WM-Spitzenreiter Jorge Martin: «Ich war noch nie der Favorit!»
MotoGP-WM-Leader Jorge Martin steht auf dünnem Eis. Der Aprilia-Werksfahrer muss sich in der Heimat des Verfolgers Bezzecchi und des Ducati-Aushängeschilds Marc Marquez um die WM-Führungen bangen.
Nach zwei fünften Plätzen im MotorLand Aragon schmolz die Tabellenführung von Jorge Martin wieder unter die Marke von 20 Punkten. Und auch Teamkollege Marco Bezzecchi, der vor seinem Heimspiel an der Adriaküste 24 Punkte Rückstand hat, könnte sich zurück an die Spitze der Königsklasse bringen. Damit sitzen ausgerechnet jene beiden Athleten Martin im Nacken, die 2025 in Misano in einer eigenen Liga fuhren. Den GP von San Marino gewann Marc Marquez eine halbe Sekunde vor Bezzecchi. Martin büßte als 13. fast eine halbe Minute ein.
Martin, der im kommenden Jahr auf der 850er-Yamaha antreten wird, bemühte sich bei der Auftaktpressekonferenz in Misano entsprechend, die Aufmerksamkeit nicht auf sich zu ziehen. Der Blick ist allein auf die kommenden Tage in Misano gerichtet: «Misano ist ein guter Platz für mich und nachdem Aragon nicht so stark war, möchte ich hier unbedingt aussehen. Ich fühle mich gut – bin aber auch immer noch bei 100 Prozent.»
Jorge Martin, der auf dem Weg zu seinem Titelgewinn 2024 Rivale Pecco Bagnaia in dessen Heimat Misano in einen Crash hetzte, will sich keine klare Rolle zuweisen: «Ich war nie derjenige, der der Favorit war, so ist es auch jetzt. Aber wir sind alle hier, um zu gewinnen, und auch wenn ich zuletzt um den Sieg fahren konnte, arbeite ich hart dafür, um weiter ein Teil des Titelkampfs zu sein.»
Und doch kam die Frage nach den härtesten WM-Rivalen – Marc oder Marco? Jorge Martin blieb eine klare Antwort schuldig: «Beide sind auf enormem Level. Marc fuhr in Aragon verrückt gut und gewann. Und Marco ist in seiner Heimat und enorm motiviert. Dazu kommt: Ich war im vergangenen Jahr nicht so konkurrenzfähig. Das Wochenende wird uns die Antworten liefern.
Ein Thema zum Auftakt des San-Marino-GP war auch das Thema der Verletzungen. Mit Ai Ogura und Maverick Vinales verpassen zwei Stammfahrer das zweite Event der Saison in Italien und auch die Top 3 der WM können allesamt mitreden, wenn es um schwerwiegende gesundheitliche Probleme geht. Jorge Martin: «Die Zuversicht zu einem Comeback kommt aus dem Gefühl einer perfekten Vorbereitung. Nur manchmal nehmen wir uns nicht genug Zeit, sind gehetzt. Was ich aus den Verletzungen gelernt habe, ist, sich lieber etwas mehr Zeit zu nehmen, um das richtige Gefühl zu haben.»
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