Motocross-WM MXGP
Schöne Erinnerungen für Pit Beirer: Vor 35 Jahren gelang ein Paukenschlag
KTM-Rennchef Pit Beirer feierte 1991 im Alter von 18 Jahren seinen ersten Motocross-Grand-Prix-Sieg – ausgerechnet vor brodelnder Heimkulisse in Reil auf der legendären Piste «Heißer Stein».
Die MotoGP-WM geht an diesem Wochenende in die zweite Saisonhälfte, Pedro Acosta liegt vor den Rennen in Silverstone als Bester der vier KTM-Fahrer auf dem siebten Gesamtrang, mit 60 Punkten Rückstand auf WM-Leader Jorge Martin (Aprilia).
Für KTM-Rennchef Pit Beirer (53) hat sich am 4. August ein besonderes Ereignis gejährt: Vor 35 Jahren hat der Ludwigshafener im Alter von nur 18 Jahren seinen ersten Motocross-Grand-Prix gewonnen. Das Kunststück gelang ihm in der hart umkämpften 125er-Klasse und ausgerechnet beim Heim-Event in Reil an der Mosel. Dazu fuhr Beirer in einem deutschen Team – in der Suzuki-Mannschaft von Hermann Kurz, der einige Jahre später auch im Straßenrennsport Erfolge sammelte.
«Pitbull» Beirer gewann Lauf 1 damals souverän, zurrte mit einer sicheren Fahrt im zweiten Durchgang mit Position 2 hinter Bob Moore (KTM) den Tagessieg fest und wurde frenetisch bejubelt. Für Beirer war es der erste internationale Meilenstein. Als Teenager war er auch sehr beeindruckt vom erfolgreichen Selfmademan Hermann Kurz, der Beirer bereits einige Jahre davor unter Vertrag genommen hatte und
1995 wechselte Beirer mit dem Schweizer Pamo-Honda-Team von Paul Kasper in die 250er-Klasse, wo er ebenfalls Grands Prix gewann. 1999 sicherte sich Pit im Kawasaki-Werksteam von Jan de Groot den Vize-WM-Titel. 2002 erfolgte nach einer guten Saison bei Vismara Honda der Sprung ins KTM-Werksteam. Seit dem Crash im bulgarischen Sevlievo im Frühjahr 2003 ist Beirer auf den Rollstuhl angewiesen, was seinen Tatendrang aber nie gebremst hat.
Lungenvolumen hatte sich drastisch reduziert
Der Autor dieser Zeilen fuhr 2003 als junger Redakteur für Motorsport aktuell (MSa) nach Gaildorf, wo sich Beirer erstmals nach dem Unfall seinen Fans präsentierte und die Trophäe als «Fahrer des Jahres 2002» überreicht bekam. Damals berichtete Pit von seinem harten Weg zurück. Ein beeindruckender Fakt, der hängen blieb: Sein Lungenvolumen hatte sich durch den Unfall auf ein Siebtel reduziert, eigentlich unvorstellbar. Was den Beobachter staunen ließ, war für den Kämpfer Beirer nicht mehr als eine Randnotiz. Sein Blick war längst nach vorne gerichtet. In der Reha in Murnau hatte er sich davor innerhalb einiger Wochen wieder erholt und war bereit für seine zweite Karriere.
KTM-Berater Heinz Kinigadner und Firmenchef Stefan Pierer bestellten Beirer nach der Reha zuerst zum Sponsorship-Manager, dann zum Communications-Manager. Später wurde dem Badener das Rennsport-Management übergeben, als Nachfolger von Kurt Nicoll. Was viele nicht wissen: Beirer fuhr bereits in frühen Teenager-Jahren als Nachwuchshoffnung für KTM, damals war sein Kumpel Didi Lacher für KTM auf Titeljagd in den nationalen Serien.
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