Brad Binder nach heftigem Sturz: «Eine KTM weniger für das Museum»
Ein heftiger Q1-Sturz erschwerte Brad Binders MotoGP-Wochenende in Japan. Nach Platz 11 im Grand Prix ärgerte sich der KTM-Pilot auch über die zu vorsichtige Strategie beim Hinterreifen.
Brad Binder verließ Motegi mit fünf WM-Punkten und dem Gefühl, eine Chance verschenkt zu haben. Der Südafrikaner beendete den Japan-GP auf Platz 11, knapp hinter Honda-Werkspilot Luca Marini. Mit 25,9 Sekunden Rückstand war er nur drittbester KTM-Pilot. Was mit der RC16 möglich gewesen wäre, zeigte Enea Bastianini: Der Tech3-Pilot wurde Vierter und verlor lediglich 2,3 Sekunden auf Sieger Marc Marquez (Ducati).
Den entscheidenden Rückschlag hatte Binder bereits am Samstagvormittag erlitten. Im Q1 kämpfte er zunächst um den Einzug in die zweite Qualifying-Session. Doch beim zweiten Versuch stürzte er noch vor seiner nächsten schnellen Runde. Statt einer besseren Ausgangslage blieb ihm Startplatz 17.
«Ein Samstag zum Vergessen. Das FP2 und der erste Versuch im Q1 liefen gar nicht so schlecht, doch dann ruinierte ich alles in der Runde vor meiner Zeitenjagd mit dem zweiten Reifen. Das war alles andere als ideal. Das war ein heftiger Abflug. Ich fühlte mich, als wäre ein Bus über mich gerollt», erklärte Binder am Samstagabend.
Nach Q1-Sturz: Hilfe von Acostas Crew und Tech3
Auch seine KTM hatte erheblich gelitten. Damit Binder im Sprint antreten konnte, halfen neben seinen eigenen Mechanikern weitere Mitglieder der KTM-Mannschaften beim Wiederaufbau. «Ich muss mich bei meinem Team, auch bei Pedros Crew und den Tech3-Jungs bedanken. Sie haben sich um mein Motorrad gekümmert, sodass es gerade rechtzeitig fertig wurde. Es gibt mit Sicherheit eine KTM weniger für das Museum am Ende des Jahres», scherzte er.
Im Sprint machte Binder zunächst Positionen gut. Doch ein Ausritt ins Kiesbett in Runde 9 warf ihn zurück. Am Ende blieb nur Platz 18. «Der Start im Sprint war nicht so schlecht, ich arbeitete mich bis Platz 12 vor. Von da an hatte ich immer wieder Probleme in Kurve 1. Dann blockierte das Vorderrad und mir war klar, dass ich so nicht einlenken kann, weil ich bereits Schräglage hatte. Ich richtete das Motorrad auf und fuhr geradeaus.»
Zu konservative Strategie kostete besseres Resultat
Am Sonntag waren zumindest die körperlichen Folgen des Qualifying-Sturzes weniger deutlich zu spüren. «Ich fühlte mich körperlich deutlich besser als am Samstag. Mein Physio hat gute Arbeit geleistet. Ich fühlte mich wieder wie ein Mensch.»
Für den Grand Prix stand vor allem die Haltbarkeit der Reifen im Mittelpunkt. Nachdem mehrere Fahrer im Sprint mit aufreißenden Hinterreifen gekämpft hatten, entschieden sich am Sonntag alle für den harten Hinterreifen. Binder hatte im kurzen Rennen zwar keine solchen Probleme erlebt, doch auch seine Mannschaft bereitete sich auf einen möglichen Einbruch vor.
«Im Warm-up probierten wir den harten Hinterreifen, der mich positiv überraschte. Er war ziemlich gut. Im Rennen lief es okay. Wir haben alles etwas zurückgeschraubt, weil wir den mittleren Teil des Reifens schonen wollten», erklärte Binder. Mit dem Wissen aus dem Rennen hätte Binder weniger konservativ vorgehen können. «Rückblickend denke ich, dass wir damit drei Renndistanzen hätten fahren können. Unsere Änderungen waren also nicht wirklich gut. Doch das passiert. Platz 11 war das Maximum.»
Die Verantwortung für das enttäuschende Rennwochenende suchte Binder dennoch vor allem bei sich selbst. «Es war also unterm Strich kein gutes Japan-Wochenende. Ich hatte mir mehr erhofft. Doch ich habe es selbst weggeworfen mit dem Sturz im Q1. Das hat den Rest meines Wochenendes erschwert.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach




