Albert Arenas (2.): «Ich bin sauer, weil ich nicht gewonnen habe!»
Im Interview mit SPEEDWEEK.com erklärte Supersport-WM-Leader Arenas, weshalb er sich in Donington zweimal Triumph-Pilot Booth-Amos geschlagen geben musste. Warum er sich in seinem Team so wohl fühlt.
WM-Leader Albert Arenas sammelte beim Supersport-Event in Donington Park fleißig Punkte. Gegen Lokalmatador Tom Booth-Amos (Triumph) zog er zwar in beiden Rennen den Kürzeren, doch mit zweimal Platz 2 konnte der Spanier zufrieden sein.
Was war das Geheimnis von Booth-Amos und Triumph, weshalb sie beim Wochenende in Donington unschlagbar waren? «Erst einmal ist er sehr gut gefahren. Er war aber so schnell – aus meiner Sicht musste er beim Herausbeschleunigen nicht viel nachdenken. Er öffnete einfach das Gas und es ging dahin», erklärte der Yamaha-Pilot. «Ich selbst hatte zu kämpfen, um Grip und die richtige Drehzahl zu finden, damit etwas voranging. Ich würde sagen, dass dies der Hauptgrund war.»
Variiert dies von Strecke zu Strecke bzw. war Donington somit sehr gut für die Triumph? «Das kann sein. Auch letztes Jahr hat er hier zwei zweite Plätze in Folge erreicht», wusste Arenas. «Mit meinem Paket habe ich mich schon seit Freitag nicht sehr gut gefühlt. Mir fehlte es etwas an Grip und wir konnten deshalb bei der Beschleunigung nicht das Maximum nutzen. Aber am Sonntag lief es besser. Wir haben eine kleine Veränderung beim Getriebe vorgenommen – um die perfekte Beschleunigung hinzubekommen. Ich hatte mehr Grip und war etwas stärker. Für einige Momente konnte ich Tom hinter mir lassen, aber dann, nach dem Zwischenfall mit Can, habe ich die Chance auf den Windschatten hinter Tom verloren. Ich habe an Boden verloren und versucht, ihn wieder einzuholen, aber es hat nicht gereicht.»
Zur Erinnerung: Fünf Runden vor Schluss ging Yamaha-Kollege Can Öncü mit einem harten Manöver in der Melbourne-Haarnadelkurve an Arenas vorbei, wobei dieser hinausgedrängt wurde. Doch Arenas konterte umgehend und eroberte Platz 2 zurück.
Dennoch machte Arenas während des Rennens einen coolen und ruhigen Eindruck. «Ich versuche einfach immer daran zu denken, was es in der jeweiligen Situation braucht. Ich bin sehr fokussiert. Natürlich gibt es einige Dinge, die du nicht kontrollieren kannst. Aber ja, ich bin eins mit dem Motorrad», so der Routinier.
Professionelle Zusammenarbeit mit dem AS Racing Team
Das AS Racing Team schätzt die professionelle Herangehensweise von Albert Arenas. Auf der anderen Seite fühlt sich der Moto3-Weltmeister von 2020 bei der Truppe sehr gut aufgehoben. «Ich habe eine Crew gefunden, die sehr professionell ist. Und das nicht nur hinsichtlich der Arbeitsweise, sondern auch, wie das Wochenende angegangen wird», schwärmte der 29-Jährige. «Ich fühle mich wohl und muss nicht allzu viel darüber nachdenken. Sie sind stark und fokussiert, und sie arbeiten ständig – egal wie spät es ist. Das mache ich auch, also passen wir sehr gut zusammen. Ich bin happy, dass ich aus der professionellen Einstellung, die ich habe, einen Vorteil ziehen kann. Denn manchmal gibst du alles, aber es passt einfach nicht – dann ist es Zeitverschwendung und du kannst nicht abliefern.»
In der WM-Tabelle konnte der Yamaha-Pilot seine Führung auf 82 Punkte ausbauen. Wie wichtig ist es für Arenas, mit einem guten Gefühl und einem guten Polster in die Sommerpause zu gehen? «Das ist mir egal. Aber es ist gut», winkte der WM-Leader ab. «Ich bin fokussiert darauf, mich auf Magny-Cours vorzubereiten. Ich bin sauer, weil ich (in Donington, Anm.) nicht gewonnen habe. Wir versuchen, uns zu verbessern.»
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