Pedro Acosta nach Sepang-Test: KTM nicht ganz auf Augenhöhe mit Ducati
Kein Spektakel, kein Risiko – so lässt sich der Sepang-Test von MotoGP-Ass Pedro Acosta (KTM) zusammenfassen. Platz 8 in der Zeitenliste täuscht, auch wenn der Rückstand auf Ducati weiter besteht.
Der dritte und letzte Testtag der MotoGP-Vorsaison 2026 in Sepang brachte für Pedro Acosta keine großen Schlagzeilen – dafür jedoch eine klare Erkenntnis. Der KTM-Werkspilot arbeitete konzentriert sein Programm ab, verzichtete auf eine späte Zeitenjagd und schließt den Test somit als Achtschnellster der kombinierten Zeitenliste ab. Damit war Acosta erneut der schnellste RC16-Fahrer im Feld.
Dass am Ende deutlich mehr möglich gewesen wäre, stellte Acosta offen in den Raum. «Mit dem richtigen Timing wären wir wieder in den Top-5 gewesen», erklärte der Spanier. Das Problem: Der beste Reifen kam zum Einsatz, als die Streckenbedingungen nicht mehr ideal waren. Doch ein klassischer Time-Attack habe ohnehin nicht auf der Prioritätenliste gestanden.
Statt schnelle Runden – Vergleichsarbeit
Der dritte Testtag war bei KTM klar strukturiert. Nach umfangreichen Chassis-Arbeiten am ersten Tag und dem Einsatz älterer Spezifikationen an Tag Nummer zwei lag der Fokus diesmal auf direkten Vergleichen. «Heute fuhr ich eine Runde mit dem Standard-Bike und dann direkt wieder mit dem neuen», schilderte Acosta. Erst danach wurde ein frischer Reifen montiert. Zu spät, um seine Zeit zu verbessern.
«Die Zeitattacke war nicht mein Ziel», stellte Acosta klar. Wichtiger sei gewesen, trotz vieler Umstellungen eine saubere Runde abzuliefern und ein klares Bild vom aktuellen KTM-Paket zu bekommen.
Rennsimulation: KTM hinkt Ducati leicht hinterher
Besonders aufschlussreich verlief die Rennsimulation. Acosta bewegte sich dabei im Bereich von 1:58er-Zeiten – minimal langsamer als die Ducati-Piloten. «Wir sind noch etwas langsamer als Ducati», räumte er ein, relativierte aber sofort: Entscheidend sei, mit einem klaren Plan nach Thailand zu reisen.
Im direkten Vergleich mit Marc Marquez kam es in der Simulation zu einer Annäherung auf der Strecke, die nicht überbewertet werden sollte. «Seine Reifen waren am Ende, meine noch frisch», erklärte das KTM-Ass nüchtern. Aussagen zur Konkurrenzfähigkeit wollte er aus dieser Begegnung nicht ableiten.
Sepang bleibt für KTM kein einfaches Pflaster. «Malaysia ist nicht unsere beste Strecke», sagte er und verwies darauf, dass auch Thailand kein Selbstläufer wird. Der erste positive Eindruck überwiege. Nach drei Testtagen sei es gelungen, zahlreiche Variationen und Teile zu prüfen und das Fundament für die nächsten Schritte zu legen. «Mein Ziel war, mir ein klares Bild zu verschaffen, welche Teile wir nach Thailand mitnehmen müssen, um das beste Paket zu bauen».
Sattelfest: Acosta beendet Test ohne Sturz
Auffällig: Acosta fuhr über die drei Testtage kontrolliert. Kein Sturz, keine Hektik, kein erzwungener Angriff, um seine Bestzeit zu verbessern. «Ich wollte hier nicht unbedingt crashen», erklärte er abschließend. Stattdessen habe er möglichst viel Zeit auf der Strecke verbringen wollen – schnell, aber ohne unnötige Risiken.
Das Fazit fällt differenziert aus. «Ich bin vielleicht sechs von zehn möglichen Punkten zufrieden», bilanzierte der Spanier. Zufrieden sei er mit der eigenen Leistung und der Arbeitsweise im Team. Wie konkurrenzfähig man sein werde, wird sich erst in Thailand in drei Wochen zeigen.
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Alex Marquez (E)
Ducati
1:56,402 min
2.
Marco Bezzecchi (I)
Aprilia
+0,124 sec
3.
Fabio Di Giannantonio (I)
Ducati
+0,383
4.
Marc Marquez (E)
Ducati
+0,387
5.
Francesco Bagnaia (I)
Ducati
+0,527
6.
Franco Morbidelli (I)
Ducati
+0,728
7.
Raul Fernandez (E)
Aprilia
+0,843
8.
Pedro Acosta (E)
KTM
+0,851
9.
Joan Mir (E)
Honda
+0,866
10.
Enea Bastianini (I)
KTM
+0,888
11.
Ai Ogura (J)
Aprilia
+0,924
12.
Alex Rins (E)
Yamaha
+1,178
13.
Brad Binder (ZA)
KTM
+1,188
14.
Maverick Vinales (E)
KTM
+1,197
15.
Johann Zarco (F)
Honda
+1,199
16.
Luca Marini (I)
Honda
+1,403
17.
Jack Miller (AUS)
Yamaha
+1,754
18.
Toprak Razgatlioglu (TR)
Yamaha
+1,924
19.
Diogo Moreira (BR)
Honda
+2,074
20.
Lorenzo Savadori (I)
Aprilia
+2,500
21.
Augusto Fernandez (E)
Yamaha
+2,876
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