Bastianini zu Fahrergewerkschaft: «Dieser Kosmos existiert nicht ohne uns»
Ein hartes Stück Arbeit war der Einzug Enea Bastianinis ins Q2 am MotoGP-Freitag in Phillip Island. Zum Mitspracherecht der Fahrer an der Zukunft der Serie hatte der Tech3-Pilot eine klare Meinung.
Platz 7 und mit ihm die direkte Qualifikation für das Q2 am Samstag – so die erfreuliche Ausbeute des Phillip-Island-Zeittrainings aus Sicht von Enea Bastianini. Nicht nur das, der Italiener war mit seiner schnellsten Rundenzeit am Freitag – einen Wimpernschlag schneller als
Für «La Bestia» ein Start nach Maß, doch der Weg ins Q2 war holprig: «Normalerweise versuchen wir zu vermeiden, viel am Motorrad zu verändern, aber heute war es nötig. Am Vormittag haben wir gelitten.» Die größte Baustelle an seiner RC16? «Die Fahrstabilität. Unser Motorrad bewegt sich besonders in den schnellen Kurven auf dieser Strecke sehr stark, und die Richtungswechsel sind langsamer als sonst.» Auch der Italiener selbst musste sich umstellen.
Probleme hatte er mit einer für den Kurs auf Phillip Island typischen Baustelle: «Ich hatte große Schwierigkeiten mit dem Wind. Ich musste zweimal ungeplant in die Box zurückfahren, um eine Lösung zu finden.» Und auch seine schnellste Runde am Nachmittag wäre um ein Haar ausgefallen: «Ich kam nach meiner ersten schnellen Runde zurück in die Box und war zum wiederholten Mal Elfter und dachte: Verdammt! Ich muss wohl noch mehr rausholen. Danach haben wir aber einen guten Job gemacht.»
In Qualifying und Sprintrennen könnten die Änderungen, die die Rundenzeit ermöglichten, jedoch zum Problem werden. Bastianini sieht es gelassen: «Wir werden am Samstag einen Nachteil haben, aber dann sind wir ohnehin in einer anderen Situation.» Im Laufe des Samstags soll das am Freitag noch ideale Wetter immer schlechter werden, Regen droht und damit andere Voraussetzungen für das Fahrerfeld der Königsklasse.
Das kam nach Bastianinis Ankunft in Australien zusammen, um Zustimmung zu einer Fahrergewerkschaft auszuloten. Der Riminese begrüßt das: «Wir haben angefangen, Gespräche zu führen, denn es ist wichtig, alle einzubeziehen. Wir haben vor zwei Jahren mit diesem Projekt begonnen, aber haben es bislang noch nicht zu Ende führen können.» Es sei wichtig, den Fahrern Einfluss bei Entscheidungen über die MotoGP zu sichern. Das Thema kam im Vorfeld des letzten MotoGP-Wochenendes in Indonesien abermals auf, als die Veranstalter einen neuen zeitlichen Ablauf des Rennwochenendes vorstellten, der ab der Saison 2027 gelten soll.
Eine Fahrergewerkschaft ist für den Moto2-Weltmeister ein Weg, den Fahrern mehr Mitspracherecht zu sichern: «Macht ist wichtig, und bislang haben die Teams Macht. Aber dieser MotoGP-Kosmos existiert nicht ohne uns, und wir Fahrer können ohne diesen MotoGP-Kosmos nicht existieren. Deshalb müssen wir Fahrer einen gemeinsamen Nenner finden.»
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