3 gewonnen und zuletzt 25 WM-Rennen hintereinander. Habt ihr beim Moto3-Einstieg 2012 mit so einem Durchmarsch gerechnet?
Was da in den ersten zwei Jahren passiert, ist war unglaublich und unerwartet. Uns war eigentlich klar: Wenn wir hier neu einsteigen, sind wir die Rookies und müssen ordentlich lernen. Unsere Ziele im ersten Jahr waren nicht übertrieben gross. Sicherlich haben wir ein Podium im Auge gehabt. Aber wir haben nicht erwartet, dass wir im ersten Jahr die Weltmeisterschaft gewinnen. Das war ein Drei-Jahres-Plan. Und es war klar, dass wir im dritten Jahr um den WM-Titel kämpfen wollen. Dass wir nach zwei Jahren schon zwei WM-Titel in der Tasche hatten, war ein bisschen überraschend. Wir haben im ersten Jahr gemerkt, wir sind konkurrenzfähig. Wir konnten mit aller Kraft um den WM-Titel kämpfen. Im zweiten Jahr haben im Finale noch drei Fahrer für den Titelgewinn in Frage: Salom, Rins und Viñales – alle auf KTM.
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Ja, im zweiten Jahr ging es fast schon ein bisschen zu einfach... Aber jetzt ist der Druck wieder ein bisschen höher, Gott sei Dank. Als du 2012 vom Saisonauftakt in Katar heimgeflogen bist, hast du auch nicht damit rechnen können, dass Sandro Cortese das dritte Rennen gewinnt und dann WM-Leader wird? Nein, in Katar hatten wir mit Sandro klar herausgefahrene 18 Sekunden Rückstand. Das war nicht Glück und nicht Pech, das war der ehrliche Rennverlauf. Wir haben pro Rennrunde auf die Konkurrenz annähernd eine Sekunde verloren. Das war ein Realitätscheck. Aber der war eigentlich relativ okay. Wir haben somit gleich die Schwachstellen festgestellt, wo wir uns verbessern konnten. Zum Beispiel beim Fahrzeuggewicht?
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Ja, das Gewicht war damals eine ganz gravierende Geschichte, wo wir uns schnell verbessern konnten. Wir haben aber auch sofort angefangen, auch am Chassis Veränderungen durchzuführen. Wir haben das gemeinsam mit Sandro gemacht, denn er hat sehr gezielte Aussagen gemacht und uns genau gesagt, wie er sein Motorrad haben wollte. Dadurch konnten wir recht rasch weiterentwickeln und hatten bis zum dritten WM-Lauf in Estoril bereits ein schlagkräftiges Paket. Nächstes Jahr wird das Drehzahllimit von 14.000/min auf 13.500/min gesenkt. Muss deshalb ein neuer Motor designt werden? Wir haben bereits einige Dinge probiert und werden den existierenden M32-Motor in die Richtung weiterentwickeln, dass er leichter wird und es weniger rotierende Massen gibt. Vom Grundkonzept her werden wir wegen der Drehzahl-Reduzierung nicht alles auf den Kopf stellen. Die ersten 2015-Motoren haben wir letzte Woche schon in Almeria getestet. Die Senkung auf 13.500/min hat Honda diktiert?
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Honda war beim Wunsch zur Drehzahl-Reduzierung sicherlich federführend, ja. Das fiel bei ihnen unter das Thema Kostensenkung. Naja, wir werden lieber von 14.000 auf 15.000/min gegangen. Aber wir werden auch mit 13.500/min überleben? Jetzt könnte Honda die Senkung auf 13.500/min stärker auf den Kopf fallen als KTM? Das lässt sich jetzt nicht beurteilen. Es wird sich halt das ganze Drehzahlband nach unten verlagern. Unsere Ingenieure versuchen, alles in den unteren Drehzahlbereich zu verlagern, was du oben opfern und verschenken kannst. Unser Ziel ist es, ein besseres Ansprechverhalten zu kriegen und ein besseres Drehmoment, ohne durch die fehlenden 500/min zu viel Spitzenleistung zu verlieren. Wir werden alle wieder in die Trickkiste greifen. Auch Honda wird sich da nicht lumpen lassen. Wenn ich es richtig verstanden habe, finden sie die Moto3-Klasse jetzt doch interessant. Deshalb gehe ich davon aus, dass sie auch nächstes Jahr einen gescheiten Motor haben.
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