Motocross-WM MXGP
Jeremy Seewer (KTM): Brutal auf einem Stein gelandet und abgeflogen
Trotz seines heftigen Abflugs am Samstag rettete MX2-WM-Leader Guillem Farres (Triumph) in Uddevalla (Schweden) mit einem 6-4-Ergebnis wichtige Punkte und behauptete die WM-Führung.
Nach seinem heftigen Samstags-Crash war es keineswegs sicher, dass Guillem Farres am Sonntag zu den Wertungsläufen antreten konnte. Die Platzwunden am Kopf des Spaniers wurden genäht und er musste den kritischen Test einer Gehirnerschütterung überstehen. Eine solche Diagnose wäre verheerend gewesen, denn damit wäre er nicht nur für Uddevalla, sondern auch für das Rennen in Arnheim gesperrt gewesen.
Allein seine äußere Erscheinung am Sonntag ließ erahnen, was Guillem für eine Nacht hinter sich hatte. Sein rechtes Auge blutunterlaufen, mehrere Wunden an Gesicht, Stirn und Hals zeichneten ihn. Dazu kam, dass er wegen des Ausfalls im Quali-Race von der schlechtesten Startposition aus ins Rennen gehen musste. Nach einem relativ harmlosen Crash an der ersten Auffahrt fuhr er im Qualifikationsrennen dem Feld hinterher. Ein Fahrer stürzte direkt vor ihm nach einem weiten Sprung. Guillem landete genau auf dem Bike des Gestürzten und flog heftig ab. Angesichts der Schwere des Crashs ist der Spanier im wahrsten Sinne des Wortes mit einem blauen Auge davongekommen.
Trotz seiner Handicaps zeigte Farres am Sonntag auf den Plätzen 6 und 4 zwei solide Rennen. Im zweiten Lauf markierte er in Runde 4 mit 1:50.168 sogar die schnellste Rundenzeit und überholte trotz seines Zustands Titelverteidiger Simon Längenfelder. «Es war tatsächlich ein guter Sonntag für mich», meinte Guillem nach dem Rennen. «Ich wusste, dass der heutige Tag nach meinem gestrigen Crash eine Herausforderung werden würde, aber ich bin wirklich zufrieden, wie der Tag gelaufen ist. Wir haben es möglich gemacht und vor allem im zweiten Rennen hatte ich viel Spaß, durch das Feld an die Spitze zu fahren. Körperlich geht es mir nicht so schlecht und am kommenden Wochenende bin ich sicher wieder fit.»
«Zu Beginn des Sonntags gab es viele Unbekannte», meinte Team-Manager Vincent Bereni, «aber am Ende gab es viele positive Aspekte. Ein 6-4 Ergebnis und vierter Gesamtrang ist wirklich positiv. Wir haben zwar in der Meisterschaft etwas an Boden verloren, aber die Realität ist, dass wir am Samstagabend nicht einmal wussten, ob Guillem am Sonntag Rennen fahren würde. Deshalb würde ich es ein positives Wochenende nennen. Jetzt müssen wir die kommende Woche gut bewältigen. Ein riesiges Dankeschön geht an alle, die so hart daran gearbeitet haben, dass Guillem heute wieder starten konnte, besonders an die Physio und den Arzt, der sich gestern um ihn gekümmert hat. Nun blicken wir nach vorne.»
WM-Leader Farres reiste mit einem Vorsprung von 47 Punkten nach Schweden. Am Ende des Tages waren es nur noch 24 Punkte Vorsprung. 6 Punkte hatte sein Verfolger Sacha Coenen (KTM) schon im Qualifikationsrennen gutgemacht, es folgten 10 Punkte im ersten Lauf und 7 Punkte in Lauf 2.
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