Toprak Razgatlioglu frustriert: Sachsenring-GP war «schlimmstes Wochenende»
Toprak Razgatlioglu kam beim MotoGP-Rennen auf dem Sachsenring nicht über Platz 15 hinaus. Der Yamaha-Pilot haderte mit den Reifen und sprach von seinem bislang schwierigsten MotoGP-Rennwochenende.
Toprak Razgatlioglu verließ den Sachsenring mit einer großen Portion Frust. Der Pramac-Yamaha-Pilot beendete den Deutschland-Grand-Prix als 15. und Letzter der Fahrer, die das Ziel erreichten. Auf Sieger Marc Marquez fehlten dem Türken mehr als 38 Sekunden. Entsprechend deutlich fiel anschließend sein Fazit aus: «Das war für mich das schlimmste Wochenende.»
Zu Beginn des Rennens versuchte Razgatlioglu noch, Yamaha-Markenkollege Alex Rins zu folgen. Ein kleiner Fehler kostete ihn jedoch den Anschluss. «Danach war meine Referenz weg und ich war allein unterwegs. Das Einzige, worüber ich mich freue, ist, dass dieses Wochenende vorbei ist. Jetzt konzentriere ich mich auf Silverstone.»
Großer Frust: Razgatlioglu kommt mit den Michelin-Reifen nicht zurecht
Für den dreimaligen Superbike-Weltmeister war der Sachsenring mit dem MotoGP-Motorrad und den Michelin-Reifen völliges Neuland. Genau darin sieht er den Hauptgrund für seine Schwierigkeiten. «Normalerweise mag ich diese Strecke. Aber mit dem MotoGP-Bike und diesen Reifen war es extrem schwierig. Man braucht ein gutes Setup, ein Motorrad, das gut einlenkt, und man muss die Reifen perfekt managen. Ich war überhaupt nicht entspannt auf dem Motorrad.»
Besonders frustrierte ihn, dass selbst LCR-Ersatzpilot Cal Crutchlow an ihm vorbeiging. «Als Cal mich überholt hat, war ich wirklich überrascht. Sein Motorrad lenkte besser ein und hatte mehr Grip als meine Maschine. Ich habe versucht, bei ihm zu bleiben, aber das war nicht möglich.»
Grundsätzlich stellt Razgatlioglu den Einsatz seines Pramac-Teams und Yamaha nicht infrage. «Danke an Yamaha, denn alle arbeiten jeden Tag sehr hart», betonte der Türke. «Aber wir machen keine Fortschritte. Vor allem im zweiten Sektor habe ich mich überhaupt nicht verbessert. Deshalb sage ich, dass es mein schlimmstes Wochenende war.»
Wechselnde Reifenmischungen irritieren den MotoGP-Rookie
Ein großes Problem sieht Razgatlioglu in den unterschiedlichen Reifenmischungen, die von Strecke zu Strecke eingesetzt werden. «Ich beginne gerade erst, das Motorrad und die Reifen zu verstehen. Aber an jedem Rennwochenende kommen andere Reifen. Das hat meine Motivation zerstört. Ich hatte mich an einen Reifensatz gewöhnt und dann kommen wir hierher und fahren mit komplett anderen Reifen. Auf einer Seite hast du Grip, auf der anderen überhaupt nicht. Das ist sehr schwierig. Die anderen kennen die Strecke, die Reifen und wissen genau, wie man damit fährt. Für sie ist es vielleicht etwas einfacher. Für mich war dieses Wochenende eine Katastrophe.»
Trotz des sportlichen Misserfolgs sorgten die zahlreichen türkischen Fans am Sachsenring für einen Lichtblick. «Ich habe viele türkische Flaggen gesehen. Das hat mir Motivation gegeben», sagte Razgatlioglu. «Aber ich bin traurig, weil ich ihnen kein gutes Ergebnis liefern konnte. Sie kommen wegen des Sports hierher und ich werde nur 15. Sie unterstützen mich trotzdem, aber ich möchte ihnen etwas zurückgeben. Deshalb war dieses Wochenende für mich besonders schwer.»
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