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Alberto Puig: «Jeder Topfahrer macht den Unterschied»

Repsol-Honda-Teamprinzipal Alberto Puig lässt keine Kritik an der HRC-Strategie zu, die in der Vergangenheit immer erfolgreich war. Aber die Gegenwart sieht triste aus.

MotoGP

Im Artikel erwähnt






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Repsol-Honda-Teamprinzipal Alberto Puig (55) hört es nicht gerne, wenn die GP-Berichterstatter behaupten, Honda könne nur mit Marc Márquez gewinnen. Er ist allergisch gegen solche Vorwürfe, aber die Statistik beweist: Seit der Ankunft vom Marc Márquez 2013 hat im Repsol-Honda-Werksteam außer Dani Pedrosa (er gewann zuletzt 2017 in Valencia) kein Teamkollege mehr ein Rennen gewonnen. Jorge Lorenzo, Alex Márquez und Pol Espargaró sind bei Repsol gescheitert. Und bei LCR-Honda ist seit Cal Crutchlow kein Fahrer mehr aufs Podest gekommen. Taka Nakagami in viereinhalb Jahren nicht.

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"Ich könnte ja im Gegenzug behaupten, dass Yamaha auch nur mit Quartararo gewinnen kann", wirft Puig ein.

Doch dieses Argument steht auf wackligen Beinen. Denn Maverick Viñales hat 2021 auf der Yamaha in Doha gewonnen, auch in jedem Jahr von 2018 bis 2020 hat er mindestens einen WM-Lauf für sich und entschieden: Franky Morbidelli siegte 2020 sogar dreimal.

Alberto Puig ereifert sich sich bei diesem Thema rasch. "Jeder Topfahrer macht den Unterschied aus! Die Leute, die das nicht verstehen, haben keine Ahnung. Die Kombination Márquez mit Honda war jahrelang sehr stark, er hat in sieben Jahren sechsmal die Meisterschaft gewonnen", rechnet Puig vor. "Jetzt ist er seit zwei Jahren verletzt, er kam und ging wieder, er konnte das Motorrad nicht entwickeln. Deshalb stecken wir tief in Problemen, ja."

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Ducati Corse beweist gerade das Gegenteil: Dort macht nicht ein einzelner MotoGP-Topfahrer den Unterschied aus.

Ducati hat in der MotoGP-Saison 2022 bei elf Rennen schon acht Pole-Positions erzielt, mit vier unterschiedlichen Piloten: Martin 2x, Zarco 1x, Bagnaia 4x und Di Giannantonio 1x. Sieben der acht Ducati-Piloten haben 2022 schon einen Podestplatz errungen – die Ausnahme bildet Luca Marini.

Bei Ducati macht also nicht ein einzelner Topfahrer den Unterschied aus. "Da stimme ich zu 100 Prozent zu", pflichtet Puig bei.

Allerdings: Die Fahrer-WM 2022 gewinnen die Italiener voraussichtlich nicht. In der Fahrer-WM liegen jedoch immerhin vier Ducati-Fahrer in den Top-7. Der beste Honda-Pilot ist WM-13.

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Den Honda-Ingenieuren gelingt es seit Jahren nicht, ein Rennmotorrad zu bauen, mit dem auch andere Asse neben Marc Márquez regelmässig aufs Podest fahren können. Wobei selbst der Superstar 2022 keinen Top-3-Platz zustande gebracht hat.

Alberto Puig behauptet, es sei nicht das Ziel von Honda, ein Bike zu entwickeln, mit dem auch andere Fahrer Spitzenergebnisse erreichen können.

"Wir haben uns in der Geschichte des Rennsports immer auf einen Fahrer konzentriert. Jetzt haben wir vielleicht zum ersten Mal mit diesem System Probleme bekommen. Einige andere Hersteller waren nicht so oft vorne dabei wie Honda. Ja, Ducati macht ein sehr gutes Motorrad. Das ist wahr, denn auf der Rennstrecke macht dieses Motorrad einen guten Eindruck. Wir waren bei Honda viele Jahre lang in dieser Situation..."

Aber ein altes Gesetz im Rennsport lautet: Nichts ist so alt wie die Resultate von gestern.

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Der streitbare Puig lässt diesen Einwand nicht gelten.

"Frag’ die Leute, die in der Vergangenheit gewonnen haben, ob es damals für sie gezählt hat oder nicht", wirft der 500-ccm-Sieger (auf Honda) von 1995 in Jerez ein. "Als Insider sage ich: Alles was in der Vergangenheit geschehen ist, spielt eine große Rolle."

Aber nicht nur bei Honda wird der MotoGP-Sport durch die Motorradverkäufe finanziert. Und niemand kauft sich heute vermutlich eine Honda, weil in den 1960er-Jahren Taveri, Hailwood und Redman damit gewannen, später Spencer, Gardner, Doohan und Rossi.

"Da stimme ich nicht zu", versicherte Alberto Puig im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. "Denn es gibt viele Kunden, die Ducati- oder sogar BMW-Motorräder kaufen, obwohl diese Firmen nie Meisterschaften gewinnen. Sogar MV Agusta-Motorräder werden gekauft, das sind superschöne Motorräder. Deshalb pflichte ich da nicht 100-prozentig bei."

