Moto3 in Motegi: Deutsches Intact-Team triumphierte, Titelparty verschoben
WM-Leader Maximo Quiles kämpfte bis zur Line um den Moto3-Sieg in Motegi. Doch Intact-GP-Ass David Almansa war schneller. Die früheste WM-Titelparty der Moto3-Geschichte blieb damit aus.
Vor zwei Jahren gelang es Aspar-Pilot David Alonso im Mobility Resort Motegi, den Titel in der Moto3 vorzeitig zu holen; vor einem Jahr gelang das Kunststück in minder souveräner Art und Weise Marc Marquez – Platz 2 im Großen Preis von Japan reichte zum Titelgewinn in der Topliga. 2026 hatte nun Maximo Quiles die Chance auf die große Party. Allerdings galt es für den Spanier, mindestens 20 Punkte Plus herauszufahren.
Mit anderen Worten: Selbst bei einem weiteren Sieg musste der Aspar-Youngster auf ein schwarzes Wochenende der Verfolger zählen. Und die liegen denkbar eng zusammen. Während Alvaro Carpe auf 175 Punkte (131 weniger als Quiles) kommt, folgen David Almansa und Brian Uriarte mit jeweils 174.
Dazu kam: Genau jene drei Rivalen hatten den WM-Leader am Samstag in Startreihe 2 verbannt. Almansa, Uriarte, Carpe – so die Reihenfolge nach dem Q2. Mit P4 hatte Quiles eine ebenfalls gute Ausgangslage. Der zukünftige Moto2-Pilot machte sich neben Matteo Bertelle und dem zweiten Intact-Piloten, David Munoz, startklar. Es galt, die 4801 Meter lange Piste 17-mal zu umrunden.
Nach der zur Freude der Fans inszenierten Go-Kart-Challenge der MotoGP-Piloten ging es um 11 Uhr Ortszeit in die Aufwärmrunde. Trotz Bewölkung war nicht mit Regen zu rechnen. Die Fans fieberten mit gleich drei Japanern. Yamanka-san hatte sich als Zehnter die beste Startposition geholt. Zen Mitani fuhr von 15, Debütant Ogiwara von 18 los. Für den Österreicher Leo Rammerstorfer ging es von Platz 25 los.
Den besten Start erwischte Pole-Mann David Almansa. Der Pilot mit der Nummer 22 bog vor Rookie Brian Uriarte, Quiles, Carpe und Munoz ab. Aus der ersten Runde kam Almansa als Führender vor Urirate zurück, dahinter hatte sich Munoz aggressiv auf Platz 3 geschoben. Quiles stritt sich derweil mit Carpe und Rico Salmela. Yamanka hatte sich auf Platz 7 vorgefahren.
Während Snipers-Pilot Singhapong, der erst sein zweites Rennen fährt, zu Boden ging, zog Brian Uriarte an die Spitze. An der Spitze entwickelte sich ein Match von acht Piloten. Quiles, zwischenzeitlich wieder Dritter, verbremste sich in der Runde und verlor dadurch einige Meter auf die Top-3 mit Uriarte, Almansa und Carpe. Bemerkenswert: Die Top 8 waren ausschließlich mit KTM-Fahrern besetzt. Die erste Moto3-Honda wurde unter Adria Fernandez (Leopard) auf Platz 10 notiert.
Uriarte, Carpe, Almansa, Quiles, Salmela, Yamanaka, Bertelle und Munoz hatten sich zur Halbzeit bereits um sechs Sekunden von den Verfolgern abgesetzt. Zeitgleich erreichte den Führenden im Display die Nachricht einer doppelten Long-Lap-Strafe. Der Grund: In der Startaufstellung hatte das Ajo-Team auch nach der 3-Minuten-Tafel an der KTM gearbeitet. Urirate büßte die Straße ab und fiel auf Platz 8 zurück.
Die Spitze hatte sich nun in zwei Vierergruppen gespalten mit Tempomacher David Almansa. Dem WM-Dritten folgten Carpe, Titelfavorit Quiles und Salmela. Sechs Runden vor der Flagge musste der junge Salmela abreißen lassen. Alles lief auf ein Finale mit David Almansa, Alvaro Carpe und Maximo Quiles hinaus.
Während Honda-Pilot Guido Pini vier Runden vor Schluss ebenfalls aus dem Event stürzte, spitzte sich der Kampf um den Sieg zu. Quiles schnappte sich Carpe und nahm nun den knapp führenden Piloten der Mannschaft von Peter Öttl ins Visier. Noch in derselben Runde schien die Vorentscheidung gefallen zu sein. Quiles machte einen kleinen Fahrfehler, hielt zwar P2, aber 0,8 Sekunden auf Almansa.
Zwei Runden vor Schluss zeigte Quiles einmal mehr seine Klasse. Der 18-Jährige halbierte den Rückstand auf den Landsmann, während auch Alvara Carpe nicht mehr mithalten konnte. 1:54,8 min, Quiles hatte die schnellste Rennrunde gedreht und attackierte nun zum Sieg. Doch Almansa verteidigte überragend. Quiles griff zweimal an – doch David Almansa schafft es – der Intact-GP-Athlet siegte 0,046 Sekunden vor Quiles.
Rico Salmela wurde starker Fünfter, hinter Carpe und Urirate, der sich wieder nach vorne gekämpft hatte. Yamanka schlug sich ebenfalls gut – Platz 8 für den MSi-Pilot beim Heim-GP hinter David Munoz. Die letzten WM-Punkte holte sich in einer großen Gruppe Casey O’Gorman.
Einen harten Japan-GP erlebte Leo Rammerstorfer. Der SIC58-Rookie lag lange auf Platz 23, fiel aber in der vorletzten Runde aus.
Eingeklemmt von seinen engsten Rivalen musste die WM-Feier des Aspar-Teams damit verschoben werden. In einer Woche hat Quiles in Indonesien den nächsten Matchball. Souveräne führendes Team in der Team-WM der Moto3 ist die deutsche Mannschaft Liqui Moly Dynavolt Intact GP.
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