Debatte nach Crash und weiterer OP: Tritt Marc Marquez Ende 2026 zurück?
Le Mans sah den wahren Marc Marquez. Erst fuhr «MM93» Rundenrekord, dann ging es wieder einmal auf den OP-Tisch. Wie lange tut sich Marc Marquez das noch an? Spaniens MotoGP-Star bleibt im Gespräch.
Was für ein Wochenende für Ducati Corse – und die Familie Marquez. Den Tiefpunkt des Le-Mans-GP erlebte die Ducati-Werksmannschaft bereits am Samstag um 15.20 Uhr, als Weltmeister
Marc Marquez wurde umgehend ins Streckenhospital chauffiert. Die Diagnose ließ nicht lange auf sich warten: Bruch des fünften Mittelfußknochens rechts. Damit war ein weiteres Kapitel in der Verletzungsbibel des neunfachen Weltmeisters geschrieben. Der Große Preis von Frankreich und, so viel stand sofort fest, auch der Catalunya-GP am kommenden Wochenende finden ohne Spaniens MotoGP-Ikone statt.
Im Hause Marquez wurde sofort gehandelt. Noch am Abend ging es im Jet zurück in die Heimat und während die MotoGP ohne ihren Weltmeister zum Großen Preis Aufstellung nahm, war Marc Marquez bereits operiert. Nicht allerdings am rechten Fuß, sondern an der rechten Schulter. Noch vor seiner Rückreise gestand der Dominator der Saison 2025, dass ein Eingriff so oder so im Anschluss an den Catalunya-GP geplant gewesen sei.
Laut Marquez fiel die Entscheidung unmittelbar nach dem Jerez-GP. In einem vergleichsweise harmlosen Eingriff soll eine Schraubverbindung optimiert werden, die zuletzt den Radialnerv in Marquez' Schulter so beeinträchtigt hat, dass der Champion auf seinem Prototyp zu einer unnatürlichen Haltung gezwungen wurde. Nach der Korrektur, so der Tenor, soll sich Marc Marquez zeitnah dann endlich in 100-Prozent-Bestform befinden. Von der jüngsten Fußfraktur war zunächst gar keine Rede mehr.
Nach dem jüngsten XL-Crash von Marc Marquez steht aber nicht nur die kurzfristige Situation des Multi-Champions im Fokus. Dass «MM93» die laufende Saison noch in eine erfolgreichen Titelverteidigung dreht, daran glauben nach dem GP-Rennen auf dem Circuit Bugatti mit einem 1-2-3-Finish der Aprilia-Fraktion auch treue Ducati-Fans nicht mehr.
Marc Marquez: Wie viel Energie ist noch da?
Es geht um nichts anderes als die Frage, ob der nächste Eingriff, die nächste Schmerz- und Therapiewelle nicht doch der Anfang vom Ende der Karriere des 33-Jährigen ist. Am Sonntagabend in Le Mans ist das Fahrerlager zweigeteilt. Da gibt es etliche, die sehen die jüngste Verletzung nur als eine weitere Hürde an, die einen Marc Marquez auch diesmal nicht von einem erfolgreichen Comeback abhalten kann. Biss und Erfolgshunger des Spaniers stehen danach noch über den negativen Faktoren der nächsten Rehabilitation.
Und dann gibt es diejenigen, die fest davon überzeugt sind, dass der Punkt auch für Marc Marquez längst überschritten ist. «MM93» hat eingesehen, dass sein Körper nicht mehr für weitere MotoGP-Herausforderungen zur Verfügung steht. Alle physiologischen Kredite wurden mit dem beeindruckend kämpferischen Comeback auf Ducati und der überragenden Titelmission 2025 aufgebraucht.
Marc Marquez wird noch einmal zurückfinden, ein frischer Zweijahres-Vertrag mit Ducati wird längst ausgeredet sein und 2027 wird «MM93» auch mit 34 Jahren und nur noch 850 ccm der Maßstab der Königsklasse sein, so die eine Ansage. Dem entgegen steht ein ehrenvoller Abschied am Ende der Saison 2026 mit sieben MotoGP-Titeln und einer einzigartigen Erfolgs- und Leidensgeschichte. Der Hauptdarsteller wird gedanklich in beiden Szenarien unterwegs sein – und die für sich richtige Entscheidung fällen. Idealerweise – ohne Schmerzmittel.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach