Gibernau-Design ohne Happy End: Alex Marquez zieht dennoch positives Fazit
Am Sonntag trat Alex Marquez auf dem Sachsenring zum MotoGP-Rennen mit einem Sonderdesign seiner Gresini-Ducati an. Glück brachte es keines, sein Rennen endete im Kiesbett.
Es hätte die perfekte Geschichte werden können: Zum 30-Jahr-Jubiläum des Gresini-Teams fuhr Alex Marquez am Sonntag in der Movistar-Lackierung, mit der Sete Gibernau 2003 auf der Gresini-Honda auf dem Sachsenring Valentino Rossi im Zielsprint bezwungen hatte. Nach Platz 2 im Sprint sah es im Rennen nach einer möglichen Wiederholung aus: Alex Marquez folgte seinem Bruder Marc über die ersten Runden auf Rang 2. Doch am Ende der neunten Runde verlor er in Kurve 13 die Kontrolle – die Ducati im Retro-Look landete im Kiesbett.
Strategie von Alex Marquez ging nach hinten los
Den Sturz nahm Alex Marquez auf seine Kappe. «Ich habe einen kleinen Fehler gemacht. Ich war an diesen beiden Punkten zu selbstsicher», erklärte er. Auch die Bedingungen spielten eine Rolle: «Das Grip-Niveau war niedriger als sonst, das machte es kniffliger.» Ob Wind eine Rolle gespielt habe, wisse er nicht: «Es war eher mein Fehler.» Im Rennen habe er versucht, den Vorderreifen zu schonen und dem Bruder etwas Raum zu lassen: «Ich habe versucht abzuwarten und den Hinterreifen aufzusparen, aber ich habe die Front zu stark belastet, um die Zeit zurückzuholen, die ich anderswo verlor.»
Auch wenn der Abschluss bitter war, zog Marquez ein positives Fazit am Sachsenring. «Ich bin traurig über diesen Sturz, aber glücklich mit dem gesamten Wochenende. Ich komme von einer Verletzung zurück, und es sieht so aus, als hätten wir den Speed.» Was ihm noch fehle, sei der Rennrhythmus: «Ich brauche mehr Zeit, um dieses Tempo, diese Leistung wirklich anzunehmen. Ich brauche noch etwas, um wieder bei hundert Prozent zu sein.»
Weniger Konstanz im Titelrennen – Bruder Marc und Jorge Martin als Favoriten
Das letzte komplett normale Wochenende sei jenes in Barcelona gewesen – bis zu dem Unfall im Rennen. Das Sachsenring-Wochenende sah er als Fortschritt. Als Ursache für den Sturz im Rennen nannte er die eigene Körperhaltung: «Ich helfe dem Motorrad in den Kurven zu wenig beim Einlenken. Ich bin zu steif auf dem Bike und lege zu viel Gewicht auf die Front.» Nach der Sommerpause, spätestens mit Updates, die in Silverstone kommen sollen, will er wieder voll da sein.
Zum offenen Titelkampf – die Top-5 trennen nur 24 Punkte – äußerte sich der Vizeweltmeister von 2025 als Experte: «Niemand war wirklich konstant, niemand war das ganze Wochenende über da. Es sieht so aus, als sei dieses Jahr offener, weil mehr Fehler gemacht werden. Der Einzige, der zu Saisonbeginn Konstanz gezeigt habe, sei Marco Bezzecchi (Aprilia) gewesen – «leider war er verletzt und hatte in den letzten Rennen nicht viel Glück.» Interessant werde, wer nach der Sommerpause diese Konstanz finde. Marc traut er das ebenso zu wie dem WM-Führenden Jorge Martin (Aprilia): «Er macht nicht viel Lärm, aber er ist da.»
In der WM-Wertung bleibt Alex Marquez nach der Nullnummer am Sonntag mit 87 Punkten Achter.
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