Razgatlioglu (13.): Riesiger Rückstand auf Quartararo sorgt für viel Frust
Toprak Razgatlioglu holte in Le Mans als 13. seine nächsten MotoGP-Punkte. Der Yamaha-Neuzugang zeigte sich danach aber ernüchtert über den Rückstand auf Markenkollege Fabio Quartararo.
Toprak Razgatlioglu erlebte beim MotoGP-Rennen in Le Mans ein weiteres schwieriges Wochenende. Der Yamaha-Neuzugang ging von Startplatz 16 ins Rennen, machte beim Start zunächst einige Positionen gut, verlor diese im weiteren Verlauf aber wieder. Zwischenzeitlich lag der Türke vor Yamaha-Werkspilot Alex Rins, musste sich seinem Markenkollegen in der Schlussphase jedoch geschlagen geben. Rang 13 bedeutete dennoch die nächsten WM-Punkte und immerhin die Position als drittbester Yamaha-Pilot.
Wirklich zufrieden war Razgatlioglu nach dem Rennen allerdings nicht. Vor allem die
Freude über Punkte, Frust über Rückstand
«Ja, wir haben ein paar Punkte geholt», sagte der dreifache Superbike-Weltmeister. «Ich war sehr nah dran, Rins noch zu überholen, aber ich machte in der letzten Runde einen Fehler.» Razgatlioglu hatte auf die weiche Vorder- und Hinterreifenmischung gesetzt – mit Folgen. «Der Vorderreifen war komplett zerstört. Vor allem in den Rechtskurven konnte ich kaum noch einlenken, weil sich die Front ständig bewegte.»
Razgatlioglu lobte gleichzeitig die Fortschritte innerhalb des Projekts, stellte aber klar, dass diese noch nicht ausreichen. «Wir verbessern uns jeden Tag. Das ist gut, aber nicht genug für ein wirklich gutes Ergebnis», erklärte er. Besonders Fabio Quartararo beeindruckte den Türken.
«Fabio hat an diesem Wochenende einen unglaublichen Job gemacht. Wir haben nicht sein Renntempo. Ich versuche ständig zu verstehen, warum. Ich schaue mir immer die Daten an. Wir müssen verstehen, wie wir das Motorrad auf dieses Niveau bringen können.»
Auch im Rennen selbst habe er erneut wichtige Erkenntnisse gesammelt. «Am Ende des Rennens fahre ich viel besser», schilderte Razgatlioglu. «Zu Beginn mit viel Grip und vollem Tank tue ich mich noch schwer. Ich finde dann keinen guten Rhythmus. Gegen Rennende wird es besser, aber dieses Mal baute der Vorderreifen zu stark ab.»
Die große Differenz zu Quartararo beschäftigte Razgatlioglu besonders stark. «32 Sekunden sind riesig für mich», betonte er mit Blick auf den Rückstand. «Ich schaue immer auf Fabio, weil er das gleiche Motorrad fährt. Selbst ohne meinen Fehler in Kurve 9 wären es vielleicht noch 26 oder 27 Sekunden gewesen. Das ist immer noch eine riesige Lücke.»
Der Türke ist überzeugt, dass Quartararo aktuell etwas findet, was ihm selbst noch fehlt. «Es sieht so aus, als würde Fabio das Motorrad einfach sehr gut fahren. Vor allem hier bei seinem Heimrennen war er extrem stark. Aber wir müssen uns weiter verbessern.»
Setup-Ideen für Barcelona – Sitzposition aber weiterhin kritisch
Als zentrales Problem identifizierte Razgatlioglu erneut das Einlenkverhalten der Yamaha M1. «Wir verlieren sehr viel beim Turning», erklärte er. «Ich fahre ein anderes Setup als die anderen Fahrer. In Barcelona werden wir etwas ausprobieren, das eher in Richtung von Fabios Abstimmung geht.» Besonders auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya erwartet der Yamaha-Pilot eine große Herausforderung. «Dort braucht man ein Motorrad, das sehr gut einlenkt. Außerdem hat die Strecke wenig Grip.»
Auch die Sitzposition auf dem MotoGP-Bike bereitet Razgatlioglu weiterhin Schwierigkeiten. «Es ist noch immer etwas schwierig, weil ich sehr hoch sitze», erklärte er. «Die Front fühlt sich sehr tief an. Das ist nicht wirklich mein Fahrstil.» Dennoch weiß der Türke, dass er sich anpassen muss. «Ich muss mich daran gewöhnen, weil MotoGP-Bikes eben so funktionieren. Vielleicht bekommen wir mit den neuen Regeln im nächsten Jahr eine andere Sitzposition. Aber dieses Jahr muss ich mich anpassen.»
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