KTM-Ass Enea Bastianini (9.) dachte beim Überholen einfach nicht nach
Enea Bastianini (KTM) rettete im MotoGP-Rennen am Sonntag auf dem Sachsenring mit Rang 9 sein viertes Top-10-Resultat in Serie. Er erklärte, warum Überholen auf dieser Strecke eine Kopfsache ist.
Das Sachsenring-Wochenende von Enea Bastianini begann ernüchternd: Im Sprint blieb der KTM-Tech3-Pilot ohne Punkte. Im Grand Prix verlor er beim Start zunächst eine Position, arbeitete sich dann aber Stück für Stück nach vorne. Er profitierte von den Ausfällen vor ihm, lieferte sich ein Duell mit Franco Morbidelli (Ducati) und überholte später auch Diogo Moreira (Honda) und Brad Binder (KTM). Am Ende stand Platz 9, was sein siebtes Top-10-Ergebnis der Saison ist. In der WM rückte er damit auf Rang 12 mit 76 Punkten vor. Bemerkenswert: Mit den Rundenzeiten, die er im letzten Renndrittel fuhr, hätte er vorne mithalten können.
Enea Bastianini offenbart sein Überhol-Geheimnis
Der Sachsenring ist mit seinen 3,671 Kilometern Länge die kürzeste Strecke und bietet erfahrungsgemäß wenig Platz für Überholmanöver. Bastianini lässt die Ausrede, auf dem Sachsenring könne man schlecht überholen, aber nicht gelten: «Man kann überholen, es ist nur schwierig. Wenn man hier im Windschatten fährt, wird der Vorderreifen heißer.» Dies bringe beim Vorderreifen Instabilität mit sich, man müsse dann auch auf den Reifendruck achten.
Nach einigen Runden habe er herausgefunden, wie er das Problem umgehen konnte. «Wenn ich versuche, den Fahrer vor mir zu studieren, ist es zu spät, wenn der Moment zum Überholen kommt. Ich fahre direkt hin, ohne über den Moment nachzudenken.» Das bringe aber auch Risiken mit sich: «Es ist nicht einfach, den Rivalen nicht zu studieren, weil man dann einen Fehler machen kann.»
Das Limit ist die KTM RC16 – Bastianini noch nicht an der Grenze
Auch wenn Rang 9 nach einem soliden Ergebnis klingt, ist Bastianini nicht zufrieden. Er wollte den positiven Trend stärker nutzen, was nicht gelungen sei. Der Reifenverschleiß im Rennen sei nicht das Hauptproblem gewesen, die ersten zehn Runden dagegen schon. Wie die anderen Rivalen kämpfte er mit Untersteuern: «Wenn du durch die Kurven 5 bis 7 musst und einlenken willst, aber die Front nicht arbeitet, ist das ein Problem – denn du darfst den Hinterreifen nicht zum rutschen bringen, nach fünf Runden geht sonst nichts mehr.»
Angesprochen auf die körperliche Belastung mit der RC16 bestätigte Bastianini: «Unser Bike ist sehr hart, das ist sicher.» Er habe im Winter und auch im Sommer viel gearbeitet, um jederzeit bereit zu sein. «Wir haben nicht viel Stabilität. Von meiner Seite bin ich okay – das ist nicht mein Limit.»
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