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Ob diese Aussagen mit den Ansichten der Marketing-Strategen von Honda Motor, die die Rennabteilung HRC finanzieren, und dem heftig beworbenen Motto "The Power of Dreams" kompatibel ist, diese Frage können nur die Japaner beantworten.

Fakt ist: Honda wird 2022 bei den drei Titeln (Fahrer-, Marken- und Team-WM) in der MotoGP zum dritten Mal in Serie leer ausgehen. In der Moto3-WM wird es voraussichtlich nicht anders sein.

MotoGP-Ergebnis, Assen (26. Juni):

1. Bagnaia, Ducati, 26 Rdn. in 40:25,205 min

2. Bezzecchi, Ducati, + 0,444 sec

3. Viñales, Aprilia, + 1,209

4. Aleix Espargaró, Aprilia, + 2,585

5. Brad Binder, KTM, + 2,721

6. Miller, Ducati, + 3,045

7. Martin, Ducati, + 4,340

8. Mir, Suzuki, + 8,185

9. Oliveira, KTM, + 8,325

10. Rins, Suzuki, + 8,596

11. Bastianini, Ducati, + 9,783

12. Nakagami, Honda, + 10,617

13. Zarco, Ducati, + 14,405

14. Di Giannantonio, Ducati, + 17,681

15. Alex Márquez, Honda, + 25,866

16. Dovizioso, Yamaha, + 29,711

17. Marini, Ducati, + 30,296

18. Bradl, Honda, + 32,225

19. Gardner, KTM, + 34,947

20. Savadori, Aprilia, + 35,798

– Fernández, KTM, 8 Runden zurück

– Quartararo, Yamaha, 15 Runden zurück

– Darryn Binder, Yamaha, 18 Runden zurück

– Morbidelli, Yamaha, 18 Runden zurück

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MotoGP-Fahrer-WM nach 11 von 20 Grand Prix:

1. Quartararo 172 Punkte. 2. Aleix Espargaró 151. 3. Zarco 114. 4. Bagnaia 106. 5. Bastianini 105. 6. Brad Binder 93. 7. Miller 91. 8. Mir 77. 9. Rins 75. 10. Oliveira 71. 11. Martin 70. 12. Viñales 62. 13. Marc Márquez 60. 14. Bezzecchi 55. 15. Marini 52. 16. Nakagami 42. 17. Pol Espargaró 40. 18. Alex Márquez 27. 19. Morbidelli 25. 20. Di Giannantonio 18. 21. Darryn Binder 10. 22. Dovizioso 10. 23. Gardner 9. 24. Raúl Fernández 5.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati 246 Punkte. 2. Yamaha 172. 3. Aprilia 155. 4. KTM 121. 5. Suzuki 101. 6. Honda 85.

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Team-WM:

1. Aprilia Racing 213 Punkte. 2. Monster Energy Yamaha 197. 3. Ducati Lenovo Team 197. 4. Prima Pramac Racing 184. 5. Red Bull KTM Factory 164. 6. Suzuki Ecstar 152. 7. Gresini Racing 123. 8. Mooney VR46 Racing 107. 9 Repsol Honda 100. 10. LCR Honda 69. 11. WithU Yamaha RNF 20. 12. Tech3 KTM Factory 14.

Moto3-Fahrer-WM nach 11 von 20 Grand Prix:

1.Garcia 182 Punkte. 2. Guevara 179. 3. Foggia 115. 4. Sasaki 113. 5. Masia 107. 6. Deniz Öncü 98. 7. Suzuki 94. 8. Migno 77. 9. Tatay 64. 10. Artigas 57. 11. Riccardo Rossi 52. 12. Yamanaka 51. 13. Holgado 48. 14. Toba 44. 15. Moreira 34. 16. Ortolá 33. 17. Muñoz 32. 17. 18. Adrian Fernández 28. 19. McPhee 24. 20. Bartolini 23. 21. Kelso 22. 22. Nepa 18. 23. Bertelle 16. 24. Odgen 16. 25. Fellon 8. 26. Aji 5.

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Konstrukteurs-WM:

1. GASGAS 235 Punkte. 2. Honda 181. 3. KTM 174. 4. Husqvarna 133. 5. CFMOTO 95.

Team-WM:

1. GASGAS Aspar Team 361 Punkte. 2. Leopard Racing 209. 3. Red Bull KTM Ajo 155. 4. Sterilgarda Husqvarna Max Racing 137. 5. Red Bull KTM Tech3, 126. 6. CFMOTO Racing PrüstelGP 121. 7. MT Helmets – MSI 85. 8. Rivacold Snipers 77. 9. CIP Green Power 66. 10. SIC58 Squadra Corse 60. 11. Angeluss MTA Team 51. 12. QJMotor Avintia Racing 39. 13. BOE Motorsports 32. 14. Vision Track Racing Team 16. 15. Honda Team Asia 5.

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3

Fabio Di Giannantonio

Pertamina Enduro VR46 Racing Team

116

4

Pedro Acosta

Red Bull KTM Factory Racing

92

5

Ai Ogura

Trackhouse MotoGP Team

77

6

Raúl Fernández

Trackhouse MotoGP Team

68

7

Alex Márquez

BK8 Gresini Racing MotoGP

67

8

Francesco Bagnaia

Ducati Lenovo Team

63

9

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57

10

Fermin Aldeguer

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