Brad Binder (KTM) geschockt: Er fühlte sich wie auf einer Sonntagsausfahrt
Brad Binder rettete im MotoGP-Grand-Prix auf dem Sachsenring Platz 10 ins Ziel. Er hätte bei seiner KTM noch nie so einen starken Reifenabbau erlebt – zuerst vermutete er ein technisches Problem.
Wieder einmal war es ein schlechtes Qualifying, das KTM-Pilot Brad Binder das Wochenende vermasselte. Von Startplatz 15 kam er im MotoGP-Sprint auf dem Sachsenring nur auf Rang 12 nach vorne. Im Grand Prix am Sonntag durfte Binder von Position 14 ins Rennen gehen, da Rookie Diogo Moreira (Honda) um drei Startplätze zurückversetzt wurde – der Brasilianer bummelte am Freitag im Zeittraining auf der Ideallinie und wurde dafür bestraft. Franco Morbidelli (Ducati) erhielt dieselbe Strafe.
Im GP über 30 Runden konnte der Südafrikaner ebenfalls keine Glanzpunkte setzen. Er fuhr ein unauffälliges Rennen und profitierte auch von den Ausfällen vor ihm. Er überquerte die Ziellinie als Zehnter. «Ich dachte eigentlich, dass ich nett zu meinem Hinterreifen war. Deshalb rechnete ich damit, dass ich am Ende noch zulegen könnte, aber zwei Runden vor Schluss eskalierte es», erzählte Binder. «Ich dachte zuerst, dass ich kein Benzin mehr habe, es ein Problem mit dem Motor gab oder dass der Reifen einen Platten hatte. Dann realisierte ich, dass mein Hinterreifen einfach am Ende war. Ich habe an der Reifenkante noch nie so einen Abbau erlebt. Am Ende des Tages wurde es ein zehnter Platz – verdammt, ich kann es gar nicht glauben. Ich dachte, dass es ab der Rennhälfte nach vorne gehen würde. Dann ging aber nichts mehr. Es ist, wie es ist. Wir müssen mehr Speed und Performance finden.»
«Der Verschleiß ist bei mir immer am größten. Da bin ich seit Jahren der Spitzenreiter, obwohl ich das eigentlich gar nicht will.»Brad Binder
Binder war im Rennen lange Zeit zwischen den Honda-Piloten Luca Marini und Diogo Moreira unterwegs. Er konnte aber mit seiner RC16 keine Positionen gut machen. Wenige Runden vor dem Ende wurde er von KTM-Kollege Enea Bastianini überholt. Dann profitierte er vom Rückfall von Jack Miller (Yamaha) – der Australier hatte Probleme mit seiner M1. «Das ist das Schlimmste daran. Ich war wie auf einer Sonntagsausfahrt unterwegs und habe trotzdem den Hinterreifen verschlissen. Das war nicht gut», haderte Binder. «Ich weiß aus langjähriger Erfahrung, dass ich den Hinterreifen stark beanspruche. Der Verschleiß ist bei mir immer am größten – oder zumindest fast. Da bin ich seit Jahren der Spitzenreiter, obwohl ich das eigentlich gar nicht will.»
In der WM-Tabelle liegt Brad Binder zur Saisonhalbzeit mit 64 Punkten auf Rang 13. Stand jetzt hat der Routinier 2027 keinen Platz in der MotoGP.
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