Bagnaia über Verfassung von Marc Marquez: «Niemand kennt die Realität!»
Vor dem MotoGP-Event in Misano schwärmte Pecco Bagnaia von der 2024er-Ducati, die auch heute noch für Top-Platzierungen gut wäre. Wie er die Social-Media-Enthüllungen von Marc Marquez beurteilt.
Ducati-Werksfahrer Pecco Bagnaia will nach den beiden enttäuschenden Rennwochenenden in Silverstone und Aragon bei seinem Heim-GP in Misano wieder in die Spur finden. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere seine Ducati-Kollegen Marc Marquez, Fabio Di Giannantonio und Alex Marquez auf der italienischen Rennstrecke einen starken Auftritt hinlegen werden – ebenso wie die Aprilia-Fahrer Marco Bezzecchi, Jorge Martin und Raul Fernandez. Ai Ogura fehlt verletzungsbedingt.
In den letzten Jahren war die Ducati Desmosedici auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli das Motorrad, dass es zu schlagen galt. In diesem Jahr hat der Hersteller aus Borgo Panigale mit Aprilia einen ebenbürtigen Gegner. Bagnaia erinnert sich deshalb gerne an die glorreichen Zeiten zurück, als er mit dem italienischen Bike um dem WM-Titel gekämpft hat. «Das Potenzial, dass die Ducati 2024 hatte, war unschlagbar. Heute sind wir vier Fahrer auf einer GP26, aber wenn wir jetzt die GP24 hätten, wären wir damit immer noch vorne dabei», ist sich Bagnaia sicher. «Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, welches Potenzial wir bei diesem Rennen hier vor zwei Jahren hatten. Klar, Aprilia hat sich verbessert, Ducati hat aber auch einen Rückschritt gemacht. Vielleicht können wir an diesem Wochenende mit ihnen (Aprilia) kämpfen.»
Marc Marquez veröffentlichte vor einigen Tagen auf Social Media ein Bild mit freiem Oberkörper, auf dem das Ausmaß seiner Verletzungsmisere deutlich sichtbar ist. Die vielen Operationen am rechten Arm und an der Schulter haben viele Spuren hinterlassen. Marquez betonte bereits öfters, dass sein rechter Arm nach den ganzen Operationen nicht mehr derselbe ist. Auf manchen Strecken, wie in Silverstone, beeinträchtigt ihn dies, auf anderen wiederum – wie in Aragon –, scheint er keine Einschränkungen zu spüren. Mit der Veröffentlichung des Fotos wollte der 33-Jährige den Gerüchten und Spekulationen ein Ende setzen,
Bagnaia über Marquez: «Er hat mir dieses Bild vor dem Aragon-GP gezeigt»
Inwieweit war Pecco Bagnaia das Ausmaß der Verletzungen seines Teamkollegen bewusst – bevor er dieses Bild gesehen hatte? «Es ist schwer, das von außerhalb zu beurteilen. Es ist aber auch kein Geheimnis, dass Marc ein Poker Face hat. Niemand kennt die Realität», betonte der Italiener. «Aber es ist unglaublich, was er tut. Mit sieben Operationen an einem Arm ist es normal, dass man limitiert ist. Diesbezüglich ist es bewundernswert, wie er die Rennwochenenden angeht. Er hat mir dieses Bild vor dem Aragon-GP gezeigt – es ist unbeschreiblich, in welcher Situation er sich befindet. Angesichts dessen, macht er einen großartigen Job. Ich weiß aber nicht, inwieweit er eingeschränkt ist. Manchmal ist er sehr stark, manchmal betreibt er Schadensbegrenzung. Er macht aber fantastische Dinge.»
Ist Pecco überrascht, dass MM93 auf Social Media jetzt so offen mit seiner Situation umgeht? Der neunfache Champion ist bezüglich seiner Verletzungen normalerweise zurückhaltend gegenüber der Öffentlichkeit und den Medien – so wie Bagnaia. «Ich habe hinsichtlich Social Media einen anderen Ansatz – ich unterscheide mich da komplett von vielen Fahrern», stellte der 29-Jährige klar. «Ich bevorzuge es, gewisse Dinge geheim zu halten. Man weiß viele Dinge nicht über mich.»
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