Ex-Weltmeister Neuville (Hyundai) kann noch gewinnen: Triumph in Portugal
Der Belgier Thierry Neuville sicherte sich zusammen Beifahrer Martjin Wydaeghe mit einem Überraschungssieg seinen ersten WM-Laufgewinn des Jahres 2026 bei der 59. Auflage der Rallye Portugal.
Der Belgier Thierry Neuville sicherte sich zusammen Beifahrer Martjin Wydaeghe mit einem Überraschungssieg seinen ersten WM-Laufgewinn des Jahres 2026 bei der 59. Auflage der Rallye Portugal.
Neuville profitierte vom Pech von Sebastien Ogier (Toyota), der auf der vorletzten Etappe einen Reifenschaden erlitten hatte.
Der Vorsprung von Neuville betrug nach den 23 Wertungsprüfungen 16,3 Sekunden auf Toyota-Pilot Oliver Solberg. Sein Teamkollege Elfyn Evans komplettierte mit Platz drei das Podium und konnte damit seine Führung in der Rallye-Weltmeisterschaft ausbauen.
«Das ist für mich etwas ganz Besonderes», gestand Neuville ein. «Nach dem wir in Kroatien nach dem Fahrfehler einen möglichen Sieg kurz vor Ende verloren hatten und verbunden mit den Schwierigkeiten, mit welchen wir im bisherigen Saisonverlauf zu kämpfen hatten, kommt dieser Erfolg genau zum richtigen Zeitpunkt. Nicht nur für mich Martijn, sondern für das gesamte Hyundai-Team und all die Menschen, die uns das ganze Jahr über begleiten und hart kämpfen».
«Natürlich habe ich mein Team in Kroatien enttäuscht. Aber wir haben uns hier zurückgekämpft. Wir geben niemals auf und das hat sich an diesem Wochenende ausgezahlt. Wir waren immer ganz vorne dabei, hatten immer einen guten Rhythmus und am Ende haben wir den Sieg geholt, den wir schon früher längst verdient gehabt hätten».
In der Anfangsphase der Rallye Portugal hatte es so ausgesehen, als könnte Adrien Fourmaux den ersten Sieg für Hyundai im Jahr 2026 einfahren. Ein Ausrutscher des Franzosen am Freitagnachmittag und daraus resultierende Reifenpannen, warfen ihn auf den sechsten Platz zurück. Seine couragierte Aufholjagd brachte ihn noch auf den vierten Platz zurück, obendrein gewann er die abschließende Powerstage.
Der Fehler von Fourmaux ermöglichte es Ogier, der am Donnerstag noch mit der Abstimmung seines Yaris zu kämpfen hatte, die Führung zu übernehmen. Diese konnte er am Samstag verteidigen, obwohl Solberg zwischenzeitlich vor dem Mittagsservice an die Spitze gelang war.
Ogiers Zeitverlust auf der vorherigen Wertungsprüfung machte ihm klar, dass er mehr Risiko eingehen musste. Genau dieses nahm er am Nachmittag in Kauf, sodass er vor dem Finaltag mit 21,9 Sekunden Vorsprung vor Neuville die Rallye anführte. Die Ambitionen von Solberg auf den Gesamtsieg wurde aufgrund einer Reifenpanne und eines halben Dreher eingebremst.
Neunfachweltmeister Ogier, der den Vorsprung eigentlich bis ins Ziel verwalten wollte, musste auf der 22. von 23 Wertungsprüfungen anhalten und einen Reifen wechseln. Das kostete ihm zwei Minuten und seinen achten Sieg bei der Rallye Portugal.
«Es hätte unsere Rallye sein sollen, aber es gibt eben Dinge, die man nicht kontrollieren kann», kommentierte Ogier das Malheur. «Alles was wir kontrollieren konnten, haben wir gut gemacht. Aber aber heute hatten wir einfach Pech. Ich finde, wir hätten eigentlich etwas Besseres verdient gehabt».
Solbergs zweiter Platz stellte seinen ersten Podiumsplatz seit dem Sieg bei der Rallye Monte-Carlo im Januar dar. Dadurch rückte der Schwede in der Meisterschaft auf den dritten Platz vor - 31 Punkte hinter Evans.
Takamoto Katsuta (Toyota) belegte nach einem Wochenende, an dem er um Selbstvertrauen rang, den fünften Platz. Megatalent Sami Pajari (Toyota) wurde Siebter, der aufgrund eines Reifenwechsels auf derselben Wertungsprüfung wie Ogier seinen fünften Podiumsplatz in Folge verpasste.
Katsuta liegt nun 12 Punkte hinter Evans, in der WM-Zwischenwertung, während Pajari auf den fünften Platz in der Meisterschaft zurückfiel, einen Punkt hinter Fourmaux.
Ein Fehler bei der Reifenwahl - er hatte weiche Pneus gewünscht, bekam aber harte Reifen - machte Dani Sordos Wochenende zunichte. Die am Freitagmorgen verlorene Zeit konnte der Spanier nicht wieder aufholen. Mit dem wechselhaften Wetter und den rutschigen Bedingungen hatte er sichtlich zu kämpfen gehabt.
Sardo belegte den achten Platz vor dem zu M-Sport für Portugal wieder zurückgekehrten Martins Sesks. M-Sport Ford-Pilot Josh McErlean konnte nach seinem Ausfall bei der Superspezialprüfung in Lousada am Samstag am Abschlusstag den Wettbewerb wieder aufnehmen.
Der Ire hätte beinahe den ersten Durchgang von Fafe gewonnen, bevor Robert Virves in seinem Rally2-Skoda spät noch den überraschenden WP-Sieg zu holen. Ford-Teamkollege Jon Armstrong nahm die Rallye nach seinem Überschlag am Samstagnachmittag am Sonntag nicht mehr auf zurück.
Nach einem langen Duell mit Jan Solans gewann Teemu Suninen die WRC2 in seinem Toyota GR Yaris Rally2 und verhalf Janni Hussi damit zu ihrem ersten WRC2-Sieg als Beifahrerin.
Roope Korhonen (Toyota) wurde Zweiter vor Andreas Mikkelsen, nachdem Solans durch (Skoda) einen Fehler auf der vorletzten Wertungsprüfung zwei Minuten verloren hatte. Yohan Rossel (Lancia) bleibt Tabellenführer in der zweiten WM-Division, obwohl er einen Abflug fabriziert hatte und keine Punkte erntete.
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