Ducati orientiert sich an Aprilia: Marc Marquez lobt neue Aero-Offensive
Mit neuen Aeroelementen an der Schwinge kämpft Ducati um Fortschritte im MotoGP-Titelduell. Marc Marquez erklärt den ersten Eindruck und warum er im Blick auf Aprilia keine Schwäche sieht.
Neue Aeroelemente an der Schwinge seiner Ducati Desmosedici begleiteten Marc Marquez am Freitag auf Phillip Island auf Platz 3. Im
Einen konkreten Zeitgewinn wollte Marquez nach dem ersten Trainingstag nicht beziffern. Dass er die Teile am Motorrad behielt, wertete er aber als brauchbaren Ausgangspunkt für die weitere Arbeit.
«Ich kann nicht viel dazu sagen. Ich habe sie am Motorrad gelassen, weil ich mich damit nicht schlechter fühlte. Wenn man neue Dinge probiert und sie nicht schlechter sind, dann bedeutet das, dass sie in Zukunft eine Verbesserung ermöglichen können. Wir müssen die Situation noch besser verstehen», erklärte der Ducati-Werkspilot.
Ducati schärft die Desmosedici nach und macht Marquez happy
Für Marquez zählt dabei auch das Signal aus der Rennabteilung. Ducati arbeitet im laufenden Titelkampf weiter an der Desmosedici, statt sich mit dem vorhandenen Paket zufriedenzugeben. «Wichtig für mich ist, dass Ducati arbeitet und alles gibt. Wir haben noch fünf Rennen vor uns und sie bringen weiterhin neue Dinge, damit wir um die Meisterschaft kämpfen können», betonte der Spanier.
Bemerkenswert ist die erkennbare Orientierung an Aprilia auch deshalb, weil Ducati unter Luigi Dall’Igna über Jahre selbst zahlreiche technische Entwicklungen vorantrieb, denen die Konkurrenz folgte. Marquez sieht darin keinen Widerspruch. Für ihn gehört es zum Wettbewerb, erfolgreiche Ansätze anderer zu prüfen und daraus eigene Fortschritte abzuleiten.
«Ein Ingenieur, ein Fahrer oder ein Mensch sollte nicht arrogant sein und ausschließlich eigene Ideen nutzen. Manchmal kann man von den anderen lernen, manchmal lernen die anderen von dir. Wichtig ist, dass man weiter wächst und sich und sein Team verbessert. Und das versuchen wir», erläuterte Marquez. «Es ist ein Wettbewerb. Jeder schaut, was der andere macht. Das mache ich auch.»
Aprilia wird Favoritenrolle gerecht, doch auch Marquez ist stark
Der Freitag bot Ducati gute Bedingungen, um die Neuerungen auszuprobieren. Bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen hatte Marquez bereits im FP1 die Bestzeit gesetzt. Im Zeittraining steigerte er sich auf 1:26,901 min und blieb damit 0,126 Sekunden hinter Marco Bezzecchi. Zwischen den beiden reihte sich Raul Fernandez ein.
«Ich bin sehr happy, weil ich das Gefühl habe, das ich mir hier auf Phillip Island erhofft hatte. Doch alle Aprilias sind sehr schnell», fasste der Ducati-Pilot zusammen. «Jeder Tag zählt. Wir haben heute intensiv gearbeitet und Dinge am Motorrad probiert.»
Dass Aprilia auf dem schnellen australischen Kurs so geschlossen stark auftrat, überraschte ihn nicht. Hinter Marquez komplettierten Ai Ogura und WM-Leader Jorge Martin die ersten fünf. «Es ist, wie wir es bereits gestern erwartet haben: Aprilia ist hier sehr stark. Im Laufe der Saison konnten wir bereits mehrfach sehen, dass sie in schnellen Kurven und auf Strecken mit flüssigen Layouts sehr schnell sind. Doch wir sind auch schnell», hielt Marquez fest.
Wetterumschwung vorausgesagt: Was Marquez erwartet
Für das restliche Wochenende drohen allerdings deutlich andere Voraussetzungen. Der angekündigte Wetterumschwung könnte die Abstimmungsarbeit vom Freitag nur noch eingeschränkt nutzbar machen. «Die Wetteraussichten für Samstag und Sonntag sind nicht besonders gut. Doch man muss bereit sein, falls sich etwas ändert», erklärte der Spanier.
Sein Vertrauen in die eigene Konkurrenzfähigkeit gilt zunächst den trockenen Bedingungen. «Jeder Tag ist wichtig. Wenn es morgen nass ist, dann müssen wir bereit sein. Hier auf Phillip Island kann sich alles von einem Tag zum nächsten verändern. Im Trockenen sind wir dabei», betonte Marquez.
Regen würde aus seiner Sicht aber nicht automatisch den Vorteil der Aprilia-Piloten beseitigen. «Wir sind in Jerez zum letzten Mal im Regen gefahren. Das ist lange her. Doch ein schneller Fahrer ist immer schnell. Ein Motorrad, das gut ist, funktioniert bei allen Bedingungen. Sie werden also auch im Nassen schnell sein», prognostizierte der Titelverteidiger.
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